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Herzblatt-Geschichten Er war so peinlich

Die Herzblatt-Redaktion steigert sich diese Woche in Neid und Eifersucht hinein. Denn Playboy-Erfinder Hugh Hefner lebt mit sieben Frauen auf einmal zusammen. Und Schlagersänger Christian Anders hat 2000 weibliche Wesen beglückt.

© F.A.Z. Vergrößern

Ist Ihr Leben derzeit auch so unangenehm wie unseres? Noch immer räkelt sich unsere schöne Assistentin Marija mit ihrem kroatischen Luxuskörper unter der Sonne Acapulcos und schickt uns dann und wann Strandfotos per SMS. Das allein ist hart genug. Aber auf dem letzten Bild war am Rande ganz eindeutig eine Männerhand auf ihrer Schulter erkennbar. Grrr!

Um unseren Neid und unsere Eifersucht noch zu steigern, stießen wir in 7 Tage auch noch auf die Nachricht, dass der Playboy-Erfinder Hugh Hefner (80) zum dritten Mal heiratet, nämlich seine Gespielin Holly Madison (27, der Name wahrscheinlich ebenso getunt wie ihre Brüste).

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Das mit der Hochzeit ginge ja noch, wenn das Blatt nicht schriebe, Hugh „lebte bislang mit Holly und zwei weiteren Freundinnen zusammen“. Und bei Wikipedia ist zu lesen, dass er bis März 2005 sogar „mit sieben Frauen im Alter von 18 bis 28 Jahren“ Tisch und Bett teilte. Also, das ist doch eine echte Sauerei. Was wollen diese alten Knaben nur mit den jungen Dingern, wir verstehen das nicht.

„Der Drang, die unnahbaren Blonden zu beherrschen“

Manchmal freilich ist es auch nicht die schiere Fleischeslust, die alte Herren zur Jugend zieht. Bei Alfred Hitchcock war es wohl mehr die Macht. Seine schöne Darstellerin Tippi Hedren aus dem Klassiker „Die Vögel“ (1963) analysiert in Das Goldene Blatt die seltsame Seelenarchitektur des Regisseurs: „Seine Vorliebe für Blondinen resultierte aus dem Drang eines kleinen, unattraktiven, dicklichen Mannes mit einem Minderwertigkeitskomplex, uns, die kühlen, unnahbaren Blonden, zu beherrschen. Das gelang ihm ja meistens auch vorzüglich.“

Sehr viel angenehmer ist da doch der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (60). Er scheint auch gar kein Machtmensch zu sein, denn auf die Frage von Bunte, ob er weiter gehende Ambitionen hege, antwortet er gemütlich: „Nein. Kanzlerin kann ich nicht werden, und der Papst kommt schon aus Deutschland.“

„Jeder Tag mit Dir macht süchtig“

Weniger nett ist offenbar der Schriftsteller Franz Xaver Kroetz (61), der sich erst in eine 45 Jahre alte Hotelbesitzerin verliebte, sich dann aber abrupt von ihr trennte. Nun hat die Hotelbesitzerin alles an Bunte verpetzt und gibt sich auch sonst kämpferisch. Wenn er jetzt vor ihr sitzen würde? „Dann würde ich ihm einen Schweinsbraten um die Ohren hauen.“

Weniger militant gibt sich wieder einmal Hansi Hinterseer, die Oberschmalzbacke der Volksmusik. Alle naselang gibt es in der Doofpresse so viele Berichte über seine Treue zu Gattin Romana, dass man beginnt, an eben jener Treue zu zweifeln. Aber Das Neue Blatt darf jetzt sogar aus einem Brief Romanas an ihren Gatten zitieren: „Für jede einzelne Stunde mit Dir bin ich dankbar. Jeder Tag mit Dir macht süchtig.“

Also, das ist jetzt vielleicht doch ein bisserl übertrieben, oder? Wir persönlich sind ja zum Beispiel von unserer Redaktionsassistentin Marija auch immer ehrlich begeistert gewesen, vor allem wenn sie im Büro ihren Bikini trug, aber dass wir nun für jede einzelne Stunde nachgerade dankbar gewesen wären - nee, man soll gerade in Liebesdingen immer aufrichtig bleiben. So, wie es in Bunte die Berliner Steuerberaterin Birgit Diehn tut.

„Christian Anders? Das ging gar nicht!“

Sie hat soeben den Schlagersänger Christian Anders (62) geheiratet, über den ja jeder denkt: Rad ab. Aber lesen Sie selbst, Frau Diehn ist herrlich ehrlich. In einem Berliner Lokal hatte sie ihn kennengelernt.

Er gleich: „Meine Wohnung ist um die Ecke. Willst du nicht mitkommen?“ Sie ließ ihn stehen: „Christian Anders? Das ging gar nicht! Sein Ruf, seine unsäglichen Lieder, sein Aussehen. Ich war entsetzt, dass er es auch nur gewagt hatte, mich anzubaggern.“

Wir hauen ihm 2000 Schweinsbraten um die Ohren

Doch der Mann, der mehr als zwanzig Millionen Platten verkaufte, gab nicht auf, sondern kam unter dem Vorwand, eine steuerliche Beratung zu brauchen, in Frau Diehns Büro: „Ich bin sofort mit ihm ins nächste Café gegangen aus lauter Angst, dass irgendein wichtiger Mandant auftaucht. Meine beiden Söhne haben anfangs genauso reagiert wie ich. Sie fanden Christian einfach nur peinlich.“

Wie aber hat er es dann geschafft? Nun, steter Tropfen höhlt den Widerstand: „Er war immer da, höflich, reizend, zuvorkommend.“ Im übrigen kann man Christian Anders als erfahrenen Ehemann ja sicherlich empfehlen. Er bestreitet in Bunte jedenfalls nicht, mit rund 2000 Frauen im Bett gewesen zu sein.

Mein Gott, Hugh Hefner lebt mit sieben Frauen auf einmal zusammen, Christian Anders hat 2000 beglückt, und wir? Wir sind assistentinnenseelenlos allein, fahren jetzt aber zum Landeskriminalamt nach Wiesbaden, lassen dort das Foto mit der Hand auf Marijas Schulter analysieren, und wenn es sich um die Hand eines älteren Lüstlings vom Typ Christian Anders handelt, fliegen wir nach Acapulco und hauen ihm 2000 Schweinsbraten um die Ohren.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

 
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