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Veröffentlicht: 11.02.2017, 11:14 Uhr

Besondere Freundschaften Die Nonne und der Autist

Auf dem Friedhof begegnete der kleine Maurice Schwester Agnes zum ersten Mal. Sie sah ein bisschen aus wie der Pinguin an seinem Bett. Die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft.

von Marc Bädorf
© Isabel Klett Maurice hatte nur seine Eltern und seine Schwester und sonst niemanden. Bis er Schwester Agnes traf.

Maurice F. war fünf Jahre alt und hatte in seinem Leben immer noch keinem Menschen in die Augen geschaut. Er war klein und mager. Dürr und schief trugen seine Beine einen Oberkörper, den Rippen zeichneten; seine Haut war mandelfarben, seine Haare schwarz und seine Gesichtszüge fein. Maurice hatte dunkle Augen, vom oberen Rand seiner Lider fielen lange Wimpern.

Häufig waren seine Augen bis auf einen schmalen Schlitz geschlossen, für Maurice die einzige Möglichkeit, die Welt auszuschließen, sie hinabzuschieben in ein schwarzes Loch in nur einem Moment. Denn die Welt raste und tobte für diesen Jungen von fünf Jahren, sie war ein einziger pochender Schmerz, der durch Ohren und Augen eindrang, um sogleich von innen mit Wucht gegen seinen Schädel zu klopfen.

 
Die Nonne und der Autist: Die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft

Manchmal schrie Maurice ob dieses Schmerzes und trampelte mit den Füßen auf den Boden, er warf seine Arme in die Luft, die wenig mehr waren als Speiche, Elle und Haut. Für wenige Sekunden gab er alle Kräfte seines schmächtigen Körpers frei, und die Leute starrten ihn an, durchbohrten ihn mit ihren Blicken, diesen Jungen, der so normal aussah und doch so schrie. Jeder dachte sich etwas, und keiner verstand irgendwas.

Die Begegnung auf dem Kölner Südfriedhof

Abgesehen von diesen Momenten war Maurice ein scheuer Junge, der nicht sprach, der kein Wort gesagt hatte in fünf Jahren Leben. Maurice hatte keinen Freund und keine Freundin. Es störte ihn nicht. Man lud ihn nicht zu Geburtstagen ein und nicht zum Spielen, und man lud ihn gar dann nicht ein, wenn man alle anderen Kinder aus dem Kindergarten einlud, wenn man ein großes Fest feierte. Maurice hatte nur seine Eltern und seine Schwester und sonst niemanden. Bis er Schwester Agnes traf.

Die Sonne schien, aber es war nicht warm, es war November 2009, und Schwester Agnes stand an einem Grab auf dem Kölner Südfriedhof, leicht flatterte der Stoff ihrer schwarzen Kutte im Wind. Der Kölner Südfriedhof ist eine Kleinstadt aus Toten. Zehntausende Körper vermodern unter der Erde, zueinander angeordnet in geometrischen Formen und regelmäßigen Abständen, die Zeit nimmt ihnen Fleisch, Haare, Fingernägel, bis nichts mehr da ist als Knochen.

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Auf den Wegen dieses Friedhofs, zwei oder drei Meter über den Toten, spazierten an jenem Novembertag 2009 Familien und Paare, sie hatten Jacken und Schals angelegt. Unter ihren Füßen knirschte der Kies. Ein milder Herbst hatte schon vor einigen Wochen einen grauen und regnerischen Sommer von seinem Elend erlöst. Die Blätter fielen. Gelb und braun und orange tupften sie die Wege.

Hin und wieder hielten die Familien und Paare an, sie legten Blumen nieder oder senkten die Köpfe, die Hände ineinandergefaltet vor dem Körper. Sie waren Statuen vor den Gräbern, fest und steif, der Wind trug Gebet und Gemurmel umher. Kerzen flackerten durch rotes Glas, jede einzelne eine Erinnerung an einen Verstorbenen.

Maurice war mit seinen Eltern und seiner Schwester gekommen, um das Grab seiner Oma zu besuchen. Sie gingen über den Friedhof, Maurice’ Mutter in der Anspannung derjenigen, die es gewohnt ist, jederzeit auf der Hut zu sein, um eine Peinlichkeit zu verhindern.

