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Genesis über die Frage, ob sie „klassisch“ sind : „Da geht es doch auch um die Ewigkeit“

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Gipfeltreffen in London: Das Personal von „Genesis” bei dem Versuch, die eigene Rolle zu identifizieren Bild: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

Phil Collins, Tony Banks und Mike Rutherford von Genesis haben im Gespräch mit unserem Autor versucht, ihre eigene Rolle zu definieren. Außerdem reden sie über Madonna, die Schere im Kopf und die Sehnsucht nach Einfachheit.

          Phil Collins, Tony Banks und Mike Rutherford von Genesis haben im Gespräch mit unserem Autor versucht, ihre eigene Rolle zu definieren. Außerdem reden sie über Madonna, die Schere im Kopf und die Sehnsucht nach Einfachheit.

          Meine Herren, der Gegenwartskomponist Pierre Boulez hat einmal gesagt, dass er sich nicht sicher sei, welche Musik in hundert Jahren klassisch sein wird - seine oder die von Madonna. Was glauben Sie?
          Banks: Eines kann ich ziemlich sicher sagen: Madonna wird wohl kaum klassisch werden. Denn was ist schon klassisch? Doch das, was bleiben wird, oder? Madonna ist eine geniale Erscheinung, aber weniger durch ihre Musik als durch das, was sie jenseits ihrer Musik für ein Image aufbaut. Für mich ist sie das Gegenteil von klassisch - vielleicht modernistisch.
          Collins: Mensch, Tony, jetzt wirst du aber gleich am Anfang ziemlich persönlich.
          Banks: Na ja, aber es geht doch auch um die Ewigkeit. Also gut, ich glaube, dass jemand wie Brian Wilson von den „Beach Boys“ klassisch ist, weil er wirklich Bleibendes geschrieben hat und auch technisch interessant war - er hat als Erster Innovationen wie einen Acht-Kanal-Multitrack benutzt.


          Also reden wir nicht länger um den heißen Brei herum: Sind Genesis klassisch?
          Banks: Da kann ich nur mit Boulez antworten: Ich weiß es nicht. Wir selbst denken nicht in der Kategorie des Klassischen. Schließlich machen wir Rock - und da zählt nur die Gegenwart und nicht das, was in der Zukunft vielleicht Vergangenheit sein wird. Mir kann auch niemand erzählen, dass Beethoven für die bürgerlichen Konzertbesucher unserer Zeit geschrieben hat. Er wollte die Leute seiner Zeit erreichen. Was danach kam, war Zufall oder Beweis der Stärke seiner Musik.

          Lustigerweise haben Sie einmal Mahler, Debussy und Rachmaninow als Vorbilder für Genesis genannt.
          Banks: Aber wir haben nicht dagesessen und überlegt, wie man Rachmaninow in die Zukunft übersetzen könnte. Am Anfang von Genesis ging es darum, neue Formen des musikalischen Erzählens zu finden. Und, ja, wir wollten etwas Episches schaffen, Rock, der sich Zeit nimmt, einen Gedanken oder ein Gefühl auszuformulieren. Bei dieser Überlegung spielte klassische Musik natürlich auch eine Rolle.

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          Sie reden besonders von der Anfangszeit mit Peter Gabriel, als Sie noch legendäre Konzeptalben wie „The Lamb Lies Down on Broadway“ gemacht haben. Als Sie, Phil Collins, kamen, wurden die Stücke wieder kürzer. Gleichzeitig wurde die Stage-Show größer. Der Pop wurde zu einer Form der großen Oper.

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