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Genesis-Preis : Helen Mirren glaubt an Israel

Helen Mirren am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Jerusalem Bild: dpa

In den sechziger Jahren hat sie mal in einem Kibbuz gearbeitet. Jetzt ist Helen Mirren für eine Preisverleihung wieder in Israel – und wendet sich gegen Kritiker des Landes.

          Eigentlich wollte sich Helen Mirren ganz aus der Politik heraushalten. Doch das Referendum in ihrem Heimatland holte die britische Schauspielerin auch in Israel ein. „Ich habe dafür gestimmt zu bleiben“, sagte sie. Die Oscar-Preisträgerin, unter anderem bekannt aus „Die Queen“, ist gegen einen EU-Austritt Britanniens.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Auch die Tatsache, dass sie am Donnerstag in Jerusalem die Verleihung des Genesis-Preises moderiert, hatte Fragen aufgeworfen. Aber Helen Mirren hält nichts von den Aufrufen, Israel wegen der Besetzung der Palästinensergebiete zu boykottieren, denen sich schon zahlreiche Künstler angeschlossen haben. „Ich glaube an Israel. Es ist ein außerordentliches Land mit sehr außerordentlichen Menschen“, sagte sie im Jerusalemer Presseclub. Künstler müssen ihrer Ansicht nach kommunizieren und Brücken bauen.

          Mit dem Genesis-Preis, den manche den jüdischen Nobelpreis nennen, zeichnet der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Donnerstagabend den amerikanischen Violinsolisten Itzhak Perlman aus. Der in Israel geborene Musiker ist nach dem ehemaligen New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg und dem Hollywood-Schauspieler Michael Douglas der dritte Preisträger. Wie seine Vorgänger will der Geiger das Preisgeld von einer Million Dollar für philanthropische Zwecke verwenden und es für Musikerziehung und die Unterstützung behinderter Menschen einsetzen.

          Sie arbeitete in den sechziger Jahren in einem Kibbuz

          Helen Mirrens Beziehung zu Israel reicht weit zurück. 1967 reiste sie mit ihrem damaligen Freund, einem britischen Schauspieler, zum ersten Mal in das Land. Nach einem Besuch in Jerusalem arbeiteten sie in einem Kibbuz, in dem Mirren in der Küche dreckige Töpfe und Pfannen spülen musste. Es sei „eine wunderbare Zeit“ gewesen, erinnerte sich die von der britischen Königin in den Adelsstand erhobene Schauspielerin. Sie kehrte danach immer wieder nach Israel zurück und drehte dort auch Teile der englischen Version des israelischen Agententhrillers „Eine offene Rechnung“: Als Mossad-Agentin jagte sie Nazis, um ihnen in Israel den Prozess zu machen.

          Die Vergangenheit beschäftigte sie auch im Hollywood-Film „Die Frau in Gold“, in dem es um die Rückgabe des gleichnamigen Gemäldes von Gustav Klimt geht. In Washington nahm sie an einer Anhörung des Justizausschusses des amerikanischen Senats teil, um einen Gesetzentwurf zu unterstützen, der den rechtmäßigen Eigentümern von Raubkunst dabei helfen soll, ihre von den Nazis geraubten Kunstwerke leichter zurückzubekommen.

          Die Filmrolle habe ihren Blick für diese Frage geschärft, sagte Helen Mirren, die selbst nicht jüdisch ist. Ihre Familie stammt aus Russland. Von dort musste sie vor der Revolution fliehen und verlor alles. Als sie in England aufwuchs, habe die Familie den Blick nur nach vorne gerichtet. Je älter sie wurde, desto besser habe sie verstanden, wie wichtig es ist, sich der Vergangenheit zu stellen und sie nicht zu verdrängen, sagte die Schauspielerin, die im Juli 71 Jahre alt wird.

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