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Frühere Abtreibungsgegnerin : Norma McCorvey gestorben

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Norma McCorvey (rechts) – erstritt das Recht auf Abtreibung in Amerika. Bild: Reuters

Mit ihrer Klage erreichte Norma McCorvey die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Amerika – später wurde sie zur Abtreibungsgegnerin. Nun ist sie im Alter von 69 Jahren gestorben.

          Die Amerikanerin Norma McCorvey, die unter dem Pseudonym Jane Roe den Frauen in Amerika vor Gericht das Abtreibungsrecht erstritt, ist im Alter von 69 Jahren gestorben. In Amerika bekundeten Gegner wie Befürworter des Rechts auf Abtreibung Trauer um Norma McCorvey.

          Die katholische Gruppe „Priester für das Leben“ gab sich betrübt, dass „sie nicht mehr bei uns sein wird, wenn wir endlich legale Abtreibungen in diesem Land abschaffen“. Die „Nationale Aktionsliga für Abtreibungsrechte“ (Naral) würdigte McCorvey etwas gedämpfter für ihren Beitrag, „die Geschichte zu ändern und Frauen die Kontrolle über ihr Schicksal erlangen zu lassen“.

          Denn unter dem Alias „Jane Roe“ war die damals 22 Jahre alte Frau 1969 in Texas vor Gericht gezogen, um sich das Recht zu erstreiten, ihre dritte Schwangerschaft abbrechen zu lassen. Sie unterlag erwartungsgemäß, gebar das Kind und gab es wie seine Halbgeschwister zur Adoption frei. Doch 1973 urteilte das Oberste Gericht gegen den Bezirksstaatsanwalt Henry Wade aus Dallas und legalisierte Abtreibungen bis zum Beginn der eigenständigen Lebensfähigkeit des Kindes.

          Sie konvertierte zum Katholizismus

          Erst in den achtziger Jahren erfuhren die Amerikaner, dass die bisexuelle Texanerin McCorvey die Klägerin im Fall Roe v. Wade war. Sie zeigte sich nun mit ihrer Lebensgefährtin auf Märschen der Frauenbewegung und wurde mehrmals tätlich angegriffen. Später aber konvertierte sie vor laufenden Kameras zum Christentum. Nach einigen Jahren als evangelikale „wiedergeborene Christin“ trat sie der katholischen Kirche bei. Inzwischen bekannte sie sich „zu hundert Prozent“ zum Lebensschutz, wurde eine Galionsfigur der religiösen Rechten und gab an, entgegen ihrer ursprünglichen Behauptung sei die Schwangerschaft 1969 nicht auf eine Vergewaltigung zurückgegangen. 2003 focht sie vergeblich das Urteil des Supreme Courts zu ihren Gunsten an.

          Die Aktivisten, auf deren Seite sie zuletzt kämpfte, rechnen sich seit Donald Trumps Wahl zum Präsidenten gute Chancen aus, dass ein konservativer gestricktes Oberstes Gericht Abtreibungen in den meisten Fällen bald wieder untersagt.

          Quelle: anr./dpa

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