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Herzblatt-Geschichten Arm in Arm mit Kurt

28.09.2008 ·  Der Münte hätte den Kurt mal ganz fest drücken sollen - dann wäre im SPD-Streit bestimmt alles gut geworden. Grenzdebile Geräusche hört man indes von Schwedenkönig Carl Gustaf. Und Pamela Anderson wird plötzlich zum Genie. Die Herzblatt-Geschichten.

Von Peter Lückemeier
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Schon in der vergangenen Woche hatten wir Alexander von Schönburgs Buch über die Royals gelobt, und auch am Dienstag erfuhren wir aus dem Vorabdruck in Bild wieder etwas sehr Interessantes: Nach Schönburgs Darstellung ist der König von Schweden praktisch grenzdebil. Während einer Gesellschaft bei deutschen Verwandten in Bayern habe Carl Gustaf wenig gesprochen, aber wenn, dann habe es sich etwa so angehört: „Morgen fahren wir über die Tauernautobahn Richtung Italien - brrrm-brrrm.“ Einige Minuten später habe der König das Gespräch abermals freudig unterbrochen: „Und übermorgen fahren wir dann über Mailand weiter nach Florenz - brrrm-brrrm-brmmmm.“ Da denkt man ja, das kann doch gar nicht sein, aber Schönburg war halt dabei, und auch seine weitere Schilderung klingt authentisch: Des Schwedenkönigs Frau, unsere deutsche Silvia, habe den kindischen Brrrm-Macher gutmütig angeschaut, -Macher gutmütig angeschaut, „so gutmütig, dass es fast schon ein wenig mitleidig wirkte“.

Ja, das war jetzt lustig, aber wir müssen nun leider auf etwas Ernstes zu sprechen kommen. Da gibt es in Spanien einen gewissen Alfonso Díez, der als Experte für Antiquitäten gilt und sich folgerichtig für die Herzogin von Alba (82) interessiert. Die Gute wird von Bunte aber nicht nur auf 1,2 Milliarden geschätzt, sondern hat auch sechs Kinder. Die natürlich um ihr Erbe fürchten, falls Herr Díez sein Antikenprojekt verwirklichen würde. Was taten die Kinder? Sie klemmten sich hinter den spanischen König Juan Carlos, und der verbot die Hochzeit. Darf er das? Ja, er „muss traditionell alle Hochzeiten im Hochadel genehmigen“.

Wenn der Kurt mit dem Franz ganz innig wird

Also, wenn wir König von Deutschland wären, wir würden auch so einige Techtelmechtel untersagen, zum Beispiel jede Verbindung zwischen Helene Fischer und Florian Silbereisen, wegen schwul. Aber vor allem würden wir dem stern strikt verbieten, solch sozialpädagogenhafte Fragen zu stellen wie die an Kurt Beck über Franz Müntefering: „Ist er fähig, Sie mal in den Arm zu nehmen?“ Beck hat darauf übrigens wunderbar hölzern geantwortet: „Ach, das war nie seine Fähigkeit und nie meine Erwartung.“

Vielleicht sollten Kurt und Franz, statt einander in die Arme zu schließen, mal gemeinsam zum Oktoberfest gehen, Bunte liefert wahre Fotoorgien von der „größten Party der Welt“. Bild hat dankenswerterweise auch schon mal hingeschrieben, wie Partnerschaftsanbahnungen auf der Wiesn funktionieren. Der erste Satz lautet: „Irgendwo hob I Sie schon amoi gseng!“ Und der letzte: „Verzupf ma uns?“

„Ich habe keinen Bock mehr auf hysterische Weiber“

Gar nicht für eine Verpartnerung empfehlen möchten wir den Sänger Gunter Gabriel, weil er sich in Das Goldene Blatt entschieden uncharmant über das andere Geschlecht äußert: „Mann, ich bin jetzt 66 und habe keinen Bock mehr auf hysterische Weiber. Oder auf eifersüchtige.“ Liegt solche Enthaltsamkeit vielleicht auch daran, dass Gabriel altersmäßig an seine Mannesgrenzen stößt? O nein, solche Zweifel kann er sensibel entkräften: „Du kannst mir schon glauben“, dröhnt er seinem Interviewer entgegen, „dass ich außer dem Singen auch noch was anderes gut kann. Obwohl mir mein Arzt jetzt gesagt hat, dass ich eine leichte Prostatitis habe. Wegen zu viel Sex.“ Sehr interessant, vielen Dank für diese Information, sie war sehr wichtig.

Und Dank auch an dich, Bunte, dass du Busenwunder Pamela Anderson (41) so knallhart investigativ befragt hast: „Viele Leute sehen Sie als das hirnlose sexy Blondchen. Stört Sie das?“ Doch Pamela antwortet unbekümmert: „Von einer Blondine wird nicht viel erwartet. Wenn nichts erwartet wird, kann man positiv überraschen. Und formuliert man einen vollständigen Satz, ist man plötzlich ein Genie.“

„Sie klingen so komisch, haben Sie Halsschmerzen?“

Als ziemlich genial darf man ja auch die Flirt-Tipps bezeichnen, die Bild schon vor einiger Zeit veröffentlichte. So etwas reißen wir immer aus und legen es uns auf den Schreibtisch und beherzigen es. Zum Beispiel stand da: „Je tiefer ein Mann spricht, desto anziehender und ehrlicher wirkt er auf Frauen.“ Als wir dann vorgestern mit dieser wirklich supernetten zierlichen Schwarzhaarigen aus der PR-Branche essen waren, da sprachen wir so tief wie John Wayne nach dem fünften Whisky, doch sie blickte uns nur besorgt an und fragte: „Sie klingen so komisch, haben Sie Halsschmerzen?“

Da probierten wir es mit einem anderen Trick, auch aus Bild. Da hatte vor Wochen gestanden, dass man mit Fakten, die vielleicht etwas entlegen sind, unheimlich glänzen kann - „alle werden staunen“. Also sprachen wir zu der schönen PR-Dame: Wussten Sie eigentlich, dass in der Eskimosprache der Satz „Ich sollte versuchen, nicht Alkoholiker zu werden“ aus einem einzigen Wort besteht, nämlich: iminngernaveersaartungortussaavunga. Da stand sie auf und verließ das Lokal. Wir waren so frustriert, dass wir uns Kurt Beck zuwandten und ihn ganz lieb in den Arm nahmen.

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Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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