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Halle Berry und Tom Hanks „Ich wäre gern ein Tier“

Halle Berry und Tom Hanks sind derzeit im Film „Cloud Atlas“ gemeinsam im Kino zu sehen. Im FAZ.NET-Interview philosophieren die beiden Hollywood-Stars über Reinkarnation und Reisen zum Mars, zwanghafte Küsser und „Wetten, dass ..?“, Kunst und Einsamkeit.

© dapd „Ich wäre nicht gern die Beute, ich wäre gern das Raubtier“: Tom Hanks und Halle Berry sind gemeinsam im Film „Cloud Atlas“ zu sehen.

Tom Hanks, leger in Hemd und Hose, mit Brille vor den aufmerksamen Augen, hat sich noch nicht gesetzt, da fängt er schon an, in der Zeitung zu blättern, die vor ihm auf dem Tisch liegt. „Hi, I’m Tom“, hatte er zuvor gesagt und mir die Hand entgegengestreckt. Halle Berry, ruhiger als ihr Kollege und im schwarzen Kleid, sehr klar und schön, nimmt neben ihm Platz. Wir sitzen in einem Saal in einem teuren Berliner Hotel, der noch ein Stück deprimierender ist als sonst bei Presseterminen: leer bis auf ein paar Stühle an den Rändern und drei, vier Tischen mit Kaffee und Getränkeflaschen.

Ich habe Ihnen mal die Zeitung mitgebracht, für die ich arbeite. Sie sehen so viele Leute heute, alle 15 Minuten jemand anderen, da wollte ich, dass Sie wenigstens wissen, woher ich komme.

Hanks: (hat das Interview mit Ben Affleck aus der letzten Ausgabe gefunden) Hey, da ist Ben! Ich muss sagen, es ist schön, wieder in Berlin zu sein. Obwohl: Dieses Mal sehen wir davon nur das Innere von Autos und Hotelzimmer.

Und gestern abend waren Sie bei „Wetten, dass . . .?“

Hanks: Ja, ja, yeah. (grinst)

Berry: (lacht)

Als Zuschauer muss ich sagen, mir sank das Herz. Man hat Sie herumgeschoben wie Requisiten.

Hanks: Wir waren - na ja, ich war verwirrt. (zu Berry) Warst du auch verwirrt?

Berry: Ich war über weite Strecken lost in translation. Diese Ohrstecker für die Dolmetscher funktionierten nicht richtig.

Hanks: Ich war ja schon mal in der Show gewesen, ich kannte das.

Berry: Mir hat man gesagt, ich sei auch schon mal da gewesen, aber ich erinnere mich nicht daran.

Hanks: „Mir hat man gesagt, ich sei auch schon mal da gewesen“! (lacht, bis er hustet) Zum Schreien.

Ist das so Ihr Leben: Autos und Hotelzimmer?

Hanks: Die einzigen Male, die ich vorher in Berlin war, das war für kurze, durchorganisierte Pressetermine; einmal war ich auch ganz kurz hier und lief drei Tage lang durch die Stadt. Dann den Film hier zu drehen war phantastisch. Aber wenn man gerade dabei ist, einen Film zu verkaufen, geht es einem wirklich so: „Ich war schon mal in dieser Show?“

Berry: Weil einfach alles so rasend schnell geht. Man hat keine Zeit, irgendetwas wirklich aufzunehmen.

Kinostarts - "Cloud Atlas" © dpa Vergrößern Tom Hanks und Halle Berry im Film „Cloud Atlas“.

Was tun Sie, damit Ihr Leben halbwegs normal bleibt? Mr. Hanks, Sie gehen gerne zu Garagenverkäufen, bei denen Leute gebrauchten Hausrat verkaufen, habe ich gelesen.

Hanks: Ja, tue ich.

Berry: (fängt an zu lachen)

Hanks: Wenn ich die Schilder sehe: „Yard sale“, halte ich an und gehe hin.

Berry: Bist du so ein Hamsterer? (lacht)

Hanks: Ich mag ganz bestimmte Sachen. Wissen Sie, jetzt gerade arbeite ich. Wenn ich nicht arbeite, lebe ich wie Sie.

Wie ist das bei Ihnen?

Berry: Ich versuche es. Aber wir haben in Amerika diese Paparazzi-Kultur, wo gerade Frauen und ihre Kinder jedes Mal, wenn sie nur das Haus verlassen, fotografiert werden, und für meine Tochter ist das eine große Belastung. Auch für mich als Mutter ist es hart, zu sehen, wie sie ausgebeutet wird.

Mr. Hanks, Sie haben dieses Problem nicht.

Hanks: Nun, ehrlich gesagt, ich bin eben keine schöne Frau. Ich bin nur ein Kerl, schon immer. Ich bin nur so ein Schussel. Aber diese Industrie der Bildergangster, die gibt es natürlich.

Berry: In Deutschland habe ich das nicht erlebt; meine Zeit hier war himmlisch, was das betraf. Ich wurde bei der Ankunft fotografiert, aber danach, wenn ich rausging - überhaupt kein Problem.

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