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Gutachter an Familiengerichten Da ist schlechter Rat teuer

 ·  Gutachter an Familiengerichten sind oft ungenügend ausgebildet - doch sie können über die Zukunft von Kindern und Eltern entscheiden. Ihr Geschäft ist höchst lukrativ.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (31)
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Thomas Frieling

Wer sich scheiden läßt

Wer sich scheiden läßt, fügt den Kindern damit immer Leid zu. Was hier zu lesen ist, sind nur bestimmte Auswüchse davon, Thema mit Variationen.
Wer sich darüber zu recht aufregt, hat die beste Chance, es für seine eigenen Kinder zu vermeiden: als Ehepaar und Eltern muß man sich immer wieder klar machen, was wirklich wichtig ist. Failure is not an option! Leute, seid erwachsen! Rauft Euch, aber rauft Euch zusammen. Und schleppt Eure Kinder nicht aus Selbstsucht vor ein Gericht!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.11.2012 16:34 Uhr
Peter Hanhausen

Es ist nicht die Scheidung sondern der Umgang damit

Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder unter elterlichen Trennungen leiden und infolge dessen Störungen entwickeln ist ist zwar deutlich höher, als wenn Kinder in einem konstanten Familienverbund mit Mutter und Vater aufwachsen, aber 1. sind Störungen auch dann nicht ausgeschlossen und 2. sind nicht alle Trennungskinder gestört.

Ich stimme Ihnen zu, dafür zu plädieren Paarkonflikte nicht auf den Rücken der Kinder auszutragen. Dies jedoch scheint jedoch politisch, mindestens mehrfach ideologisch begründet gewollt (siehe: Positionen von Kirchen, Parteien und Lobbyverbänden, wie VAMV, djb, SPD, GRÜNE, LINKE, CDU/CSU, in der aktuellen Sorgerechtsdebatte, sowie die derzeitige Gesetzgebung hierzu; §§ 1626a, 1615l BGB).
Sämtliche Vorgenannte berufen sich auf den hohen Prozentsatz sog. alleinerziehene Mütter und implizieren darüber väterliches Desinteresse und Unvermögen. Es lohnt sich im gleichen Maße für Mütter auf Konflikt zu setzen. Ehe und Scheidung haben damit nichts zu tun.

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Sven Apitz

Antwort

Tja, dasmit einer Scheidung ist nicht zu vermeiden, denke ich. Manchmal ist das halt so und man muß es akzeptieren. Machmal hat man Schuld oder auch nicht. Fakt ist, daß der ungelöste Paarkonflikt, der ja auch in den meisten Fällen zu Scheidung geführt hat, nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird und die Gerichte und Gutachter hier die Situationen nicht unnötig anheizen. Fakt ist, wenn ich Geld hätte, würde ich jedem, der Probleme mit den "Straßengutachten" hat, das Verfahren finanzieren und mit führen. Mal sehen, wie schnell die Gerichte bei dieser Verfahrensflut umdenken würden. Letztlich gaben doch so viele Elternteile nach, weil diese sehen, daß es der Kinder belastet. Und das wiederum führt irgendwann zum Abbruch der Beziehung. Und das ist doch nicht die Lösung. Ich werde für unseren Sohn kämpfen, bis ich nicht mehr kann, oder bis ich irgendwo feststelle, daß Deutschland doch ein Sozialstaat mit Achtung vom Gesetzen und Respekt vor Kidnern ist.

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Esser Oliver

Sachzwänge

Wie sieht es aus der Perspektive des Richters aus? Als ehemaliger Familienrichter habe ich eine Menge Gutachten in Auftrag gegeben - größtenteils in Auftrag geben müssen, weil die oberen Instanzen sie in bestimmten Konstellationen zwingend fordern. In dem weniger dicht besiedelten Gebiet, in dem das Amtsgericht lag, waren drei psychologische Sachverständige tätig, die ich für fachlich wirklich gut hielt. Das Problem: Wenn man bei denen anrief, ob sie eine Begutachtung übernehmen könnten, wiesen sie in der Regel darauf hin, dass sie derart ausgelastet seien, dass sie erst in drei bis sechs Monaten mit der Begutachtung anfangen könnten. Und dann kommt man als Richter ins Grübeln, ob es nicht besser ist, einen weniger ausgelasteten Gutachter zu nehmen, da in vielen Fällen (z.B. Kindeswohlgefährdung) die Zeit drängt. Aus Mangel an Gutachtern bleibt dem Richter faktisch nichts anderes übrig, als Gutachten auch an andere zu vergeben - und die Gutachten dann entsprechend kritisch zu lesen.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.11.2012 08:29 Uhr
Sven Apitz

