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Herzblatt-Geschichten Circa 25 Zeuginnen

 ·  Schluss mit lustig: der Thannhausener Oberbürgermeister beschwert sich über die Verunglimpfung seines „Kaffs“, Prinz Harry hat zu viele Zeugen und Udo Lindenberg will seinen eigenen Müll nicht selbst rausbringen.

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© dpa Vergrößern Vorsicht Harry, Zeugen sind überall: Prinz Harry geriet mit seinen Nacktbildern in die Schlagzeilen

Auf der Leserbriefseite der Bunten kommt regelmäßig ein Prominenter zu Wort, diesmal aber nur Georg Schwarz. Der ist Bürgermeister von Thannhausen, einer Stadt, die Bunte kürzlich als „Kaff bei Augsburg“ bezeichnete. „Ist Ihnen bewusst, dass Sie mit solch einer Pauschalaussage 8000 Menschen diskreditiert haben?“, beschwert sich nun Schwarz und wirft Bunte vor, sich „mit unserer Geschichte, unserer Kultur oder den vielfältigen Angeboten unserer Stadt“ nicht befasst zu haben.

Wir hingegen haben das sofort getan und wissen jetzt alles über die „Perle des Mindeltals“. Wir kennen ihre Geschichte („Zwischen 1894 und 2001 war Thannhausen Endpunkt einer Bahnstrecke von Dinkelscherben“, Wikipedia) und ihre vielfältigen Angebote, die beherzt genutzt werden: So ist eine Anmeldung zur Veranstaltung „Wir basteln ein Vogelhäuschen“ laut städtischer Homepage leider „nicht mehr möglich“. Kulturell ist Thannhausen ohnehin spitze, es ist ja sogar eine Oper danach benannt. Kämpfen Sie also weiter, lieber Herr Schwarz, und lassen Sie Ihr Städtchen nicht beleidigen von irgendwelchen Promi-Heften aus einem Kaff bei Unterschleißheim.

Die „zierliche Sängerin“

Andere Zeitgenossen fasst Bunte mit Samtpfoten in Glacéhandschuhen an. Es ist ja toll, dass die „Let’s Dance“-Wuchtbrumme Maite Kelly den NRW-Landesorden kriegt, und auch prima, dass Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die Zeit und die Phantasie hat, Kelly in ihrer Laudatio als „starke und charismatische Botschafterin für mehr Nächstenliebe und Selbstlosigkeit“ zu preisen; aber dass du, Bunte, Kelly als „zierliche Sängerin“ bezeichnest, das ist echt zu viel des Guten.

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© dapd Vergrößern Küsschen für die „zierliche Sängerin“: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (links) verleiht Maite Kelly den NRW-Landesorden

Noch mehr News aus NRW: „Ich kenn nur einen Namen für den Penis, der nicht dämlich ist: Stinkerle“, hat Claudia Schiffer laut Bild in einem Interview erklärt. „Das Wort benutzt man bei Kindern, zumindest in meiner Heimat Nordrhein-Westfalen.“ Wenn „Stinkerle“ okay ist, dann wollen wir bitte nie die dämlichen Namen hören. In dem Interview hat Schiffer dann noch wittlicherklärt, dass Männer „wirklich nicht schön“ sein müssten. Die Kerle sollten sich jedoch nicht zu früh freuen, denn Schiffer fährt fort: „Idealerweise sind sie intelligent, sehr maskulin und sexy.“ Das sind ja gleich drei Dinge auf einmal, das geht nun wirklich nicht.

„Keine Bilder, please“

Ob Prinz Harry wenigstens die letzten beiden Eigenschaften besitzt, darüber kann man streiten. Frau im Spiegel zeigt auf ihrem Titelbild einen zerknirschten Harry neben einer grinsenden Queen und die Schlagzeile: „Wie sage ich es der Oma?“ Wir würden mal sagen: Sie weiß es längst. Vielleicht grinst sie ja deshalb so. „Die Skandal-Fotos des Prinzen“, wie auf dem Cover versprochen, zeigt Frau im Spiegel dann doch nicht, sondern nur Harry in Badehose. Den nackten Prinzen nämlich hat sich hierzulande Intouch gesichert, zu einem, wie es auf Anfrage heißt, „angemessenen Preis“, wobei wir da die Messlatte nicht kennen. Intouch auf jeden Fall weiß: „Harrys blanker Po überstrahlt alles.“ Ein schönes Bild.

Noch mehr Details liefert Bunte. In der Hotelbar sei Harry „mit einigen Mädchen ins Gespräch gekommen und habe sie in seine Suite eingeladen“. Rasch sei der Prinz dann entblößt gewesen, „er trug, wie eine der ca. 25 Augenzeuginnen berichtete, keine Unterwäsche“. Moment mal: 25? Wo kamen die jetzt alle her? Hat Harry 25 Mädchen an der Bar kennengelernt? Dubios auch die Rolle der Leibwächter, denn diese, so Bunte, „sprachen nur milde Bitten aus: ,Keine Bilder, please.‘“ Da braucht sich keiner zu wundern, dass die Bitte nicht erhört wird, wenn sie in Las Vegas auf Deutsch ausgesprochen wird.

Müll rausbringen

Wir bleiben an der Bar: Die Angewohnheit der Herzblätter, bei jedem Protagonisten das Alter mitzuliefern, wird komplett gaga, wenn Die Aktuelle über Oliver Kahns Vergangenheit schreibt: „Der Tor-Titan hatte ein Verhältnis mit einem Barmädchen, der damals 21-jährigen Verena, 31!“ Pop-Titanin Madonna ist 54, was ihr anscheinend zu schaffen macht: Beim Urlaub an der Côte d’Azur zeigte sie sich, wie In demonstriert, am Strand und im Wasser ganzkörperbedeckt, einschließlich der Problemzonen - Hals und Hände. Anders als Intouch finden wir es freilich gar nicht so abwegig, dass Madonna in den Urlaub mit ihrem Lover, 26, dessen Mutter, 47, mitnimmt. Sie möchte halt auch mal Erwachsenengespräche führen, und wenn der Kleine nachts weint, dann muss nicht sie selbst, sondern die Mama trösten.

„Wie würden Sie 20000 Euro anlegen?“, fragt Bunte Prominente, und Martin Zeil, bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, entgegnet: „Solange die FDP nicht wackelt, wackelt auch der Euro nicht.“ Hallo? Herr Zeil? Könnten Sie bitte mal auf die Frage antworten? Ach so, Sie sind ja Politiker. Eine Antwort von ganz anderem Kaliber liefert Udo Lindenberg auf die In-Frage, warum er seit Jahren im Hotel lebt: „Hätte Bach seinen Müll persönlich rausgebracht, hätte er auch nicht so viele Kantaten komponiert.“ Das mag sein, lieber Udo, aber umgekehrt wird doch ein Hut draus: Hättest du dich persönlich um den Haushalt kümmern müssen, dann hättest du vermutlich nicht so viel Müll herausgebracht.

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