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Herzblatt-Geschichten Dieter pudelt mit Willy

29.07.2007 ·  Wer lernte auf Mamas Beerdigung ihren neuen Mann kennen? Wer ist immer sehr selbstkritisch - auch und vor allem sich selbst gegenüber? Und bei wem käme sogar Mutter Teresa arg ins Schwitzen? Diese und andere Fragen beantworten die neuen Herzblatt-Geschichten.

Von Peter Lückemeier
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Geht es Ihnen auch so gut? Also, wir könnten derzeit zerspringen vor Glück, der liebe Sommer zaubert Sonnenstrahlen in die Landschaft, er taucht Wälder und Felder in freundliches Licht, und unsere neue afghanische Redaktionsassistentin Malalai (schlank und kurvig, kohlenkellerschwarze Augen und ein strahlendes Lächeln, das die Sonne in ihrem Gesicht anknipst) bedient uns mit erfrischenden Cocktails. Es geht uns also ähnlich vergnüglich wie der TV-Moderatorin Andrea Kiewel, die in Bunte ihre Endorphine ausschüttet: „Ich wache morgens schon lachend auf und könnte singen.“

Auch sonst steckt die Knallpresse voller Glücksnachrichten. Das beginnt bei Normalos wie Angelika Brinker (51), die in Das Goldene Blatt befriedigt feststellt: „Auf Mamas Beerdigung lernte ich meinen neuen Mann kennen“, und endet noch lange nicht beim Berliner Playboy Rolf Eden (77), der jetzt laut Bild seine fünfzig Jahre jüngere Pflegeversicherung heiraten will: „Vielleicht bekomme ich eine unangenehme Krankheit. Dann ist sie für mich da. Sie kann schon richtig gut Spritzen setzen.“

„Von den Normalen der Normalste, nie abgehoben“

Jenseits solcher privater Glücksrezepte ist es ja interessant, Lebensmodelle vorgeführt zu bekommen. Wenn Sie, Leserinnen, etwa einen Mann kennenlernen sollten, der bereits drei Mal verheiratet war, neigen Sie doch zur Skepsis, oder? Und Ihre Freundinnen raten Ihnen doch auch, die Finger von diesem Herrn zu lassen, nicht? Aber sehen Sie, das kann ein großer Fehler sein. Lesen Sie mal im stern, was Mickey Rooney (86) erzählt. Der amerikanische Schauspieler war sieben Mal verheiratet, als seine achte Frau Jan ihn dennoch erhörte. Und jetzt kann er sagen: „Mit meiner achten Frau Jan bin ich jetzt schon fast 30 Jahre liiert, länger als mit allen anderen sieben Frauen zusammen.“ Und das ist es, worauf wir hinauswollen: Sie müssen, auch wenn alles dagegen zu sprechen scheint, der Liebe und dem Glück einfach eine Chance geben.

Interessant ist es ja auch, dass man, wenn man grundsätzlich heiter gestimmt ist, auch Dinge oder Menschen positiv wahrnimmt, die einem sonst gleichgültig oder unangenehm sind. Arnold Schwarzenegger zum Beispiel - hätten Sie uns früher auf ihn angesprochen, hätten wir gesagt: Blödmann, nix im Kopf, Platitüdenreiter und dergleichen. Jetzt aber lesen wir in Frau im Spiegel aus dem Munde des mit ihm befreundeten Meisterkochs Alfons Schuhbeck, der Muskelmann sei „von den Normalen der Normalste, hat nie abgehoben, ist hochanständig“. Und er habe immer nach dem Motto gelebt: „Grüße die Leute auf dem Weg nach oben, dann kennen sie dich auch beim Heruntergehen.“

„Also nehme ich den, der es schwerer haben wird“

Wunderbar, Schwarzenegger, wir denken nichts Schlechtes mehr über dich, aber über Sie, liebe Schauspielerin Wera Frydtberg, über Sie und Ihren Edelmut sind wir nachgerade entzückt. Denn als Sie vor der Wahl standen zwischen Otto und Peter, da handelten Sie, wie Sie in Das Goldene Blatt zu Protokoll geben, so was von großherzig, da käme selbst Mutter Teresa ins Schwitzen: „Ich dachte, der Peter ist so ein Glückskind, sieht gut aus, ist vermögend. Er wird es bestimmt sehr viel leichter im Leben haben. Also nehme ich den, der es schwerer haben wird.“ Könnten Sie sich vorstellen, dass ein Mann solche Überlegungen anstellen würde? Wir auch nicht.

Männer sind meist ruppig wie Marcel Reich-Ranicki (87), der zwar seit 23.725 Tagen mit derselben Frau verheiratet ist, aber dennoch Bunte anherrscht: „Stellen Sie bloß keine kitschigen Fragen.“ Aber natürlich ist er wie gewohnt witzig und karikiert Elke Heidenreichs Eitelkeit: „Wenn ich Frau Heidenreich die Königin der Literatur nennen würde, würde sie mich fragen: warum nicht Kaiserin? Das Leben ist, wie Sie sehen, nicht leicht.“

„Auch bei viel Selbstkritik finde ich keine Fehler“

Außer für Dieter Bohlen und Dieter Wedel, den „Star-Regisseur“. Der hat sich einen neuen Pudel namens Willy zugelegt, nachdem sein zwölfjähriger Pudel Billy gestorben war. Mit Willy Wedel also kann sich Dieter Wedel richtig toll unterhalten, wie er Bild anvertraut: „Er hört mir aufmerksam zu, wenn ich rede. Das merke ich an seiner Mimik und seiner Reaktion. Deshalb muss ich auch jedes Wort sehr aufmerksam abwägen.“

Und Dieter Bohlen? Wedelt auch er jedes Wort aufmerksam ab? Nach wie vor nicht. Wie war sein erstes Jahr mit Carina, will Revue wissen. Und Dieter antwortet wie immer mit Emphase: „Hammermäßig.“ Im Übrigen bestätigen die Fotos von seiner neuen Flamme Carina, was deren Ex, den sie wegen Bohlen verließ, schon vor einem Jahr sagte: „Ihr Busen ist ihm zu klein. Er hat ihr angeboten, die Operation zu bezahlen.“ Wir würden Bohlen am liebsten schnell zurufen: „Körbchen C ist auch okay“, wollen aber lieber noch den Lothar Matthäus loben. In Bunte sagt er über sich selbst: „Auch bei viel Selbstkritik finde ich keine Fehler.“ Und damit hat er sich doch deutlich gegenüber seinem früheren Statement verbessert, als er noch befand: „Ich bin immer sehr selbstkritisch. Auch mir selbst gegenüber.“

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29.07.2007, Nr. 30 / Seite 50
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Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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