Hallo Oliver

zugegeben, solch eine Situation ist dann nicht einfach und ich weiß leider nicht in wieviel Fällen ma auf solche extremen Situationen als Richter stößt. Ich persönlich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und muß daher nie mehr zur Arbeit gehen. Was ich damit sagen will, ist, daß ich, wäre ich Richter, vermutlich mal selbst ins Auto steigen würde und mir vor Ort ein Bild machen würde. Sicher ist soetwas leichter gesagt, als getan, und ich weiß nicht, wie sehr Richter unter Leistungsdruck stehen, aber da ich ein betroffener Vater bin und mir die Kinder mit das wichtigstes im Leben, würde ich sicher auch für andere Kinder handeln, als seinen meine. Aber Du hast recht, das ist eine schwierige Situation. Als Richter hat man da eine Verantwortung, die schwierig vorstellbar ist, weil es ja vermutlich nicht um einen, sondern um viele Fälle geht. Ich würde mir daher wünschen, daß alle Gutachter sehr gut wären und dann müßte man nicht zwischen schlechten un guten unterscheiden müssen.

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Esser Oliver

Kommentar

Hallo Sven,
im Sorgerechtsstreit zwischen Eltern mag im Einzelfall einiges für den Herzspezialisten sprechen. Richtig schwierig wird's, wenn das Jugendamt wegen - vermeintlicher - akuter Kindeswohlgefährdung das Kind außerhalb der Familie unterbringen will. Wenn zumindest irgendwelche Anzeichen für eine tatsächliche Gefährdung vorliegen, wird man als Richter das Kind zunächst aus der Familie nehmen müssen. Aber soll man dann einen Gutachter beauftragen, der erst in sechs Monaten seine Arbeit beginnt (und dann noch einige Monate bis zum Abschluss braucht)? In der Zeit ist das Kind nicht bei seinen Eltern und wird ihnen völlig entfremdet. Das sind die Fälle, in denen man dann doch lieber Abstriche bei der Qualität der Gutachter hinnimmt, als ewige Wartezeiten in Kauf zu nehmen!

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Sven Apitz

Kommentar

Hallo Oliver, ist frustrierend, wenn ich Deinen Kommentar lese. Aber ich gebe mal folgendes mit: wenn Du einen Arzt suchst und es bei Dir, sagen wir mal um eine "Herzoperation" gehen würde, würdest Du dann zu einem Spezialisten gehen, der Wartezeit hat, oder zu einem, wo Du gleich dran komst? Richter entscheiden über "Dritte". Das alleine ist sicher schon schwer, aber würden sich diese mehr in die Lage der Betroffenen (und Kinder) versetzen, gelänge es den Richterrn vieleicht sogar vieles ohne Gutachten zu lösen. Ich denke, ein Richter könnte schon sehr wohl in der Lage sein, zu erkennen, ob eine Partei "streiten" will, des Machtspiels wegen, oder obe es wirklcih um eine Bedrohung des Kindeswohls geht. Die Richter, die ich aktiv bisher kennengelernt habe sind eher der Gruppe "is mir doch egal, is nicht mein Kind" anhängig. Ich würde sagen: wenn ein Arzt oder Handwerker oder Psychologe oder Bächer gut ist, hat man halt Wartezeit. Die muß man dann halt so gut es geht überbrücken.

