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Twitter-Jagd : „Liebe Freundin von Ben, bitte mach Schluss!“

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Reisende im Zug müssen sich in Zeiten von Twitter & Co. hüten, nicht zu viel Privates preiszugeben. Bild: dpa

Ein Mann gibt im Zug lautstark damit an, seine Freundin zu betrügen. Eine Passagierin, die das mithört, stellt ihn auf Twitter bloß. Dafür erntet sie Applaus – und Kritik.

          Vor den Kumpels im Zug damit prahlen, dass man seine Freundin hintergeht? In Zeiten von sozialen Medien keine gute Idee. Im Zug Richtung Manchester hat ein Mann, der auf den Namen Ben hört, seinen Freunden genau das erzählt: Er betrüge seine Freundin.

          Er hat die Rechnung aber nicht mit Emily Shepherd gemacht. Die 23 Jahre alte Studentin hörte die Unterhaltung und entschloss sich kurzerhand, den „Betrüger“ zu outen. Auf Twitter postete sie: „Falls jemand einen Freund namens Ben hat, der gerade im Zug von Bournemouth nach Manchester sitzt: er hat gerade seinen Freunden erzählt, dass er dich betrügt. Mach Schluss mit ihm!“

          Der BBC erzählte Shepherd, sie habe in einem „recht leeren“ Abteil gesessen. „Dort saß eine Gruppe von Jungen, die sich unterhielten, [Alkohol] tranken und schimpften – wie es Männer manchmal tun.“ Die Gruppe habe sich Facebook-Profile von Frauen angeschaut und über sie geredet. Im Zuge dessen habe der, der auf den Namen Ben hörte, dann erzählt, dass er seiner Freundin nicht treu sei.

          Der Tweet ging prompt viral: 70.000 Likes und 27.000 Retweets erreichte Emily Shepherds Botschaft sowie eine rege Diskussion darüber, ob man sich in das Privatleben Fremder auf diese Weise einmischen dürfe. So twitterte die aus der BBC-Serie „Dragon's Den“ Schauspielerin Deborah Meaden: „Lieber betrügender Ben, könntest du dich bitte verraten, bevor alle nicht-betrügenden Bens herausfinden, wo du wohnst...“

          Andere Twitternutzer zeigten sich weniger erfreut. „Was, wenn er nur vor seinen Freunden angeben wollte?“, fragt ein Twitter-User. „Was ist mit seiner Privatsphäre?“

          Emily Shepherd erklärte zwei Tage nach dem Vorfall, sie habe zwar viele Antworten – und auch Beleidigungen – erhalten, es gebe aber noch keine Spur von besagtem Ben.

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