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Helene Fischer : Die Frische der Tannennadel

Helene Fischer Bild: Mutter, Anna

Vom Schlagerküken zur Entertainerin im Hochglanzformat: Helene Fischer ist sehr erfolgreich. Ihr Image: Makellos - und trotzdem normal. Gibt es bei dieser Frau keine Abgründe? Eine Begegnung im Zug.

          Ein Blick in das von Helene Fischer herausgegebene Hochglanzmagazin „Paradies“ genügt, um zu wissen, wie die Schlagersängerin sich selbst gerne sieht und wie sie von anderen gerne gesehen werden möchte: als eine Frau, die in viele Rollen schlüpfen kann, aber doch immer die eine bleibt - patent statt prätentiös, lebenslustig statt lebensgierig, eher hübsch als schön. Die Bilder des Magazins - Helene beim Mountainbikefahren, Helene beim „Büffeln“ von Englisch-Vokabeln, Helene „zum ersten Mal“ in New York - sind offensichtlich aufwendig produziert. Am Geld fehlt es der Sängerin, die mit ihren 28 Jahren bereits auf mehr als 50 Gold- und Platinauszeichnungen kommt und zudem vier „Echos“ und die „Goldene Kamera“ gewonnen hat, ja auch nicht.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Und selbst wenn sich bei Fischer auf den Fotos trotz aller Aktivität nie auch nur die kleinste Spur von Schweiß oder Schmutz zeigt, so lautet die wichtigste Botschaft doch: Ich bin eine von euch. Der lange Weg zu unserem Interview und der noch längere zu dem dazugehörigen Foto - „Drucken Sie doch unsere schönen Bilder aus dem ,Paradies’“ - schien dazu allerdings nicht recht zu passen.

          Zunächst übertrafen sich gleich zwei Agenturen, die sich um Fischers Vermarktung bemühen, darin, hervorzuheben, wie beschäftigt und begehrt ihr Goldschatz sei; später konnten sie gar nicht genug bekräftigen, wie glücklich man nun doch sein müsse, dass es trotz des Drehs fürs „Traumschiff“ und vieler anderer Verpflichtungen mit einem Helene-Termin geklappt hat, und dann auch noch im ganz intimen Rahmen, auf einer Zugfahrt vom Frankfurter Flughafen nach Köln, wo Frau Fischer sogar noch einen Auftritt bei der „Schlagernacht“ von WDR 4 in der Kölner Lanxess-Arena haben würde, bei dem man selbstverständlich auch mit dabei sein dürfe.

          Die Überraschung ist daher nicht gerade klein, als sich herausstellt: Helene Fischer ist - oder wirkt zumindest - ziemlich genau so, wie sie vorgibt zu sein. Nicht zickig zum Beispiel. Gescheit, professionell, humorvoll. Das merkt man, wenn man komische Fragen stellt und doch ganz vernünftige Antworten bekommt.

          Sie sehen sehr gut aus, sind aber relativ klein. Wären Sie gern größer?

          „Keine Frau findet sich perfekt. Bei mir ist es die Größe. Aber ich trage dann eben hohe Schuhe, damit ich nicht ganz untergehe, das geht also. Aber wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann würde ich schon sagen: Ein paar Zentimeter mehr wären schön.“

          (Eine andere komische Frage, wieder mit vernünftiger Antwort:) Trinken Sie Alkohol? Man hört über die Schlagerbranche ja so einiges . . .

          „Ja, natürlich, ab und zu jedenfalls, ein Glas Wein zum Essen oder einen Cocktail, wenn ich mal mit Freundinnen unterwegs bin. Das, was wir machen, ist letztlich auch ein Job, und wenn man dann die Bühne verlässt, dann ist man ein privater Mensch und kann machen, was man will. Wenn jemand, der noch sehr jung ist, mal morgens um fünf aus der Bar fällt, das finde ich gar nicht so schlimm, das gehört ja irgendwie auch dazu. Bei uns und selbst im Popbereich gibt es aber auch viele ganz Bodenständige, von denen man vielleicht denkt, die müssten doch das Hotelzimmer auseinandernehmen, die aber tatsächlich keinen Tropfen Alkohol anrühren. Dieses Klischeedenken, das In-Schubladen-Stecken, das ist manchmal ein bisschen mühsam.“

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