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Sven Apitz

... Fortsetzung

Na ja, 1000 Zeichen sind nicht gerade viel bei einem solch kompexen Thema. Man könnte Bücher und Romane schreiben. Was mich am meisten erstaunt, ist, daß es Gesetze zum Schutz von Titeln gibt. Ja es gibt sogar auch europäische Richtlinien für alle Handwerksberufe, wer sich wie nennen darf. Wir haben sogar ein Podologengesetz. Aber wir haben keine Mindestqualifikation an einen Gutachter, der über das Wohlergehen der wichtigsten "Ressource" der Menschheit entscheidet:unsere Kinder. Ich denke, es wird unterschätzt, was dilletantische "Straßengutachten" für Schäden in der Entwicklung der Kinder, körperlich, wie seelisch anrichten können. Hätte man eine ordentliche Qualifikation der Gutachter, so könnte man zumindest einen Großteil der schwarzen Schaafe reduzieren, wobei ich auch Herrn Luecke zustimmen muß. Diese Gefahr sehe ich auch. Von meiner Gutachterin (Sozialarbeiterin) war der Vater Präsident vom LG und ich stelle mir die Frage, ob ich deswegen keine Chance gegen das Gutachteen habe.

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Andreas Rother
Andreas Rother (Lucas36) - 13.11.2012 09:33 Uhr

Es ist ein Skandal was in Deutschlad passiert

Endlich wird mal offentlich was in Deutschland an der Tagesordnung ist, hier werden in großem Stile Menschnerecht verletzt und alle machen mit, an was denken Gerichte, Jugendämter und Gutachter? Jedenfalls nicht an die Kinder und Eltern.
Es scheint aber das Spieglbild der Geselschaft zu sein das hier deutlich wird.
Für Geld wird alles gemacht, Kinder sind da völlig egal.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.11.2012 13:58 Uhr
Sven Apitz

Antwort

Ja, der schnöde Mammon ist die Triebkraft immer und überall. Das war schon in der Antike so. Man sollte eigentlich meinen, daß Bildung und höhere Intelligenz und auch alle sonstigen Erungenschaften der Gesellschaft zu höheren Werten führen sollten, aber ich denke, das ist ein Trugschluß. Es wird immer und ewig die vomGeld getriebenen und die "korrekten" geben, denen Geld egal ist und denen es ums höhere Wohl geht. Ich habe bisher noch kein Gutachteen gelesen, wo das Kind im Mittelpunkt steht und der Gutachter versucht aus der Kindesperspektive zu schreiben. Was will eigentlich das Kind? Ist es im Sinne des Kindes, wenn ein Gutachter einen Elternteil aus seinem Leben drängt? Wäre es nicht Aufgabe von Gericht und Gutachter, die Konflikte zu lösen (oder es zu versuchten), statt es sich einfach zu machen und einen "auszusperren", nach dem Motto: so, jetzt ist Ruhe. Das hat nicths mit einer sozialen Gesellschaft zu tun. Das ist "Hau drauf". Und die Kinder können sich nicht wehren.

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Sven Apitz

Hoffentlich wird das Thema in der Gesellschaft zu Ende diskutiert und gelöst

Das Thema ist sehr schwierig und eigentlich doch einfach. Ein Studium in Psychologie selbst wird das vermutlich nicht lösen. Es fordert auch die Eignung der Person und eigentlich noch viel wichtiger: meiner Meinung nach solten die Richter über entsprechende Eignung und Zusatzqualifikation verfügen, um Gutachten zu lesen, zu verstehen und Gutachter auszuwählen. Einfach wäre es zu lösen, wenn die Gutachter sich in das Kind versetzen würden und sich die Frage stellen, ob sich das Kind wünscht, daß ein Elternteil aus seinem Leben ausgeschlossen wird. Auch mein Gutachten war nicht neutral, mit der Konsequenz, daß ich unseren Sohn über ein Jahr gar nicht und dann nur betreut und dann wieder am WE und dann wieder nicht sehen konnte. Zwischenzeitlich ist alles etwas besser, aber nur Dank, daß man ausergerichtlich Waffenstillstand geschlossen hat. Das ist nicht im Sinn der Kinder. Im Sinn der Kinder kann nur sein,daß ein Guta. neutral und nicht ein Elternteil bei Rachegelüsten unterstützend ist

