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Sonntag, 12. Februar 2012
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Herzblatt-Geschichten Immer schön locker bleiben

13.06.2010 ·  Lena Meyer-Landrut ging als Kind in die „Igelchengruppe“ - Til Schweiger würde sie trotzdem casten. Die entscheidende Rolle in Sophia Thomallas Leben spielt ihre Mutter Simone: Sophia hat sich ihr Konterfei tätowieren lassen. Minister „Rumpelstilzchen“ Karl Theodor zu Guttenberg hat ganz andere Sorgen.

Von Jörg Thomann
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Das philosophische Manifest der Woche druckt die aktuelle. Das Leben, so viel wussten wir bereits, ist eine Pralinenschachtel (Forrest Gump), eine Baustelle (Wolfgang Becker) und ein Quiz (Hape Kerkeling). Die aktuelle-Chefredakteurin Anne Hoffmann öffnet in ihren „Montags-Gedanken“ unseren Horizont noch weiter: Sie konstatiert, dass das ganze Leben „ein bisschen wie ein Strickstrumpf“ ist. Auch beim Stricken nämlich müsse man auf Ausgewogenheit achten, auf die rechten Maschen, die „Glatten“, die linken, die „Verkehrten“ folgen lassen und die Sache „auf keinen Fall zu verkrampft angehen“, sondern „schön locker bleiben“. Anders als beim „Lebens-Strickmuster“ indes könne man beim Stricken immerhin „im Notfall alles auftrennen und von vorne anfangen“.

Das erscheint uns sehr einleuchtend, vor allem wenn wir die Titelstory betrachten, die sich die aktuelle in dieser Woche zurechtgestrickt hat: „Exklusiv! Ganz privat! Daheim bei Lena! Das Glück – Die Tränen – Der Schwur der Mutter“. Schön locker wird hier „ganz privat“ so umdefiniert, dass hier natürlich nicht Lena selbst spricht, sondern die aktuelle-Reporterin vor ihrem Wohnhaus herumsteht. Ganz unverkrampft hat sie auch in der Firma von Lenas Mutter angerufen und sich sagen lassen, dass diese nicht im Hause sei. Was aber hat die aktuelle exklusiv? Die Info, dass Lena im Kindergarten in der „Igelchengruppe“ war. Dass Lisa Angelstein, eine Passantin, mit Lena gefiebert hat. Dass Maria Siemer-Kutsche, eine weitere Passantin, Lena toll findet. Dass Müslüm und Özgür aus der Dönerbude Lena für „’ne super Braut“ halten. So ist es, das Strickmuster für aktuelle-Schlagzeilen – eine echte linke Masche. Wir empfehlen: wieder auftrennen und von vorn anfangen.

„Seien Sie doch einfach locker“

Auch Til Schweiger, 46, macht sich über Lena Gedanken. Sie sei wie eine „junge Nora Tschirner“, sagt Schweiger der Bunte eingedenk dessen, dass die alte Nora Tschirner schon 29 ist, und verspricht: „Hätte ich eine Rolle für sie, die altersmäßig passt, würde ich sie sofort casten.“ Wer Schweigers Filme kennt, der ahnt, welche Rolle er für altersmäßig passend hielte: die der Liebhaberin von Til Schweiger. Jung geblieben ist auch Mariah Carey, 41. Ihr New Yorker Penthouse ist in Gold und Pink eingerichtet, entnehmen wir Gala: „Ihre Hello-Kitty-Sammlung nimmt dort ein Extrazimmer ein.“ Da würden wir gern mal unsere Tochter, 5, vorbeischicken, die beiden würden sich prima verstehen. Rod Stewart wiederum, 65, bucht laut Echo der Frau stets ein Extrazimmer, weil er „seine Spielzeug-Eisenbahn mit auf Tournee“ nimmt.

Jünger, als sie sich fühlt, ist Annelie F. (51) aus Bremen, die bei der Psychologin von Das goldene Blatt um Rat sucht, weil sie nicht weiß, ob sie sich in den Mantel helfen lassen soll – schließlich gehöre sie „zu der 68iger-Generation“ (sprich: Achtundsechzigiger-Generation?). Die Psychologin, ganz im Sinne von Anne Hoffmann, rät: „Seien Sie doch einfach locker.“ Wir aber rechnen nach: Im Jahre 1968ig waren Sie, Annelie F., 51, höchstens zehn Jahre alt. Früh übt sich, was eine Generation werden will!

Permanente Gegenwart der Schwiegermutter

Die heutige Jugend ist ja leider wenig rebellisch. So hat sich Sophia Thomalla, 20, „den Namen, das Geburtsdatum und das Porträt meiner Mutter auf die Innenseiten meiner Arme tätowieren lassen“, zitiert sie Das goldene Blatt. Wer sich nie entscheiden konnte, ob er sich lieber an die RTL-Tanzmaus heranmachen soll oder an ihre propere Mutter Simone, der weiß jetzt: Halte dich an die Tochter, dann hast du praktisch einen flotten Dreier. Ob Sophias Zukünftiger freilich über die permanente Gegenwart der Schwiegermutter so glücklich sein wird, ist eine andere Frage. Immerhin dürfte er nicht so schnell deren Geburtstag vergessen.

Eine publizistische Großoffensive hat die Schauspielerin Susanne Kellermann, 33, gestartet, die in diversen Blättern erklärt, sie sei „die offizielle Freundin“ des verheirateten Fritz Wepper, 68. „Dann gab es den Moment, als wir uns verabschiedet haben“, schwärmt sie in Bild von der entscheidenden Begegnung: „Er hat nichts gesagt, nur seine Hand auf sein Herz gelegt. Da ist der Funke übergesprungen.“ Wir hoffen nur, dass es sich nicht um ein Missverständnis handelt: Womöglich hat der alte Herr in Wahrheit eine Herzattacke gehabt.

Nun eine Frage an Das neue Blatt: Kann man wirklich, wie du es im Fall von Angela Wiedl und Uwe Erhardt tust, von einer „heimlichen Verlobung“ schreiben, wenn du das Ganze auf einer Doppelseite mit vielen Fotos dokumentierst? Wir meinen: nein. Eine gute Nachricht gibt es für Horst Köhler: Auch als Expräsident darf er laut Bunte seinen Dienstwagen ins absolute Halteverbot stellen, ohne ein Knöllchen zu bekommen. Wenn er also künftig mal wieder auf der falschen Position ist, muss er wenigstens keinen hohen Preis dafür zahlen. Bestürzt hingegen hat uns, dass jemand Minister zu Guttenberg als „Rumpelstilzchen“ bezeichnet hat – und zwar, so die Bild-Zeitung, „ein wichtiger Ministerkollege aus der CDU“. Es soll dann aber doch nur Roland Pofalla gewesen sein.

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