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Veröffentlicht: 16.04.2016, 11:33 Uhr

Fliegendes Spaghettimonster Zwei Nudeln geben sich das Ja-Wort

In Wellington hat das erste Paar der selbsternannten „Pastafaris“ legal geheiratet. Für die Hochzeit hat die „Kirche des Fliegenden Spaghetti-Monsters“ alle möglichen Traditionen erfunden.

© dpa Frisch vermählt: Marianna Young und Toby Rickets posieren in Piratenkostümen. Am Samstag haben sie sich das Ja-Wort gegeben.

In Deutschland muss sich der Verein noch behaupten, kürzlich hat das Landgericht Frankfurt (Oder) die Hinweisschilder für die freitäglichen „Nudelmessen“ in Templin verboten. Nicht so streng scheint es die „Kirche des Fliegenden Spaghetti-Monsters“ in Neuseeland zu haben. Mit viel Witz, Wein und Bier hat die Kirche in Wellington erstmals eine amtlich gültige Trauung vollzogen.

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Marianna Young und Toby Ricketts gaben sich bei strahlendem Sonnenschein auf einem kleinen Schiff in Araroa bei Christchurch am Samstag das Ja-Wort. Neuseeland ist das erste Land, das der als Kirchenparodie gegründeten Bewegung die Erlaubnis zur Ausstellung rechtsgültiger Heiratsurkunden erteilt hatte. Die Spaghettimonster-Kirche legt viel Wert auf Nudeln und Piraten.

Anerkannte Ehe ohne Besuch beim Standesamt

Die Trauung vollzieht die Kirche ganz legal, seit Chefin Karen Martyn im Dezember die Genehmigung erhielt, Heiratsurkunden auszustellen. Die Ehe ist anerkannt, das Paar muss nicht mehr zum Standesamt. Der oberste neuseeländische Standesbeamte sagte bei Erteilung der Trauungslizenz im Dezember, es sei nicht seine Aufgabe, religiöse Überzeugungen einer Kirche zu hinterfragen.

„Ich gelobe, stets das Salzwasser erst zum Kochen zu bringen, bevor ich die Pasta hineintue“, sagte Ricketts in voller Piratenmontur in seinem Eheversprechen. „Ich gelobe, keine abfälligen Bemerkungen über Deine Pastakochkünste zu machen“, sagte die Braut. Sie trug ein weißes Kleid mit viel Spitze und bekam zur Krönung ein Nudelsieb voller Spaghetti auf den Kopf gesetzt.

39644961 © AFP Vergrößern Stolze Chefin: Karen Martyn posiert in ihrem Kleid, das sie bei der ersten legalen Trauung der „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ in Neuseeland getragen hat.

„Will er diese kratzbürstige Maid als rechtmäßig angetrauten besten Kumpel nehmen?“, fragte die Chefin des neuseeländischen Ablegers der Bewegung, „Ministroni“ Karen Martyn, den Bräutigam. Und: „Will sie diesen launischen Lump als rechtmäßig angetrauten Kumpel nehmen?“ Mit ihrem „Ja“ besiegelten Braut und Bräutigam die Ehe. Mit dem Piratenschlachtruf „ARRRR!“ prosteten zahlreiche Gäste im Piratenkostüm den Jungvermählten zu.

Ursprünglich als Religionsparodie gedacht

Amerikaner gründeten die Bewegung 2005 als Religionsparodie. Sie wollten damit gegen die Anerkennung einer christlichen, pseudowissenschaftlichen Evolutionslehre an US-Schulen protestieren. Gründer Bobby Hendersen verlangte damals, dass auch seine Lehre des fliegenden Spaghettimonsters unterrichtet werde. In Deutschland existiert die Bewegung als Verein.

„Eine konventionelle Ehe wäre für uns nicht infrage gekommen“, sagte die Braut, Marianna Young, dem Sender Radio New Zealand am Freitag. Das Fest sollte am Samstag auf einem Schiff vor dem Städtchen Akaroa steigen. „Wir tauchen in voller Piratenmontur auf und haben für die Gelegenheit alle möglichen Traditionen erfunden“, sagte Bräutigam Toby Ricketts. Das Eheversprechen laufe nach dem Muster: „Wir sind auf gemeinsamer Fahrt und werden alle Stürme und Flauten so gut wie möglich meistern, wenn wir unsere Hände am Steuer lassen.“

© reuters Erste Pastafari-Hochzeit in Neuseeland

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