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.11.2012 13:20 Uhr
Sven Apitz

Antwort

Hi Oliver,
Du hast Recht,d aß das ein Knackpunkt ist. In meinem Verfahren hat die Richterin, so denke ich, das Gutachten überhaupt nicht verstanden, vielleicht nicht einmal ordentlich gelesen. Sie kam nur zum Fazit. Meine Verhandlung, an dem die Gutachterin anwesend war, dauerte 48 Minunten. Nur in den letzten 10 Minuten durfte ich etwas fragen und die Frage wurde kläglich "abgewürgt" und der Termin mit Hinweis auf die nächste Verhandlung beendet. Meine Fragen zum Gutachten hat das Gericht bis heute nicht beantwortet. Als ich dann erfahren hatte, daß der Vater der Gutachterin Präsident vom LG war, war alles klar. Mir fehlt die Transparenz zur Auswahl des Gutachters total. Mehr noch: Gem. ZPO hat man als Partei ein Recht auf den Qualifikationsnachweis eines Gutachters. Ich habe es in einem Gerichtsverfahren bis zum OLG nicht geschafft, die ZPO umzusetzen. Aber ich gebe nicht auf. Der nächste Gutachterhaftungsprozeß geht dieses Jahr noch raus. Das Sorgerechtsverfahren ist nun beim EUGH.

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Esser Oliver

Zusatzqualifikation, um Gutachten zu lesen

Das ist der entscheidende Punkt: Der Richter muss ein Gutachten lesen können, er muss - was im Jurastudium nicht vermittelt wird - sich das Wissen um die Methodik seiner Gutachter aneignen und insbesondere um die Schwächen der jeweiligen Methoden. Weiterbildungen beispielsweise zur Methodik der empirischen Sozialforschung, zur Verlässlichkeit bestimmter sozialwissenschaftlicher Untersuchungen etc. haben in der Justiz nach wie vor Seltenheitswert. So können bestimmte Untersuchungen - selbst wenn sie wissenschaftlich einwandfrei sind - nur Wahrscheinlichkeiten nahelegen und keine Sicherheiten bieten. Dem in der verwendeten Methodik komplett unbewanderten Richter wird aber nichts anderes übrig bleiben, als dem Gutachter zu folgen. Hier ist die Justizverwaltung gefragt, entsprechende Weiterbildungen anzubilden!

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Ernst Roberts

Ein wirklich guter Vorschlag: Die 5 Weisen

Die Idee der Gerichtinnen ich ja richtig - Richterin sagt: Sie kann die Sache nicht beurteilen, da soll jemand zu den Eltern fahren und sich das anschauen.

Doch so sind die Türen weit auf für Quacksalber, Scharmanen, Möchte-gerne, Geld-Geile, Pseudo-Experten mit Heisse-Luft-Diplomen.

Das Leid der Kinder, Väter und auch Frauen ist dann unglaublich. Da werden Menschen und Familien vernichtet.

Meine Idee: Die 5 Weisen aus dem Hilfe-, Lebens- und Beratungsumfeld der Betroffenen. Geht so:

Kleiner Kreis von 5 "Weisen", realen Personen, z.B. der engagierte Nachbar, die Patentante, der involvierte, gute Lehrer, der Erziehungsberater, der Kinderarzt. Gestandene Menschen.

Wenn ein Elter was möchte, schreibt er 1 Seite auf. Die 5 entscheiden "geheim" und mehrheitlich. Die Sache ist verbindlich.

Vorteil: Menschen, die die Betroffenen wirklich KENNEN! Sachen können schnell entschieden werden. Entscheidungen sind lebensnah.

Und Geld-geile Pseudo-Expertinnen bleiben draussen.

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Peter Hanhausen

Lösungsorientierte Begutachtung

Gutachten die zur Folge haben Elternteile zu vermeintlichen Gewinnern und Verlierern zu erklären sind nichts wert. Wer als Richter/in derartige Gutachten in Auftrag gibt ist an einem Familiensenat schlecht aufgehoben.
Eltern sind gut beraten lösungsorientierte Gutachten, mit dem Ziel der Konfliktbeilegung, durchzusetzen. Elternteilen, die temporär und aufgrund begrenzter Wahrnehmung gegen den anderen prozessieren, kann so am ehesten geholfen werden - folglich auch deren Kindern.

