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Eiserne Hochzeit im britischen Königshaus : Mit Liebe und Toleranz

Bild: dpa

Königin Elisabeth II. feiert als erste britische Monarchin Eiserne Hochzeit: Seit 65 Jahren ist sie mit ihrem Mann Philip verheiratet. Die Rollen im Hause sind klar verteilt.

          Die Hochzeit war eine Familienangelegenheit. Die Urgroßmutter des Bräutigams war genauso ein Kind von Königin Victoria wie der Urgroßvater der Braut. Das junge Paar war also nahe miteinander verwandt. So blieb es nicht aus, dass sich die beiden schon früh bei Familienfeiern begegneten – erstmals wohl bei einer Hochzeit im Jahr 1934. Damals war die acht Jahre alte Elisabeth nur eine britische Prinzessin, doch fünf Jahre später bei ihrem dritten und entscheidenden Treffen war aus ihr bereits die voraussichtliche Thronfolgerin („heiress presumptive“) des britischen Königreichs geworden. In jenem Juli 1939 begann die Liebesgeschichte zwischen der wohlhabenden Thronerbin und dem verarmten Prinzen ohne Land und Güter.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Philip, damals schon ein schmucker Kadett in britischen Marinediensten, wusste frühzeitig, auf was er sich einlassen würde. Trotzdem hielt er schon 1946 bei König Georg VI. um die Hand seiner ältesten Tochter an, noch vor Elisabeths Volljährigkeit. Kaum 21 Jahre alt heiratete die künftige Königin am 20. November 1947 ihre große Jugendliebe. Nur zwölf Monate später kam das erste Kind zur Welt, Prinz Charles, drei weitere (Anne, Andrew, Edward) folgten.

          Bereits 1952 musste die Sechsundzwanzigjährige das ihr vorbestimmte Erbe antreten. Seither sind die Rollen klar verteilt: Elisabeth ist das Staats-, Philip das Familienoberhaupt. Thronfolger Charles hat sich mehr als einmal über das harte Regiment seines Vaters hinter den verschlossenen Palasttüren beklagt. Dass der Herr im Hause bis heute darunter leidet, in der Öffentlichkeit stets einige Schritte hinter der Königin hergehen zu müssen, ist weithin bekannt. Auch dass sich Philip Freiheiten erlaubt, die sich ein Prinzgemahl eigentlich besser verkneifen sollte, etwa wenn er einen schottischen Fahrlehrer fragt, wie es ihm gelinge, seine Schüler lange genug nüchtern zu halten, damit sie die Führerscheinprüfung bestehen. An seinen „Humor“, Philip nennt Elisabeth privat angeblich liebevoll „Würstchen“ („Sausage“), hat sich nicht nur die Queen längst gewöhnt.

          Königin Elisabeth II. war selbst immer wieder zu Zugeständnissen bereit. So erließ sie 1960 ein Gesetz, dass die königlichen Nachfahren künftig auch den Familiennamen ihres Manns tragen – und das an erster Stelle. Aus der Familie Windsor wurde die Familie Mountbatten-Windsor (Philip entstammt mütterlicherseits dem Geschlecht der Battenbergs, deren britische Linie sich 1917 in Mountbatten umbenannte). Schon bei der Goldenen Hochzeit rühmte der Herzog von Edinburgh die Bereitschaft seiner Frau, ihm gegenüber Toleranz zu zeigen, und das wohl in jeder Hinsicht, glaubt man den unbestätigten Gerüchten, die ihm im Laufe der Jahre mehr als einen Seitensprung angedichtet haben. Anlässlich seiner Eisernen Hochzeit zeigte sich das königliche Paar am Dienstagabend so einträchtig wie immer in den vergangenen 65 Jahren. Mit ihrem Hochzeitstag hat Elisabeth zusammen mit ihrem Mann zugleich einen weiteren Rekord aufgestellt: Kein Monarch war bislang so lange verheiratet wie die britische Königin.

          Quelle: F.A.Z.

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