05.09.2010 · Lothar Matthäus rechnet mit seiner Ex Liliana ab: Der Bild-Zeitung legte er eine kryptische „Beziehungs-Checkliste“ vor, die unter anderem den Eintrag „Rauchen mehr Krebs“ enthält. Sophia Thomalla ist da liberaler: Sie will sich eine Zigarre mit Namen tätowieren lassen - als Andenken an Rudi Assauer.
Von Jörg ThomannHeute wollen wir uns mal zurückhalten. Und den Rat beherzigen, den uns 7 Tage im Horoskop gibt: „Bemühen Sie sich“, heißt es dort, „um mehr Diplomatie und Rücksichtnahme, denn Ihre Lieben reagieren vor allem auf Ihre wohlwollende Kritik etwas sensibler als sonst.“ Keine Kritik also, nicht mal wohlwollende, an unseren Lieben, etwa am Schauspieler Dirk Galuba (70), der seine neue Beziehung mit Maria (28) erklärt: „Mit einem Mutti-Typ könnte ich eben nichts anfangen.“ Maria mit einem Opi-Typ aber eben schon. Auch Paris Hilton, in deren Handtasche mysteriöserweise Kokain gefunden wurde, wollen wir wegen ihres bereits dritten Polizeifotos nicht rügen, sondern ihr einfach gratulieren: Sie scheint, wie die kleine Gala-Galerie veranschaulicht, seit der ersten Aufnahme 2006 (Alkohol am Steuer) kaum gealtert, was bei diesem Lebenswandel nicht selbstverständlich ist.
Lob spenden möchten wir auch Lothar Matthäus, der sich auf eine Aussprache mit seiner jungen Noch-Ehefrau akribisch vorbereitet hat – und zwar mit einer „Beziehungs-Checkliste“, die Bild in Auszügen abdruckt. Auf kariertem Notizpapier lesen wir in Stichworten, was Matthäus der Gattin mit auf den Lebensweg gab: „Träume ok aber Realität“ etwa oder – traurig, aber wahr – „Rauchen mehr Krebs“. Einen Eintrag können wir nicht so recht entschlüsseln, nämlich „Kindisch Schwimmflügel“. Soll heißen: Frau Matthäus steigt stets mit Schwimmflügeln in den Pool? Oder hat aus seinen die Luft rausgelassen? Wir empfehlen Matthäus jedenfalls, gleich eine neue Checkliste anzufertigen. Punkt eins: keine Notizzettel herumliegen lassen, wenn Bild-Reporter in der Nähe sind. Und das ist bei Matthäus ja praktisch immer der Fall.
William, versöhne dich mit Kate
Sorgen müssen wir uns weiter um Fergie. Sie war im Urlaub auf Sardinien, an ihrer Seite Model Naomi Campbell, und Das Goldene Blatt fragt alarmiert: „Doch ist die dunkle Schönheit ein guter Umgang für die hochverschuldete Sarah Ferguson?“ Naomi habe ja „nicht die weißeste Weste“ und werde die klamme Sarah hoffentlich „zu keinen dunklen Machenschaften überreden“. Die haben dunkle Schönheiten ja im Blut. Gottlob recht hell ist Prinz Williams Freundin Kate, wobei es zwischen beiden, wie Das Goldene Blatt kolportiert, kriselt: „Traurigkeit hat sich um sein Herz gewickelt. Kummer, Wehmut und Verzweiflung lasten auf seinen Schultern. Sieht so ein glücklicher Prinz aus?“ Traurigkeit, Kummer, Wehmut und Verzweiflung, das ist tatsächlich etwas viel auf einmal, weshalb es ein Glück ist, dass Hilfe von unerwarteter Seite kam – von ganz oben: Williams verstorbene Mutter Diana, mit der er oft Zwiesprache halte, soll ihm „eine himmlische Botschaft mit auf den Weg gegeben haben: ,William, versöhne dich mit Kate. Sie ist die Frau, die dich glücklich machen wird.‘ Das soll sie geflüstert haben.“ Hoffen wir, dass sie das aus der Entfernung richtig beurteilen kann.
Kurz vor Prozessbeginn eine dramatische Wende im Fall Kachelmann: Das Neue präsentiert Entlastungszeuginnen. Dschungelcamperin Désirée Nick etwa nennt Kachelmann „kuschelig und vertrauenerweckend“, und Rosi Jacob von den Jacob-Sisters ergänzt: „Meine Schwestern und ich haben ihn immer als sehr nett und wahnsinnig charmant erlebt.“ Solche Aussagen wecken – bei allem, was man über den Mann erzählt – gleichwohl wieder das Misstrauen, ob da nicht was gelaufen ist, womöglich mit allen fünf oder sechs oder sieben Jacob-Schwestern gleichzeitig. Da loben wir uns Schmalzkehle Semino Rossi, über den Das neue Blatt schreibt: „So offen sprach er noch nie übers Fremdgehen.“ In schonungsloser Offenheit nämlich sagt er: „Gabi weiß, dass ich sie nie betrügen würde.“ Rossi erzählt dann auch noch, dass seine Frau sich nichts aus Diamanten mache: „Aber wenn ich Dienstag früh freiwillig den Müll auf die Straße stelle, dann zaubert das ein Lächeln auf ihre schönen Lippen.“
„Nur gucken, nicht anfassen“
Diamonds are a girl’s best friend, das wussten wir, jetzt aber wissen wir auch: A wife’s best friend is garbage on the street. Der zweitbeste ist der Kleiderschrank. „21.000 Klamotten – Das ist die Zahl, die eine Frau im Laufe ihres Lebens beim Shoppen anprobiert“, weiß Bunte. „Gekauft wird aber ,nur‘ die Hälfte.“ Die Zahl des deutschen Durchschnittsmanns, so schätzen wir, ergibt sich, wenn man die drei Nullen streicht. Die Sachen aber kauft er dann alle.
Ein echter Familienmensch ist Sophia Thomalla (20), deren Körper schon Tattoos mit dem Gesicht von Mama Simone (linker Arm) und den Initialen sowie Geburtsdatum ihres Stiefpapas (Rippengegend) zieren. Nun will sie sich, wie Bild berichtet, ein Andenken an Rudi Assauer tätowieren lassen, mit dem ihre Mutter jahrelang verbandelt war: „Vielleicht ’ne Zigarre mit Namen, seine 12 Bundesliga-Tore oder ein Schalke-04-Wappen.“ Wir fänden ja „Meister der Herzen 2001“ ganz hübsch. Oder einen der bekanntesten Sätze aus Assauers Bierwerbung, der sich für Sophia in bestimmten Situationen noch als nützlich erweisen könnte: „Nur gucken, nicht anfassen.“
Die Welt des Boulevards
Jörg Thomann Jahrgang 1971, Redakteur im Ressort „Gesellschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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