Nicht allein am AG Cochem hat man erkannt, dass eine Abstrafung eines Elternteils nicht nur die elterliche Kommunikation erheblich negativ beeinflusst, sondern auch, dass diese den natürlichen Interessen der Kinder regelmäßig entgegen steht.
Auf der Internetseite von Frau Dr. Karin Jäckel werden die "20 Bitten von Kindern an ihre geschiedenen oder getrennten Eltern" verlinkt. Diese werden u.a. von einigen Familiengerichten übernommen und ich gehe davon aus, nicht in missbräuchlicher Absicht.

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Axel Balsero
Axel Balsero (Balsero) - 12.11.2012 18:09 Uhr

Gutachter-Unwesen : Endlich greift die FAZ das Gutachterwesen auf - dem sich die Justiz in

unkritischer Hörigkeit verschrieben hat, als hätte das UnWesen halbgöttliche Fähigkeiten - + tritt dieses als Gutachten-Unwesen breit. So wird die "Macht der (Un)Sachverständigen fast unbegrenzt“ wegen Richter-Ohnmacht ohne Wissen. Das deutsche menschenrechtswidrige Gutachten- + Familiengerichts-Unwesen ist dem EGMR längst ein Dorn im Auge mit ständigen Ohrfeigen für die Gerichtsbarkeit. Weil damit fast ausschließlich einseitig gegen Väter diskriminierend agiert wird - im GenderMainstreaming. "Jopt glaubt sogar, daß „diese Form von Gutachterei, bei der es darum geht, einen Elternteil zum Guten zu stempeln + einen zum Schlechten, keinem nützt außer den Sachverständigen“. Weil die sich endlose Ketten-Begutachtungen pro Kind an Land ziehen, womit das Kind jahrelang ein SV-Auskommen sichert - oft auf staatliche Verfahrenskostenhilfe auf Kosten des Steuerzahlers. So wie gerade steht das BVerfG bzgl. der Deal-Strafjustiz vor nem Justiz-Scherbenhaufen steht

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K. Peter Luecke

Wenn ich dieses Lamentieren über die angeblich "schlechte Ausbildung" ...

.. von Richtern, Psychologen etc höre, wird mir übel. Mit universitärer Ausbildung hat eine solide Gutachtertätigkeit allenfalls am Rande zu tun. Wichtig ist ein gesunder Menschenverstand - und Unvoreingenommenheit. Sicherzustellen ist auch, dass die Gutachter keiner ideologisierten "Schule" anhängen - etwa als Feministinnen bekannt sind. Und vielleicht sollten es die Familienrichter trotz der wehleidig beklagten "jämmerlichen Ausbildung" auch einfach mal selbst mit simplen logischen Erwägungen, die das Kindeswohl in den Vorergrund stellen, versuchen. Paragrafenreiterei oder eine aus Behördensicht "einfache" Lösung sind da jedenfalls nicht gefragt.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.11.2012 13:27 Uhr
Sven Apitz

Hallo Peter

Voll auf den Punkt gebracht! Das eine ohne das andere ich mehr als Nichts! Und den gesunden Menschenverstand vermisse ich ebenfalls. Ich nehme mehr und mehr Willkür an Gerichten war, was für mich die Frage aufwirft, was dahinter steckt. Gibt es hier soetwas wie einen Masterplan? Man kann sich nirgends über soetwas beschweren. Das ist alles so zeitintensiv und nervenaufreibend und letztlich werden die Kinder immer größer und älter und man verpaßt all die schöne Zeit, weil man beschäftigt ist, an Gerichten zu kämpfen. Beschäftigt man sich etwas mit der Richterideologie, stellt man fest, daß diese eigentlich einen Schwur auf die Wahrheit und Gerechtigkeit abgelegt haben. Nicht auf das Gesetz!! Wo ist die Wahrheit, wenn ich die Wahrheit nicht erkenne, weil ich keinen gesunden Menschenverstand habe und mich durch Gutachten beeinflussen lasse... Man bräuchte Objektivität bei Gericht. Nur das ist denke ich noch ein weiter Weg, bis es diese dort gibt.

