Bruni Löbel, die als liebenswerte Oma Herta in der Serie „Forsthaus Falkenau“ die Herzen vieler Fans eroberte, ist tot. Die Schauspielerin starb schon am 27. September im Alter von 85 Jahren in einem Krankenhaus in Mühldorf am Inn, teilte ihr Sohn Felix Bronner am Donnerstag in München mit. Einem großen Publikum wurde die vielseitige Künstlerin durch das Fernsehen bekannt, doch schon in den vierziger Jahren spielte sie zahlreiche Hauptrollen in UFA-Filmen und auf Theaterbühnen.
Von diesem Freitag an ist die gebürtige Chemnitzerin noch einmal in „Forsthaus Falkenau“ zu sehen. Bis zum 29. Dezember läuft die 17. Staffel der ZDF-Serie. Löbel hatte sich ohnehin entschieden, aus der Serie auszuscheiden. Ihre Begründung: „Am Anfang war ich der Mittelpunkt. Ich habe die Kinder huckepack getragen und ins Bett gebracht. Aber jetzt sind sie alle erwachsen geworden. Und nur Petersilienbeilage zu sein, lag mir noch nie.“
Christian Wolff: „Ich bin tieftraurig“
Zusammen mit Fernsehförster Christian Wolff hat Löbel die Erfolgsserie geprägt. „Für mich ist das besonders traurig, weil die Bruni und ich ja 18 Jahre miteinander gedreht haben“, sagte Wolff. „Sie stand mir immer zur Seite. Ich konnte alles Berufliche und Private mit ihr besprechen. Teilweise ist sie mir fast eine Ersatzmutter geworden. Ich bin tief traurig.“
Schon als 15 Jahre alter Teenager stand die Tochter eines Fabrikanten in Molières „Der eingebildete Kranke“ in ihrer Heimatstadt Chemnitz auf der Bühne. Nach ersten kleineren Rollen ging es mit Löbels Schauspielkarriere bergauf, als sie 1939 in der UFA-Verfilmung von Nico Dostals „Heimatland“ ihre erste Filmrolle bekam. Bei den Marburger Festspielen debütierte sie im selben Jahr als Hermia in Shakespeares „Sommernachtstraum“. Sie spielte gemeinsam mit Martin Held und Gert Fröbe, die damals noch relativ unbekannt waren.
„Die Serien nahmen überhand“
Im Film spielte sie dann als „muntere Naive“ zahlreiche Hauptrollen. Ihre eigentliche Liebe gehörte aber dem Theater. Einen großen Bühnenerfolg erzielte sie nach dem Krieg in Avery Hopwoods „Der Mustergatte“ zusammen mit Heinz Rühmann, mit dem sie mehr als 600 Mal auf nahezu allen größeren deutschsprachigen Bühnen stand. Auch Hollywood-Stars wie Joseph Cotten, Robert Cunningham oder Montgomery Clift zählten zu ihren Partnern.
Besonders gern und mit großem Erfolg stand sie in München auf der Bühne. Als „Schauspielsoubrette großen Stils“ wurde sie von der Kritik nach ihrem Auftritt in Lope de Vegas' „Tumult im Narrenhaus“ gepriesen. Auch wenn die vergangenen Jahre vor allem durch ihre Fernseharbeit geprägt waren, hatte Löbel gemeinsam mit ihrem 1998 gestorbenen Mann, dem Schauspieler Holger Hagen, immer versucht, neben dem Fernsehen auch Theater zu spielen. „Doch die Serien nahmen einfach überhand“, erzählte Löbel einmal.
„Tiere lasen nie das Drehbuch“
Über die Dreharbeiten zu „Forsthaus Falkenau“ hat sie gesagt: „Es war schon ein sehr anstrengendes Geschäft - mit dem Wetter, den Kindern und Tieren, die nie das Drehbuch gelesen haben.“ Am wohlsten fühlte Löbel sich auf ihrem alten bayerischen Bauernhof.
Die Beisetzung soll nach Angaben des Sohnes im engsten Familien- und Freundeskreis erfolgen. Die Gedenkfeier für die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin findet in der Komödie im Bayerischen Hof statt. Ein Termin werde noch bekannt gegeben.