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Veröffentlicht: 11.02.2017, 12:58 Uhr

Ehrlicher Nachruf „Er hat viel länger gelebt, als er es verdient hätte“

Ihr Vater hasste Lügner, also schrieb eine Tochter nach seinem Ableben einen „ehrlichen“ Nachruf. Darin kommt der Texaner alles andere als gut weg.

© dpa Der Tod ihres Vaters kam einer Texanerin nicht zu früh – im Gegenteil.

Leslie Ray Charping ist mit 74 Jahren an Krebs gestorben. Der Texaner hinterließ einen Sohn und eine Tochter, die mit dem Verlust allerdings ungewöhnlich umgingen. Sie hielten keine Trauerfeier ab, veröffentlichten jedoch einen Nachruf auf der Webseite des Bestattungsunternehmens, der es in sich hatte. Er wurde jedoch mittlerweile wieder gelöscht.

Wie eine texanische Webseite jedoch berichtet, hatte es darin geheißen: „Er hat 29 Jahre länger gelebt als erwartet – und viel länger als er es verdient hätte.“ Schon als junger Mann sei er zum Musterbeispiel eines schlechten Vaters geworden, hätte sich völlig dem Alkohol, den Drogen und seinen Frauengeschichten hingegeben. „Und er war ganz allgemein ein Widerling.“

„Leslies Tod beweist, dass auch das Böse stirbt und hoffentlich beginnt nun eine Zeit der Heilung und Sicherheit für alle“, hieß es weiter.

Ein berührende Erklärung

Darauf angesprochen verteidigte die Tochter den harten Abschiedsbrief: „Ich glaube, er hätte die Ehrlichkeit geschätzt, denn er hasste Lügner.“ Sie habe ihren Vater geliebt, weil er eben ihr Vater war und sein Tod sei genauso schmerzhaft, wenn er ein guter Vater gewesen wäre. „Ich möchte mich bei allen entschuldigen, die mein Vater verletzt hat und ich fand, es wäre verletzend, ihn als etwas anderes zu beschreiben als das, was er war. Dieser Nachruf soll helfen, damit abzuschließen, denn es hilft niemandem, wenn häusliche Gewalt verschwiegen wird, davon verschwindet sie nicht.“

Sie freue sich all jene, die mit Unverständnis auf ihre Zeilen reagiert hätten, denn das würde beweisen, dass sie ein glückliches Elternhaus hatten. „Bitte würdigt, was ihr habt“, fügte die Tochter des Verstorbenen hinzu.

Sie bedanke sich für ehrliche Anteilnahme, aber die hätte ihr mehr geholfen, als sie noch ein Kind war. Für alle, die mit Abscheu auf den Nachruf reagierten, hatte sie eine Warnung parat: „Sie ähneln nun meinem Vater und ich würde liebend gerne auch Ihren Nachruf schreiben.“

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