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Alexander Baumann

und übrigends...

wenn das die ausreichenden Kritien für Gutachter sein sollten, dann bräuchte man eigentlich keine Gutachter...

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Sebastian Schneider

Und wie, Herr Luecke,

erkennt man bitte "gesunden Menschenverstand"? Ist der den Betreffenden auf die Stirn tätowiert? Soll der Richter mit den infragekommenden Personen in Ruhe einen Kaffee trinken um das zu überprüfen?
Eine ordentliche Ausbildung würde sowohl ungeeignete Personen aussieben, als auch eine objektive und unvoreingenommene Herangehensweise schulen und fördern. Denn ja, das kann man lernen. Abgesehen davon müssen Testverfahren nunmal einigermaßen valide und aktuell sein. Sie würden doch zur Untersuchung Ihres Kopfes auch ein Tomogramm einer prospektiven Trepanation vorziehen, oder?

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Ernst Roberts

Mir kommen Kotzen und Tränen

Ich schreibe leider als Betroffener. Kurz: Frau schlägt Türen ein, entert täglich das Konto, droht mit dem Kind nach Polen abzuhauen.

Gerichtsverfahren ... Gutachterin.

Eine Frau RH nahe Bonn. Kennt die Akte nciht, nicht einmal den Namen des Kindes, kommt jeweils 2 mal 59 Minuten, schreibt dann 9 Seiten: 3 Seiten über den Vater, 3 über die Mutter, 3 Seiten Empfehlungen.

Verwechselt Aussagen des Vaters, der Mutter, stellt Dinge völlig abstrus auf den Kopf, hat für den Gerichtstermin keine Zeit, fährt ein ROTES Auto mit VP - für VERFAHRENSPFLEGERIN in der Mitte.

Das Gutachten ist absoluter Schwachsinn - aber "dem Gericht" - sprich Frauen-Gericht mit wenig Zeit - ist das egal und macht das zur Grundlage.

Folge: Kind kommt nicht zum Vater, sondern halbe/halbe.

Es folgt ein jahrelanger Stellungskrieg, mit Höhepunkt letztes Jahres: Nach gut 40.000 E an die Ex sagte mir die Richterin: Entweder mehr Geld, oder wir reden über "Ihr Sorgerecht, mein Herr"

Noch Fragen?

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Thomas Porombka
Thomas Porombka (thopo) - 12.11.2012 17:15 Uhr

Systemfehler

Wer sich näher mit der Materie beschäftigt, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es machem Richter nicht um die Qualität der Gutachten geht, sondern um deren Aussage. So äußerte ein Familienrichter einmal: "Ich suche meinen Gutachter in Abhängigkeit von dem gewünschten Ergebnis aus."

Nach dem Gesetz muss ein neues Gerichtsverfahren nach einer objektiven, vorherbestimmten Regel einem Richter zugeteilt werden, um Manipulationen vorzubeugen. Genau das brauchen wir auch bei der Gutachterauswahl, z.B. eine Datenbank, die alle Gutachter mit ihren jeweiligen Fachgebietren auflistet, und ein überprüfbares Verfahren für deren Auswahl und Beauftragung. Wer als Gutachter dreimal mangelhafte Arbeit abliefert, wird aus der Datenbank gelöscht.

So könnte zumindest das berühmte "unabhängige Gutachten mit folgendem Ausgang" wirksam bekämpft werden.

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Lars Richter

Vertrackt

Wirklich ein schwieriges Thema. Was das fast taube Kind betrifft, sollte man allerdings festhalten, daß die Verantwortung für den Hörschaden in erster Linie nicht bei einem Gericht, Sachverständigen etc liegt, sondern bei der Mutter.

Es ist für Außenstehende immer extrem schwer, für die Zukunft zu beurteilen, wo ein Kind besser aufgehoben ist, gerade dann wenn nicht einer der beiden Eltern der offensichtlich "Schlechte" ist, sich beide aber trotzdem nicht verständigen können.

