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Herzblatt-Geschichten Ein Akt des Mitleids

Wenn Cascada für Deutschland singt, Stefan Raab das Kanzlerduell moderiert und der Papst es zum ersten Mal in die In schafft, steht der Weltuntergang unmittelbar bevor. Aber vielleicht wird ja doch noch alles gut.

© dapd Vergrößern Singt für Deutschland: Cascada

Meteoriten krachen vom Himmel, die Lasagne wiehert, Cascada gewinnt den Eurovision-Vorentscheid, Stefan Raab moderiert mit beim Kanzlerduell, und der Papst tritt zurück: Würde uns nicht wundern, wenn all das Anzeichen der Apokalypse sind. Die Dramatik der Ereignisse haben auch Herzblätter erkannt: Wohl erstmals in seiner Karriere hat es Benedikt XVI. auf die Seiten von In geschafft („Oh, Gott! Er ist mit seinem Latein am Ende“). Gut, es sind nur 17 schmale Zeilchen, die man ihm auf der „Stars“-Seite widmet, aber die Stars neben ihm, Carmen Geiss und David Beckhams einjährige Tochter Harper, bekommen auch nicht mehr Platz.

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Wir jedenfalls wünschen dem scheidenden Papst für sein neues Leben alles Gute. Und geben ihm Simone Ballacks Warnung aus Bunte mit: „Wer sich fallenlässt, fällt natürlich in ein Loch.“ Es sei denn, da ist gar keins. Und wir hoffen, ihn bald mal wiederzusehen, und zwar nicht erst in der Stern-Rubrik „Was macht eigentlich...?“. Gerade erst haben wir in Bild ja Ricky Harris wiedergesehen, einen Amerikaner, der vor Jahren kurz einen Sat1-Talk moderierte und heute in Bayern arbeitet - als Bademeister: „Ein Freund bot mir den Job an, dabei konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht mal richtig schwimmen.“ Das scheint eine Konstante in Harris’ Biographie zu sein, denn als Sat1 ihn verpflichtete, konnte er noch nicht mal richtig reden.

„Ein Tortenangriff auf den König“

Noch größer war unsere Überraschung, als wir in Bunte auf den Fotos von ihrer Berlinale-Party neben den üblichen Ferres’ und Furtwänglers diese beiden Herren entdeckten: „Filmproduzent David Groenewold und Ex-Wulff-Sprecher Olaf Glaeseker“. Einträchtig nebeneinander, nicht als Kellner oder Bademeister, sondern als feiernde Gäste, ganz wie früher. Wir sind sicher, in einem Jahr ist auch Christian Wulff wieder dabei, dessen Karenzzeit dauert noch etwas länger.

Papst Benedict XVI. - München Gottesdienst Erstmals in der In: Papst Benedikt XVI. © dpa Bilderstrecke 

Doch was ist schon Zeit? Prinzessin Victoria, glaubt das Echo der Frau, werde schon bald ihren Vater beerben, den das schwedische Volk nicht mehr schätzt: „Erst vor wenigen Tagen zeigte ein Tortenangriff auf den König, dass mitunter sogar blanker Hass aufkommt“, schreibt das Blatt und druckt ein Foto, auf dem Carl Gustaf creme-verschmiert, aber nicht allzu verärgert und überhaupt recht gut aussieht, viel jünger nämlich. Was kein Wunder ist, entstand das Bild doch, wie wir rasch ergoogelten, am 5.September 2001. Damit fand der Tortenwurf vor ein paar mehr, nämlich vor 4183 Tagen statt. Doch was ist das schon gegen die Unendlichkeit des Universums?

Ein Zeitproblem hat auch Charlène von Monaco. „Seit 18 Monaten ist sie Fürstin - doch immer noch nicht schwanger“, sorgt sich Frau im Spiegel. „Fürst Albert liefert dafür eine unerwartete Erklärung.“ Die da wäre? Man habe, so Albert, eben „viele Verpflichtungen, Termine und offizielle Anlässe“. Frau im Spiegel nimmt ihm das nicht ab: „Kaum ein Regent hat so ein überschaubares Territorium zu regieren wie Albert - die Fläche ist kleiner als die der meisten deutschen Gemeinden.“ Da müssten sich Charlène und Albert doch mal irgendwo über den Weg laufen!

Der Körper hört mit

Nicht glücklich mit ihrer Fernbeziehung, obwohl sie angeblich „die Beziehung frisch“ halte, war laut In auch Diane Kruger: „Ich habe Joshua gesagt, dass ich mich auf den Tag freue, an dem er mich langweilt.“ Lustig, dass sich eine Hollywood-Schönheit danach verzehrt, was für Millionen Frauen mit ihren Männern Alltag ist. Noch schwerer scheint das Schicksal von Krugers Kollegin Mariella Ahrens, die in Bunte beichtet: „In meinem Liebesleben herrscht noch nicht mal Eiszeit. Es herrscht gar keine Zeit.“

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An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei unseren Händen bedanken, die sich bislang bei höchstens jedem vierten Wort vertippt haben. Für ein gutes Liebesleben nämlich, wissen wir dank Bunte, braucht es nur den eigenen Körper, und dem sollte man gelegentlich was Nettes sagen. „Unser Körper hat Ohren und kriegt mit, was wir über ihn denken und sagen“, erläutert Expertin Sabrina Fox das „Bodyblessing“, bei dem wir als eine Art Privatpapst unseren Körper segnen. „Wir müssen ihn trösten: ,Mensch, toll machst du das!‘“ Also rät Fox, sich bei Händen, Füßen und allem anderen, was wir so mitschleppen, zu bedanken: „Wenn wir ganz mit unserem Körper verbunden sind, kommen ganz natürliche Töne heraus. Einfach rausströmen lassen.“ Nicht so, wie Sie jetzt denken, gemeint ist ein leises Summen mit dem Mund.

Gut befreundet mit ihrem Körper, den sie auch gern im Playboy zeigt, ist Dschungel-Starlet Claudelle Deckert, die in In ihr „geheimes Sex-Tagebuch“ präsentiert. Darin offenbart Deckert schlimme Erlebnisse: „Ich hatte mal was mit einem Mann, der nicht besonders gut gebaut war. Das hat mich überrascht. Weil ich ihn nicht verletzen wollte, habe ich es dann trotzdem durchgezogen.“ Eine Geste, wegen der man Deckert getrost als Mutter Teresa der Sextagebuchschreiberinnen bezeichnen darf. Wir hingegen hätten so einen Akt des Mitleids niemals nötig, wir sind nämlich schlicht und einfach perfekt gebaut. Das stimmt zwar nicht ganz, aber, psst: Unser Körper hört mit.

Quelle: F.A.S.

 
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Veröffentlicht: 17.02.2013, 09:06 Uhr