Vielleicht sollten wir doch mal, auch wenn’s schwerfällt, „Markus Lanz“ schauen. Andererseits erzählt uns die Bild-Zeitung verlässlich, was wir verpasst haben, nämlich die rührende Liebesgeschichte von Michelle Müntefering (32) und ihrem Franz (72). Kennengelernt haben sie sich ganz romantisch „zur Zeit der Kommunalakademie“, einen Förderprogramm für den SPD-Nachwuchs, also Nachwuchs jetzt im politischen Sinne. Während Michelle nun Karriere macht, lernt der einfache Abgeordnete Münte alltägliche Dinge. So lieh er, der 18 Jahre lang nicht selbst gefahren war, sich Michelles Auto, wie sie erzählt: „Es hat nicht lange gedauert, da kam ein Anruf, er hätte ein paar Steine aus dem Weg geräumt. Das mit dem Auto, das würde jetzt ein bisschen dauern, das wäre erst mal in der Werkstatt, aber es hätte einem guten Zweck gedient, die Steine wären aus dem Weg.“ Noch immer weiß der alte Politfuchs selbst klare Niederlagen in Siege umzumünzen.
Außerdem demonstriert das Ehepaar, dass auch eine ganz persönliche Koalition von Kompromissen lebt. Im Urlaub, berichtet Michelle, wollte sie nach New York, der Sauerländer Franz aber „tatsächlich ins Sauerland“. Es kam zum Streit, doch nicht zum Bruch: „Wir haben uns geeinigt auf Comer See.“ Weil der noch näher am Sauerland liegt als an New York, ist auch dies wieder ein symbolischer Sieg für Münte, der von seiner Gattin als „zeitloser Klassiker“ gefeiert wird.
Höchstens Halbangst
Ein solcher ist auch Otto Rehhagel (73), der vorm DFB-Gericht noch einmal einen großen Auftritt hatte und gar einen neuen Ausdruck prägte: Als im Düsseldorfer Stadion das Chaos ausbrach, da habe er, der schließlich den Krieg miterlebt habe, „nicht so richtig Angst“ gehabt, sondern höchstens „Halbangst“. Hätte, fragt man sich da freilich, ein weniger stolzer Rehhagel seine Hertha womöglich vorm Abstieg bewahrt, wenn er bekannt hätte, in Düsseldorf echten Schiss gehabt zu haben?
Weniger zeitlos als vielmehr rasend aktuell zeigt sich Günter Grass, der nach Israel nun Europa abstraft. Griechenland, krittelt Grass in der Süddeutschen, werde als „Schuldner nackt an den Pranger gestellt“ und müsse ertragen, dass man ihm „den Gürtel enger und enger schnallt“. Nun sind wir kein Literaturkritiker, aber wir ahnen doch, dass nackte Schuldner selten Gürtel tragen. Ob Sie da, Meister Grass, nochmal rangehen mögen? Und wann dürfen wir Ihre Gedichte über den Eurovision Song Contest, die Fußball-EM und den Röttgen-Rauswurf erwarten?
Von einem Grass-Poem verschont bleibt wohl Burma, das sich von der Diktatur befreit hat. Dafür ist Christine Neubauer angereist, die dort „Das Traumhotel“ dreht und sich von ihrem Fotografenfreund José für Bunte im Bikini ablichten lässt. Hat sich dafür, liebe Burmesen, der Freiheitskampf gelohnt: dass auch bei euch Neubauer-Schmonzes fabriziert wird?
Nicht nur ein Hollywood-Held
Kollege Bruce Willis war in Cannes und äußerte dort laut Bunte die Hoffnung, „eines Tages doch noch eine Karriere als seriöser Schauspieler zu machen und nicht nur als Hollywood-Held“. Deshalb dreht er jetzt auch das kunstvoll versponnene Independent-Sozialdrama „Stirb langsam 5“. Ob Prinz Charles, 63, sich das ansehen würde? Mit Will Smith hat er dessen Film „Ali“ geguckt und wurde, wie Smith der Bunten petzt, von einem Diener vor einer Sexszene gewarnt: Prompt „senkte er den Kopf und schaute erst wieder hin, als der Diener sagte, die Szene sei vorbei“. Toller Job, das: Sexszenenwarner für den Thronfolger. Ob Charles, wenn er endlich König ist, die Filme komplett schauen darf?
Um Britney Spears’ Wohl kümmert sich ihr Verlobter Jason Trawick, der zugleich ihr Vormund ist - und als solcher auch andere Körperteile abdeckt: Intouch zeigt Fotos, auf denen Trawick vorsorglich den Arm ausfährt, als Britney im ultrakurzen Kleid ins Auto steigt. Ihren Job als Jurorin einer Castingshow hat Spears übrigens nur unter der Auflage bekommen, sich „einem 300.000 Euro teuren Make-over“ zu unterziehen. Für Frauen, die billiger besser aussehen wollen, weiß Bunte Rat. Ein Dermatologe, der Darius Alamouti heißt, aber nur aus Herne kommt, warnt davor, die Schultern hängen zu lassen („Der Blick kommt dann von unten, das quetscht die Stirn in Falten“). Ebenso gefährlich: das Kaugummikauen, das hässliche „Marionettenfalten“ hinterlässt. Am sichersten fährt wohl, wer das Kauen künftig ganz einstellt.
Fröhlich und faltenfrei ist Michelle Hunziker, die soeben mit dem „Champagne-Preis für Lebensfreude“ ausgezeichnet wurde - was die Frage aufwirft, ob man denen, die ohnehin lebensfroh sind, auch noch Champagner spendieren muss. Frisch verliebt ist Hunziker auch noch, Freund Tomaso hat schon einen Ring spendiert: „Als er ihn mir geschenkt hat, bin ich eineinhalb Stunden auf dem Soda gesessen und habe den Ring einfach nur angeguckt“, erzählt Hunziker Gala. Auf dem Sofa herumhängen und vor sich hin glotzen: Wenn das tatsächlich ein Ausdruck von Lebensfreude ist, dann scheint diese in Deutschland viel weiter verbreitet zu sein, als wir gedacht haben.