Was die Macht der Gutachter betrifft, ist die Sache schon heikel. Das Gericht beauftragt sie ja gerade deswegen, weil es keine Ahnung von der Materie hat. Der, zu dessen Nachteil die Sache ausfällt ist damit auch immer unzufrieden, egal ob das Ergebnis stimmt oder nicht. Es ist also entsprechend schwierig für ein Gericht, sich über ein Gutachten hinwegzusetzen, wenn es nicht ganz offensichtlich Murks ist

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Antworten (8) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.11.2012 08:37 Uhr
Sven Apitz

Hi Oliver,

furchbare Zustände. Dessen war ich mir so nicht bewußt. Wenn einer etwas fordert, sollte er auch bei der Umsetzung helfen. Daß sich die "Obrigkeit" da mal wieder etwas überlegt hat, was "die Kleinen" ausbaden müssen, ist nichts neues. Schwierig wird für mich, ob die da oben eines Tages verstehen, daß Deutschland ohne Kinder den Bach runter gehen wird. Denn ich bin mir sehr sicher, daß die rückgehende Geburtenrate auch etwas mit den Streitereien um Kinder zu tun hat. Mal ehrlich, wie viele Männer kenne ich, die gerne Kinder hätten, aber Angst davor haben, wenn diese sehen, was in deren Umfeld in den Scheidungskriegen passiert. Wir bräuchten in Deutschland einen "Kinderminister", der sich nur um die Belange der Kinder kümmert. Das wäre doch mal was. Ohne Kinder keine Zukunft. Ohne glückliche Kinder auch keine glückliche Gesellschaft. Das denke ich. Bis Du noch tätig, als Anwalt oder an der Uni?

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Esser Oliver

Bauschlosser und Statik

Das Beispiel mit dem Bauschlosser und dem statischen Gutachten ist ja durchaus richtig. Aber die Situation im Familienrecht ist, wenn man das überträgt, ungefähr die: Es ist ein statisches Gutachten erforderlich, und zwar schnellstens. Die Statiker sind für zig Monate ausgebucht. Gleichzeitig verlangt der Bundesgerichtshof vom einfachen Amtsrichter, dass er ein Gutachten einholt. Da hat man dann die Wahl zwischen Pest (Gutachter mit zweifelhaftem Fachwissen) und Cholera (Verzicht auf ein Gutachten, der Beschluss wird deshalb später irgendwann aufgehoben, bis dahin hat man aber - rechtswidrig - Fakten geschaffen, weil man beispielsweise das Kind zwei Instanzen lang "vorläufig" untergebracht hat). Das Problem ist, dass der BGH das Gutachten fordert. Die Kehrseite ist allerdings, dass diese Forderung ja durchaus ihre Berechtigung hat, beruht sie doch auf der Erfahrung, dass viele Amtsrichter in psychologischen Fragen überfordert sind.

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Sven Apitz

Antwort

Stimmt, das sieht man schon am Urteil der Gerichte. Das verweist lapidar aufs Gutachten, ohne daß sich das Gericht die Mühe macht, ordentlich zu begründen. Das wäre doch das mindeste, was man als Bürger erwarten könnte, oder? Ein merhseitiges Urteil, was einem auch zeigt, daß sich das Gericht mit dem Fall beschäftigt hat und man nicth nur eine Schreibtischnummer ist. Dann sollen die meientwegen die Gerichtsgebühren für Familienstreitigkeiten erhöhen, aber zumindest ordentliche und profunde Dinge schreiben. Das ist alles so oberflächlich. Das ist beschämend, wie da die Kinder bei Gericht abgefertigt werden. Eiskalt und ohne Herz und ohne sich damit ausgiebig zu beschäftigen. Unserem damals 3-järigem Sohn hat man nicht mal einen Verfahrenpfleger /-beistand gegeben und erlaubt. Man hielt es nicht für nötig. Beschämend. Einfach nur beschämend, wie wertlos unsere Kinder in den Augen dieser Leute sind.

