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Flucht in den Jemen : Saudi-Araberin kämpft um Heirat mit ihrem Geliebten

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Bei der Partnerwahl in Saudi-Arabien haben die Eltern ein Wort mitzureden. Bild: AFP

Eine Saudi-Araberin möchte ihren Geliebten aus dem Jemen heiraten – gegen den Willen ihrer Familie. Nun zog die junge Frau in die Heimat ihres Verlobten und kämpft vor Gericht um die Anerkennung als Flüchtling.

          Es ist eine Liebesgeschichte, die in ihrer Dramatik an Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia“ erinnert: Im Jemen kämpft seit Sonntag eine junge Saudi-Araberin vor Gericht um das Recht, im Land bleiben und ihren Geliebten heiraten zu dürfen. Die 22 Jahre alte Huda al-Niran muss sich wegen illegaler Einreise verantworten, nachdem sie gegen den Willen ihrer Familie über die Grenze zu ihrem Geliebten gereist war, dem 25 Jahre alten Arafat Mohammed Tahar.

          Ihre Liebesgeschichte sorgt in den beiden erzkonservativen Ländern seit Tagen für Aufsehen. Zu dem Prozess am Sonntag versammelte sich eine Gruppe von Anhängern vor dem Gericht in der Hauptstadt Sanaa. Die Unterstützer trugen Stirnbänder mit der Aufschrift „Wir sind alle Huda“. Der Mut der jungen Frau gilt als außergewöhnlich, denn in der saudi-arabischen Gesellschaft wird von Frauen allgemein Gehorsam gegenüber der Familie erwartet wird.

          Laut ihrem Anwalt Abdel Rakib al-Kadi, der ihr von der Nichtregierungsorganisation Hood gestellt wurde, wird die jemenitische Regierung von Saudi-Arabien unter Druck gesetzt, al-Niran zu ihrer Familie zurückzubringen. Das Gericht vertagte das Verfahren jedoch zunächst auf den 1. Dezember, um die Entscheidung des Flüchtlingswerks UNHCR zu einem Antrag auf Anerkennung als Flüchtling abzuwarten. Fällt der Bescheid positiv aus, dürfte eine Abschiebung schwierig werden – und dem Liebesglück nichts mehr im Wege stehen.

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