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Flughafen in Barcelona : Fluggäste meutern gegen Abschiebung

  • Aktualisiert am

Verspätung durch Protest: Airbus 320 der spanischen Fluggesellschaft Vueling (Symbolbild) Bild: AFP

In Barcelona soll ein Flugzeug nach Dakar aufbrechen. Doch an Bord befindet sich ein Flüchtling, der abgeschoben werden soll. Dutzende Passagiere wollen das verhindern – und verzögern den Start um einige Stunden.

          In Spanien haben Dutzende Flugpassagiere gegen die Abschiebung eines afrikanischen Flüchtlings protestiert und damit einen Flug von Barcelona in die senegalesische Hauptstadt Dakar um mehr als vier Stunden verzögert. Der Zwischenfall habe sich am Samstag auf dem Flughafen El Prat in Barcelona ereignet, bestätigte am Sonntag die betroffene spanische Fluggesellschaft Vueling auf Anfrage.

          Die Fluggäste hätten gegen die „Verletzung der Rechte“ eines Mannes protestiert, der gegen seinen Willen ausgeflogen werden sollte, berichtete eine Passagierin, Anna Palou, dem katalanischen Fernsehsender TV3. Der von zwei Polizisten begleitete Flüchtling habe Handschellen getragen und geschrien. Rund 50 Passagiere hätten sich aus Protest geweigert, Platz zu nehmen, sagte die Passagierin Laura Arau der Zeitung „El Periódico“.

          Eine andere Passagierin, Anna d’Acuña, klagte auf TV3, der Flugkapitän habe nicht mit den empörten Passagieren sprechen wollen. Nach rund eineinhalb Stunden seien alle 172 Passagiere aus dem Flugzeug gebeten worden. Elf von ihnen, die von der Polizei mit Hilfe der Piloten als Initiatoren der Aktion identifiziert worden seien, sei später der Flug nach Dakar untersagt worden.

          Nach Angaben des Portals Flightradar24.com startete die Maschine vom Typ Airbus A320-100/200 mit fast viereinhalb Stunden Verspätung. Nach Angaben der spanischen Zeitung „El País“ befand sich der Mann wie vorgesehen an Bord. Weder die Flugbehörden noch die Polizei oder Vueling wollten den Zwischenfall kommentieren. Es hieß nur, dass der Rückflug aus Dakar ebenso verspätet war.

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