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Sven Apitz

Antwort

Hi Axel, dem kann man nichts hinzufügen. Ich sehe das genauso. Vielleicht sollte man noch als Zusatz zum Familienrichterberuf Kinder bei dem oder der Richterin voraussetzen. Eineige meiner haben ekine Kinder. Wie können die überhaupt mitreden?

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Sven Apitz

Hi Lars

Na ja, daß sich das Gericht Wissen von außen holt ist nur bedingt o.k. Meiner Meinung nach. Das Gericht sollte über "Grundwissen" verfügen. Wenn es das nicht hat, muß es die Schulbank drücken und lernen. Ein Familienrichter ist sicher mit der verantwortungsfollsten Aufgaben dieser Gesellschaft beauftragt, wenn es um die Kinder geht, eh. Sich da auf die faule Haut zu legen und sagen, ich kaufe mit Wissen zu, geht nicht. Stell Dir mal vor, ein Gericht würde einen Bauschlosser mit einem Gutachten beauftragen, die Statik eines Wolkenkratzers zu bewerten. Ich glaub kein Richter käme auf solch eine Idee. Und kein Bauschlosser würde sich soetwas zutrauen. Mir schrieb ein Psychologieprofessor zu meinem Gutachten (abgekürtzt): "... das Gutachten kann ich nicht beurteilen, da es fachfremd ist. Wäre es ein psychologisches Gutachten, würde ich das erkennen udn könnte es beurteilen ..." Das war ein Schock für mich!

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Esser Oliver

Keine Ahnung von der Materie?

"Gerichte, die keine Ahnung von der zu bewältigenden Materie haben, sollten in der
Rechtspflege nichts zu suchen haben." Die Materie, von der das Gericht Ahnung haben muss, ist das Recht. Menschenkenntnis hilft sicherlich auch, aber ein psychologisches Fachgutachten ist etwas anderes. Ein Gutachter im Sorgerechtsstreit muss sich zigmal mit den Beteiligten treffen, mal mit dem Kind alleine, mal mit den einzelnen Eltern, mal mit Vater und Kind, mal mit Mutter und Kind, alles in vertrauter Umgebung. Das kann ein Gericht schon rein zeitlich nicht leisten. Hinzu kommt, dass der Richter, der sich derart eng mit der Familie befasst, sich schnell hinsichtlich seiner Unparteilichkeit angreifbar macht. (Ich gebe zu, im Ergebnis ist es auch nicht besser, wenn der Gutachter parteiisch ist und der Richter sich auf das Ergebnis blind verlässt. Und an der Stelle ist der Verweis auf die richterliche Qualifikation zutreffend: Das Gericht muss sich wirklich kritisch mit dem Gutachten auseinandersetzen!)

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Alexander Baumann

sehe ich auch so..

die Gerichte machen es sich oft zu leicht, ein Richter währe schon verpflichtet sich mit einem Gutachter und einem Gutachten intensiv auseinanderzusetzten,
was in der Regel eher nicht der Fall ist.

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Axel Balsero
Axel Balsero (Balsero) - 12.11.2012 20:57 Uhr

Das Gericht beauftragt sie ja gerade deswegen, weil es keine Ahnung von der Materie hat."

Gerichte, die keine Ahnung von der zu bewältigenden Materie haben, sollten in der
Rechtspflege nichts zu suchen haben.
Die sind dort fehl am Platz, weil sie zu bequem bis faul zu sein scheinen, sich
über die Materien "schlau" zu machen.

Insbesondere im Internet-Zeitalter.

Wer mit 2 juristischen Staatsexamen von menschlicher und kindlicher Psyche
null Ahnung hat, selbst wenn er/sie selbst Kinder hat, der dürfte für Kindererziehung/betreuung selbst ungeeignet sein.

Da GutachterINNEN auch nur mit Psyche-Wasser kochen, kann es für einen
vernünftigen Akademiker kein Ahnungslosigkeits-Ding der Unmöglichkeit sein,
Phrasen-Gutachten-Spreu vom Gutachten-Weizen zu trennen.

Es sei denn er ist ein juristischer Fach-Idiot mit Scheuklappen vor den Augen.

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12.11.2012, 15:27 Uhr

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