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Glücksstudie Max Mustermann führt ein glückliches Leben

 ·  Zum zweiten Mal stellt die Deutsche Post ihren „Glücksatlas“ vor: Den Deutschen geht es so gut wie nie, denn die einstige „Glückslücke“ zwischen Ost- und Westdeutschland schließt sich.

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© dpa Die glücklichsten Menschen lebten lange in einer Partnerschaft, sind mittlerweile glücklich mit ihrem Partner verheiratet und könnten Kinder haben

Wie die glücklichste Deutsche heißt, das ist unbekannt. Doch sonst weiß man recht viel über sie. Sie erfreut sich sehr guter Gesundheit, war lange in einer Partnerschaft und ist nun glücklich verheiratet, sie treibt mit Freunden regelmäßig Sport, kehrt abends in eine Wohnung zurück, die ihr selbst gehört, und vor dem Schlafengehen wird sie vielleicht noch ein wenig arbeiten, wenn sie Lust dazu hat. Reich ist sie nicht, genauso wie es ihre Nachbarn nicht sind. Kinder könnte sie haben.

Falls ihr Mann ein ebensolches Leben führt, ist er fast so zufrieden wie sie. In diesem Szenario des Alltags verstecken sich die sechs wichtigsten „Glücksbringer“. Erst auf dem siebten Platz liegt die Gehaltserhöhung, und erst auf den Plätzen acht bis zehn geht es um Freizeit, die in Diskos, Theatern und Kirchen verlebt wird. Dieses Ranking vermeldete am Dienstag die Deutsche Post, die in Berlin zum zweiten Mal den „Glücksatlas“ für Deutschland vorgestellt hat.

Der Gegenentwurf zum Wohlstandsindikator BIP

Seinetwegen wurde die Post schon im vergangenen Jahr belächelt. Doch albern ist die Studie, die der Freiburger Volkswirtschaftler Bernd Raffelhüschen zusammen mit Klaus-Peter Schöppner von dem Umfragedienstleister TNS Emnid leitet, nicht. Der „Glücksatlas“ vermisst die subjektive Lebenszufriedenheit der Deutschen und ist als Gegenentwurf des bislang unangefochtenen Wohlstandsindikators, des Bruttoinlandsprodukts (BIP), konzipiert.

Würde man aus den Ergebnissen des BIP eine verständliche Alltagsszenerie ableiten, könnte man den Deutschen, der innerhalb eines Jahres am meisten zum Wirtschaftswachstum beitrug, danach befragen, wie viele Autos er zu Schrott fuhr, wie viel Nahrungsmittel er in den Mülleimer warf und wie viel er als Industriearbeiter produzierte. All das treibt das BIP in die Höhe.

In der volkswirtschaftlichen Rechnung kann allerdings nur schwer zwischen konstruktiven und destruktiven Aspekten der Wertschöpfung unterschieden werden. Für Nachhaltigkeit gibt es keinen Maßstab. Im Vergleich dazu ist die Frage nach dem Befinden eines Menschen nicht nur sinnvoll, sondern auch praktikabel.

Die Zahlen des „Glücksatlas“ ruhen auf dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (Allbus) und Sonderbefragungen durch Emnid und das Institut für Demoskopie Allensbach. Die Sonntagsfrage der Glücksforscher lautet: „Wenn Sie einmal alles in allem nehmen, wie zufrieden sind Sie insgesamt zurzeit mit Ihrem Leben?“ Auf einer Skala, die zwischen „ganz und gar unzufrieden“ und „ganz und gar zufrieden“ zehn Grade unterscheidet, wählte fast ein Drittel der Deutschen die Acht.

Der Durchschnitt der 1608 erfragten Stimmen liegt bei dem Wert Sieben. Jeder zehnte sagt, sein Leben könnte nicht besser sein. Wirklich unzufrieden sind weniger als fünf Prozent. 95 Prozent entschieden sich für einen Wert höher als vier. Die Forscher beurteilen die Zufriedenheit der Deutschen als hoch, sie liegt jedoch geringfügig niedriger als 2011 und im europäischen Mittelfeld auf Platz 9 von 29. Die drei letzten Plätze belegen Portugal (4,4), Griechenland (4,1) und Bulgarien (4,0).

Die „Glückslücke“ wurde marginalisiert

Die durchschnittliche Zufriedenheit der Deutschen blieb die vergangenen zwanzig Jahre stabil. Der Wert für Ostdeutschland stieg um einen Punkt, so dass die „Glückslücke“ zwischen Ost- und Westdeutschland inzwischen marginalisiert wurde. Die innerdeutschen Unterschiede fallen insgesamt niedrig aus: Die Zufriedenheit ist in Hamburg am höchsten, in Sachsen-Anhalt ist sie am geringsten.

Die Lücke zwischen beiden Ländern beträgt jedoch nur 0,67 Punkte. Die Ergebnisse der Sonderbefragung von 3.800 Personen zum Leben in der Stadt fallen deutlicher aus. Wieder führt Hamburg auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten mit 84,4 Punkten vor Düsseldorf und Dresden. Essen ist mit 68,5 Punkten abgeschlagen.

Was mit den Zahlen nun anzufangen sei, bleibt offen. Als zentrales Maß für den gesellschaftlichen Fortschritt seien auch sie nicht zweckmäßig, merken die Forscher an.

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