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Veröffentlicht: 24.11.2016, 12:39 Uhr

Melanias Geburtsort Hier könnten sich Trump und Putin treffen

Sevnica ist reichlich genervt von Journalisten. Die Gemeinde mitten in Slowenien ist schließlich der Geburtsort von Melania Trump. Wie hoch wird erst das mediale Interesse sein, wenn sich hier die beiden mächtigsten Männer der Welt gegenüberstehen?

von Karl Peter Schwarz, Sevnica
© AP An der Save: Sevnica liegt idyllisch am Fluss – die Industriezone ist nicht im Bild.

Die Torte Melanija ist ein Meisterwerk der slowenischen Konditorenkunst: Nüsse, Mandeln, Karamell und vor allem viel, unglaublich viel weiße Schokolade – in der Tortenmasse und zur Krönung noch einmal in einer mit Essgold verzierten dünnen Folie, deren kühner Schwung an die Donald-Trump-Tolle erinnert.

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In der Konditorei Julia am Freiheitsplatz Nummer 1 fand sie schon am Tag nach der amerikanischen Präsidentenwahl reißenden Absatz, als man anderswo in Europa noch in Schockstarre verharrte. Für drei Euro das Stück gingen die Tortenstücke immer noch weg wie warme Semmeln, erzählt Frau Franja. Ihre Chefin hatte da wirklich eine gute Idee, an Zutaten habe sie wahrlich nicht gespart. Für die künftige First Lady komme nur das Feinste, das Beste, das Teuerste in Frage.

Die prominenteste Tochter der Stadt

Von Plakaten am Rande der Hauptstraße lächelt die prominenteste Tochter von Sevnica den Besuchern zu. Melanija Knavs aka Melania Knauss aka Melania Trump hat das Städtchen an der Save über Nacht in der ganzen Welt bekannt gemacht. Im Rathaus geben die Journalisten einander die Türklinke in die Hand. Bürgermeister Srečko Ocvirk lächelt bescheiden. So an die 40 werden schon bei ihm gewesen sein, die slowenischen nicht mitgerechnet. „Washington Post“, „New York Times“, CNN. Aber von der Neugier der Medien abgesehen, sagt Ocvirk, habe sich sein Leben nicht verändert.

Der bärtige Agraringenieur, ein christlicher Demokrat der Slowenischen Volkspartei (SLS), ist seit acht Jahren Bürgermeister. Natürlich sei er hier geboren, sagt er. So wie man in Amerika nur als gebürtiger Amerikaner Präsident werden kann, muss man in Slowenien als Bürgermeister in der Gemeinde gebürtig sein.

Melania-Trump-Gedächtnisorte

Ocvirk ist ein Jahr älter als Melania, sie gingen beide in Sevnica zur Schule, aber gekannt, sagt er, hätten sie sich nicht. Die Gemeinde, zu der zehn Orte gehören, hat 17.000 Einwohner, etwa die Hälfte von ihnen leben in Sevnica. Von der Burg Lichtenwald, die einst im Besitz der Erzbischöfe von Salzburg war, hat man die schönste Aussicht auf das von sanften Hügeln, Wäldern und Weinbergen umgebene Städtchen, das im Süden an die Save grenzt: unter dem Burgberg die Kirche, der Hauptplatz mit dem Rathaus, flussaufwärts die Neustadt mit den spätsozialistischen Wohnanlagen aus den siebziger Jahren. Zwischen der Bahnlinie Laibach–Zagreb und der hier schon sehr breiten Save erstreckt sich eine große Industriezone. Sevnica produziert Schuhe, Kleidung, Stilmöbel, Tannin und, ja, auch Silikon.

43522433 © AP Vergrößern Melania Trump: Für die künftige First Lady kommt nur das Feinste, das Beste, das Teuerste in Frage.

Die Melania-Trump-Gedächtnisorte abzugehen dauert nicht lange. Aufgewachsen ist sie in einem vierstöckigen Wohnhaus. Es gehört zu einer kleinen Wohnanlage, die unter Tito errichtet und nach Marok benannt wurde, dem Decknamen des slowenischen Partisanenhelden Alojz Kolman. Unweit davon, auf dem Platz der Freiheit, steht die Grundschule, die Melanija besuchte. Die jetzige Direktorin war ihre Schulfreundin. Sie hat jetzt ein befristetes Hausverbot über Journalisten verhängt, angeblich zum Schutz der Kinder – zu viele Fotografen und Fernsehteams waren in die Schule eingedrungen. Nächste Station Ribniki 22. In der ehemaligen Fischersiedlung haben sich Amalija und Viktor Knavs, die Eltern der künftigen First Lady, ein kleines Häuschen gebaut. Hier wohnen sie, wenn sie einmal nicht im Trump Tower in New York sind. Auch die Textilfabrik, in der Melanias Mutter Muster vorbereitete, gibt es noch, seit der Privatisierung allerdings unter einem anderen Namen.

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