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Herzblatt-Geschichten Bloß nicht denken

17.01.2010 ·  Eine Ehe mit Lothar Matthäus könnte bald nur noch 2000 Euro und eine Gartenlaube in der Uckermark wert sein. Damit könnte er selbst Verona Pooth, deren Mann bekanntermaßen finanzielle Probleme hat, nicht locken - selbst wenn sie beim Sex nicht denkt.

Von Jörg Thomann
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Vor einer Woche haben wir an dieser Stelle festgestellt, dass die Gattinnen von Lothar Matthäus immer jünger und die Ehen immer kürzer werden. Das Goldene Blatt klärt nun auf über einen weiteren Trend: Die Jahre an Matthäus' Seite zahlen sich auch immer weniger aus. Ehefrau Nummer eins bekam demnach vier Millionen Mark und ein Haus unweit von Kitzbühel, die Nummer zwei nur zwei Millionen Mark und ein Chalet in der Schweiz.

Ehefrau Nummer drei schloss schlauerweise einen Ehevertrag ab, der ihr immerhin 1,5 Millionen Euro einbrachte, darüber hinaus aber nur eine Wohnung in Budapest. Junge Damen mit Interesse an Sport, Reisen und langen Gesprächen sollten dies bei ihrer Lebensplanung berücksichtigen: Bald könnte eine Ehe mit Matthäus nur noch 2000 Euro und eine Gartenlaube in der Uckermark wert sein.

Charaktereigenschaften spielen keine Rolle

Womöglich aber sollten wir uns um passionierte Frauenverschleißer wie Matthäus oder Dieter Wedel sorgen. Seine Affären, so Wedel in der Bunten, zeugten vom „Bedürfnis danach, geliebt zu werden und zu lieben. Es ist eine Urangst, das zu verlieren.“ Oder gar eine krankhafte Sucht, glaubt man dem Boulevardpsychologen Konrad W. Sprai: „Lothar Matthäus ist wie viele Männer extrem dem Neuen zugewandt, im Fachjargon Neophelie genannt“, fabuliert er im Echo der Frau. „Bei der Wahl der Frauen spielen zum Beispiel Charaktereigenschaften keine Rolle. Wichtig ist nur, dass die Eroberungen neu und aufregend sind.“

Bei unserer Internet-Schnellrecherche stießen wir nur auf „Neophilie“, aber egal: Es scheint verbreitet zu sein. Deutliche Symptome etwa zeigt Fritz Wepper (68). Nach dem Weihnachtsfest mit Gattin Angela (67) flog der Wagenholer a.D. „mit seiner Geliebten Susanne Kellermann (30) für drei Wochen in den Liebesurlaub“, petzt Das Neue Blatt. „Erst nach Hawaii, dann nach Florida.“ Zurück blieb Angela, die die Eskapaden des alten Fritz staunenswert stoisch erträgt: „Natürlich ist es nicht schön. Aber ich stehe darüber.“ Sicher freut sie sich auch über eine Postkarte.

„Wenn man gar nicht denkt, hat man den besten Sex

Ob Ernst August von Hannover zurück ist aus seinem Thailand-Urlaub, wissen wir nicht; sein Anwalt jedenfalls muss arbeiten und hat juristische Schritte gegen die Bunte eingeleitet, die als erste über seine Badefreuden berichtet hatte und uns nun seine Planschpartnerin Myriam I. näher vorstellt („Sie liebt Räucherstäbchen und rituelle Waschungen. Außerdem betet sie sehr viel“). Gala hingegen schweigt dazu, was Peter Lewandowski im Editorial begründet: „Als Chefredakteur drucke ich heute aber nur Geschichten ab, die auch hundertprozentig bestätigt sind.“ Lieber schreibt Gala über die traute Zweisamkeit des Boxers Wladimir Klitschko (1,96 Meter, Schwergewicht) mit der Schauspielerin Hayden Panettiere (1,55, Halbfliege), um festzustellen: „Irgendwie wirken die Schnappschüsse inszeniert.“ Den Vogel in der Caroline-Berichterstattung schießt aber 7 Tage ab, das auf dem Cover „viele Sonder-Seiten“ ankündigt. Es sind vier, und auf keiner wird die Thailand-Sache erwähnt. Der Etat für Gerichtskosten scheint bei 7 Tage recht mager zu sein.

Eine Bilderbuchehe führt Peter Ramsauer, unser fescher Verkehrsminister, doch auch in sein Leben scheint eine neue Frau zu drängen. Ihn hat, wie Bunte schreibt, ein Brief von Sabine Wussow erreicht, der Witwe von Bubi Scholz und Klausjürgen Wussow. Darin zwei Wollschals und ein Schreiben: „Und, lieber Herr Ramsauer, bitte immer einen Schal bei dem Wetter! Hier weht ein eisiger Wind.“ Ramsauer sollte das Geschenk mit Vorsicht genießen: Die Männer, die die Dame zuletzt umsorgte, weilen jedenfalls nicht mehr unter uns. Stets ein offenes Ohr hingegen haben wir für die Weisheiten Verona Pooths, die der Neuen Welt verrät: „Wenn man gar nicht denkt, hat man mit Sicherheit den besten Sex.“ Ihr selbst dürfte dies leichter fallen als anderen.

„Du bist mein allerliebster Baum. Du warst von Anfang an mein Traum“

Einen Schreck hat uns Echo der Frau eingejagt mit der Schlagzeile: „Andy Borg: Ein Wunder! Knapp dem Tod entronnen“. Es ist aber halb so wild: Mit zehn Jahren kletterte Borg auf einen Baum, wurde von einem Eichhörnchen in den Finger gebissen und fiel hinunter. Bäume besteigt er heute nicht mehr, was bei seiner Statur auch schwierig wäre. „Blacky“ Fuchsberger hingegen hat sein Freund, der Baum, sogar von Herzschmerzen befreit. Im Neuen Blatt erzählt Fuchsberger: „Da kam ein Chinese und sagte: Du hast so einen tollen Baum.“ Den habe er „umarmt in meiner Schmerznot und ihm gesagt: Du bist mein allerliebster Baum. Du warst von Anfang an mein Traum.“ Und „plötzlich merkte ich, dass auch er mit mir sprach“.

Chinesen laufen hier selten herum, uns tut auch nichts weh, aber all die fiesen Krankheiten unserer Tage - Schweingegrippe, Neophelie, Neophilie - machen uns Sorgen. Weil wir gartenlos sind, bleibt uns als Ansprechpartner nur die vertrocknete Dracaena marginata in unserem Büro: „Du armer alter Drachenbaum stehst arg verkümmert hier im Raum. Wer weiß, vielleicht wärst du gesprossen, hätt' ich dich öfter mal gegossen.“ Wir haben noch keine Antwort erhalten.

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Jahrgang 1971, Redakteur im Ressort „Gesellschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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