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Herzblatt-Geschichten Die hat halt Bedürfnisse

05.11.2011 ·  Unüberbrückbarer Differenzen nach 72 Tagen: Kim Kardashian hat die Trennung bekanntgegeben. Bei Barbara Becker dauerte is immerhin zwei Jahre. Mit ihrem zweiten Mann Arne Quinze will sie aber befreundet bleiben.

Von Jörg Thomann
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© dapd Reine PR-Show? Kim Kardashian gab die Trennung nach 72 Tagen bekannt

Begierig saugen wir ja stets die neuesten Erkenntnisse aus der Wissenschaft auf, also auch die hier aus dem Fachjournal Das neue Blatt: „Amerikanische Forscher gaben Kinobesuchern Popcorn zu essen. Ergebnis: Sie aßen alles auf. Dann wurden sie aufgefordert, nur noch mit der anderen Hand zuzugreifen: also Rechtshänder mit links und Linkshänder mit rechts. Ergebnis: Die Testpersonen aßen deutlich weniger.“ Wir Laien würden nun sagen: völlig logisch, sie dürften von der ersten Tüte ja längst satt gewesen sein. Mit der „falschen Hand“ zu essen, soll aber trotzdem ein toller Trick sein, um abzunehmen, und tatsächlich: Wir haben diese Woche mal Nudelsuppe, Hummer und Garnelen nur mit links gegessen und waren nach Stunden noch nicht fertig.

Nur unwesentlich länger gedauert hat die Ehe des Fernseh-Starlets Kim Kardashian, 31, mit dem Basketballer Kris Humphries, 26: Gerade 72 Tage nach der Hochzeit hat Frau Kardashian die Trennung bekanntgegeben, wegen „unüberbrückbarer Differenzen“. Offensichtlich ist der Größenunterschied von 49 Zentimetern also doch zu extrem gewesen; Wladimir Klitschko und Hayden Panettiere sind ja auch nicht mehr zusammen, die konnten die 43 Zentimeter zwischen ihnen auch nicht überbrücken.

Reine PR-Show

Dem Expaar Kardashian/Humphries wird laut Bild nun vorgeworfen, die Ehe - fünfzig Ländern strahlten die Hochzeits-Doku aus - sei „eine reine PR-Show“ gewesen. Der Fernsehsender „E! Entertainment“ dagegen bietet Kris und Kim „Unterstützung in dieser schwierigen Zeit“ an und verspricht, er werde „weiterhin das faszinierende Leben und die vielfältigen Facetten dieser eng verbundenen Familie teilen“. So merkwürdig, wie es scheint, ist es nicht, dass ein Fernsehkanal eine Erklärung zu einer gescheiterten Promi-Ehe abgibt. „E! Entertainment“ nämlich besitzt bei uns die Rechte an der Hochzeitsshow, wird sie aber zu seinem Pech erst „exklusiv im Januar 2012“ ausstrahlen, was dem Filmchen einen leicht morbiden Charakter verleiht. Trotzig behauptet der Sender: „Auch ohne Happy End bleibt diese Hochzeit der Traum aller Heiratswilligen.“ Schon klar.

Verglichen mit Kris und Kim war Boris Beckers Exfrau Barbara mit ihrem zweiten Mann Arne Quinze fast eine Ewigkeit verheiratet, nämlich zwei Jahre. Jetzt aber teilt sie in Bunte mit: „Wir haben uns getrennt, damit wir Freunde bleiben können.“ Rührend, wenn jemand Freundschaft so sehr wertschätzt. In diesem Sinne empfiehlt unser Frau-im-Spiegel-Horoskop: „Besinnen Sie sich auf Ihre Freunde, mit denen Sie philosophieren können.“ Dumm nur, dass zugleich unser Bunte-Horoskop analysiert: „Ihr Selbstvertrauen und Ihre gute Intuition sind die beiden einzigen wahren Freunde, auf die Sie sich diese Woche verlassen können.“ Mit den beiden zu philosophieren, darauf haben wir aber keine Lust.

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© dpa Auch bei Barbara Becker und Arne Quinze ist Schluss: nach zwei Jahren

Sein Geheimrezept für eine lang währende Ehe vertraut Schauspieler Günther Maria Halmer, 68, der Neuen Welt an: „Ich würde nie offiziell vor meiner Frau auf die Toilette gehen, oder die Tür auflassen.“ Offen bleibt, ob er es inoffiziell tun würde. Kollege Gedeon Burkhard, 42, hat damit kein Problem: Laut Bild verschwand er auf einer Filmparty mit seiner Freundin „eine halbe Stunde auf dem Männer-Klo“. Offensichtlich ein inoffizieller Termin. „Was treibe ich wohl mit einer Frau aufm Klo?“, entgegnet Burkhard auf die Bild-Nachfrage: „Ich habe eine junge Freundin - die hat halt Bedürfnisse.“

Heuschnupfen - er ist schwer krank

An dieser Stelle unsere besten Wünsche an Moderator Jörg Pilawa, dem Frau aktuell eine traurige Titelstory widmet: „Was keiner ahnte! Jörg Pilawa - Er ist sehr krank! Aber für seine Familie will er stark sein.“ Die bittere Wahrheit: Der arme Mann hat Heuschnupfen. Dieter Thomas Heck wird derweil vom Neuen Blatt angesprochen auf seine „große Kollegin“ Carmen Nebel. Heck: „Wie meinen Sie das?“ - „Immerhin moderiert sie Samstagabendshows.“ - „Das habe ich auch.“ - „Gut, einigen wir uns auf Kollegin.“ - „Große Kollegin heißt immer auch ein Stück größer als der, mit dem man gerade spricht.“ Hecks kleiner Kollege René Kindermann („Sportschau“ und „Brisant“) darf diesmal den wöchentlichen Promi-Leserbrief in Bunte veröffentlichen. Brav lobt er deren Berichte über Europas Hochadel als „hintergründig“, ja „perfekt“ und teilt mit: „Ich wusste z.B. nicht, dass Hamlet ein Prinz des dänischen Königshauses war.“ Tja, Kindermann, wenn man in der Schule pennt, dann landet man eben bei „Brisant“ und nicht bei „Titel Thesen Temperamente“.

Ebenfalls in Bunte spricht Guido Westerwelle, der vor lauter Krise ganz das Zurücktreten vergessen hat, „über den Euro, menschliche Enttäuschungen und Glücksgefühle auf Mallorca“. Das alles ist uninteressant, im Gegensatz zum Blick in Westerwelles Büro, wo etwa „Erinnerungsfotos“ stehen: „Westerwelle mit UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon, daneben mit den Obamas.“ Seltsam, dass ein noch immer vor sich hin amtierender Außenminister mit Promi-Fotos protzt, aber irgendwie verständlich: Wer weiß schon, ob er all diese Leute noch einmal wiedersieht.

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Jahrgang 1971, Redakteur im Ressort „Gesellschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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