27.06.2009 · Mächtige Männer sind attraktiver. Das macht Silvio Berlusconi vor: Er könnte natürlich alle Frauen umsonst haben, bezahlt aber - anstandshalber - lieber 2000 Euro pro Nacht. Franz Müntefering bezirzte eine vierzig Jahre jüngere Genossin hingegen anders - mit Arbeiterliedern.
Von Alexander MarguierEs vergeht keine Woche ohne spannende Neuigkeiten von unserem italienischen Lieblingscavaliere; auf Don Silvios Hormonspiegel ist einfach Verlass. Sie erinnern sich wahrscheinlich, dass wir am vergangenen Sonntag von Flugzeugladungen voller Showgirls berichteten, die der agile Ministerpräsident jede Woche in seine sardische Wochenenddatsche geliefert bekommt. Und zwar gewissermaßen frei Haus, zumindest beharrt er darauf, die Damen pilgerten ihm einzig wegen seines legendären Charmes hinterher.
Nun lesen wir aber in Bunte über ein Callgirl namens Patrizia d'Addario, 42, das behauptet, „für eine Nacht mit ihm 2000 Euro kassiert zu haben“. Da werden Sie, liebe Leser, wahrscheinlich denken: 2000 Euro für eine Nacht? Ist das nicht ein bisschen viel? Immerhin ist die Signorina schon über vierzig. Aber Berlusconi geht es offenbar ums Prinzip, über seinen Anwalt Niccolò Ghedini lässt Italiens First Playboy verlauten, er könne sämtliche Mädels umsonst haben. Schon klar, Ehrensache. Ein bisschen irritierend fanden wir in diesem Zusammenhang lediglich Ghedinis Nachsatz, der da lautet: „Und selbst wenn alles wahr ist: Berlusconi war nur Endverbraucher der Frauen, nicht Organisator der Prostitution.“ Typisch Anwalt.
Seehofers Ex(?)-Geliebte beim Sommerfest des Bundespräsidenten
Bunte jedenfalls konstatiert knallhart und ohne falsche Rührseligkeit: „Der Stand der Mätressen war Beweis dafür, wie patent Männer Macht und Sex verknüpfen. Hohes Ziel einer Karriere auch bei neuzeitlichen Chefs: ein stets gestillter sexueller Appetit - Macht und Gemächte mischen sich stets prächtig.“ Klingt etwas unappetitlich, allerdings beziehen sich diese Worte nicht auf den scharfen Silvio, sondern auf den heißen Horst. Seehofer, um genau zu sein. Der wirkt neuerdings leider etwas dünnhäutig, wenn es um sein Privatleben geht. Ausgerechnet beim Augsburger Familientag fiel es dem Ober-Bayern sichtlich schwer, seine Ehefrau Karin mit gebührender Herzenswärme durchs Volk zu geleiten, er verzichtete sogar „auf die galante Geste, ihr auf die Bühne zu helfen, stellt sie auch nicht offiziell vor“.
So etwas tut man nicht, verehrter Herr Ministerpräsident, und bei der Bild-Kollegin sollten Sie sich gefälligst auch entschuldigen. Die wollte laut Bunte nämlich bloß wissen, wie es angesichts der „durch alle Medien brandenden Gerüchte“ ums persönliche Wohlergehen bestellt sei, da raunzte Seehofer sie an: „Hören Sie doch auf mit dem Kinderkram!“ Womöglich war das sogar wörtlich gemeint, denn kurz zuvor hatte sich Seehofers Ex(?)-Geliebte mit dem gemeinsamen Töchterchen Anna-Felicia beim Sommerfest des Bundespräsidenten präsentiert. Und zwar „sehr selbstgewiss“, wie Bunte maliziös hinzufügt.
Mädels, hört die Signale!
Wollen Sie mal was Lustiges hören? Folgendes: Der große Schauspieler und Komödiant Peter Ustinov machte selbst im Sterben noch Witze. Jawohl! Wie Das Goldene Blatt enthüllt, „imitierte Sir Ustinov im Krankenhaus mit seinen bereits mit Wasser gefüllten Lungen, die das Atmen zum Rasseln machten, lieber einen knurrenden Hund, als sich dem Leid hinzugeben.“ Da kommt Freude auf, besonders bei den Lesern des Goldenen Blatts, die sich jetzt sicher Gedanken machen, mit welchen Tiergeräuschen sie ihrerseits für einen heiteren Abgang sorgen könnten. Pferdegetrappel an der Herzrhythmus-Maschine? Kanariengezwitscher am Beatmungsgerät? Der Tod ist kein Beinbruch, solange man nur seinen Humor nicht verliert.
Nun aber zu einem ernsten Thema, es geht um George Clooney. In Gala erfahren wir, dass der beliebte Schauspieler jahrelang mit einem Hausschwein namens Max zusammengelebt hat, die beiden teilten oft auch Tisch und Bett - bis Max vor drei Jahren starb (welche Geräusche er dabei von sich gab, steht leider nicht im Heft). Kurzum: Unlängst hat das treue Schwein Kontakt zu seinem einstigen Herrchen aufgenommen, eine Wahrsagerin war dabei behilflich: „Das Medium hat mir gesagt, dass Max ein tolles Leben bei mir hatte. Er ist bester Dinge und hängt als Geist jetzt noch manchmal bei mir rum“, wird Clooney zitiert. Irgendwie beruhigend zu wissen.
Wie wir von dieser bizarren Liaison ausgerechnet auf Münte und Michelle kommen, ist uns selbst ein Rätsel, es muss wohl daran liegen, dass uns die zarten Bande zwischen dem SPD-Urgestein, 69, und der jungen Sozialdemokratin, 29, nachhaltig faszinieren. Dabei geht es gar nicht um den Altersunterschied, das ist doch dämliche Erbsenzählerei. Viel interessanter ist die Frage: Wie hat Franz Müntefering um Michelle Schumann geworben? Und jetzt halten Sie sich fest, in Frau im Spiegel steht es schwarz auf weiß: Der Funke sprang über auf „einem lokalen Parteifest, auf dem sie den Franz strahlend anhimmelt, als er zu vorgerückter Stunde Arbeiterlieder zur Gitarre singt“. Heißt es nicht immer, das ganze Sozen-Gedöns sei miefig und unsexy? Von wegen! Wir jedenfalls stimmen jetzt erst mal unsere Klampfe und lernen die Internationale auswendig. Mädels, hört die Signale!