Der unwiderstehliche Impuls, zu dieser Frau zu gehen

Als Maurice Schwester Agnes am Grab sah, nahm er Kurs, ohne ein Zögern, als wäre es eine natürliche Entscheidung, ein unwiderstehlicher Impuls, nun zu dieser Frau zu gehen. Hastig setzte er einen Fuß vor den anderen, bis er vor ihr stehen blieb. Im Stehen bewegte sich sein Körper weiter, wackelten seine Arme und Beine, wog sein Kopf hin und her.

Schwester Agnes spritzte Weihwasser, der Wind trug die Tropfen fort. Maurice zupfte an ihrer Kutte, streichelte den Stoff zwischen seinen schmalen Fingern. Er legte den Kopf zurück in den Nacken und schaute hoch in ihre Augen, die hinter einer Brille steckten, diese Augen, die vielleicht bei Schwester Agnes noch mehr preisgeben als bei anderen Menschen, weil sie sonst so viel versteckt unter Kutte und Schleier.

Für Sekunden hielt Maurice den Blick, schaute zum ersten Mal hinein in eine Welt, die nicht seine war. Als sich die Blicke trennten und Schwester Agnes ihre weiße Hand ausstreckte, um über Maurice’ Haar zu streichen, das schwarz war und strubbelig, zog er seinen Kopf mit einer ruckartigen Bewegung zurück.

Das war der Anfang.

Die Eheleute sind einfach Leute, nichts auszusetzen

Von Zeit zu Zeit gelingt dem Leben eine Überraschung, ein unerwartetes Ereignis, auch wenn der Mensch versucht, die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses auf ein Minimum zu reduzieren. Die Eheleute F. sind einfache Leute, an denen es nichts auszusetzen gibt. Aki F. ist ein freundlicher Mann mit lichtem Haar, der vor siebenunddreißig Jahren aus Iran, wo er in Teheran gelebt hat, nach Deutschland gekommen ist. Er legt einigen Wert auf die Feststellung, seitdem für keine Minute in sein Heimatland zurückgekehrt zu sein. Unter seinem T-Shirt wölbt sich satt ein Bauch nach außen. Ohne Zweifel hat Maurice seine mandelfarbene Haut von ihm. Seine Arbeit als Eventmanager muss Aki F. seit einem Herzinfarkt im vergangenen Jahr ruhenlassen.

44553116 © dpa Vergrößern Die regelmäßigen Untersuchungen während der Schwangerschaft - alles schien in Ordnung

Marion F. ist überdurchschnittlich groß und trägt ihre Haare meist zu einem Zopf gebunden. Sie wirkt tatkräftig und wurde in einem Kinderheim von Ordensschwestern erzogen. Während der Schwangerschaft hatte das Ehepaar F. allerhand Untersuchungen vornehmen lassen, um sich der körperlichen ebenso wie der geistigen Gesundheit seines Sohnes zu versichern. Die Untersuchungen ergaben gute Ergebnisse. Lediglich ein Humangenetiker bezifferte die Wahrscheinlichkeit einer Erberkrankung auf unter 0,1 Prozent, angesichts dieser recht mickrigen Zahl geriet seine Aussage jedoch schnell in Vergessenheit. Sie vermochte kaum die Vorfreude der F.s zu dämpfen.

Die F.s waren glücklich und ein bisschen aufgeregt. Als werdende Eltern hatten sie viel zu tun und Wichtiges auch. Am 7. September 2004 flog die amerikanische Luftwaffe Angriffe im Irak, in Deutschland war es noch warm, aber der Sommer würde bald gehen, und Maurice wurde geboren. Aki und Marion F. gaben ihm den Zweitnamen Noël, Weihnachten. Alles war gut.

Das Kloster - ein gewaltiges Gebäude aus dunklem Klinker

Maurice wuchs heran. Von Maurice’ Zuhause, einer Wohnung in einem Gebäude mit riesigem Garten in einem dörflich anmutenden Stadtteil, bis zu dem Kloster, in dem Schwester Agnes lebt, sind es ein paar Kilometer. Die Zimmer im Kloster sind weiß gestrichen und karg, und morgens ist es manchmal kalt. Das Kloster ist ein gewaltiges Gebäude aus dunklem Klinker. Es liegt an einer vielbefahrenen Straße. Alltäglich strömen die Menschen stadteinwärts. Trotzdem dringt der Lärm der Großstadt in die Gänge und Zimmer des Klosters nur als fernes, seltsames Summen und Klingeln.

Die Nonnen im Kloster sind Benediktinerinnen, die nach den von Benedikt von Nursia im 6. Jahrhundert niedergeschriebenen Regeln leben. Hinter dem Kloster liegt ein 1,4 Hektar großer Garten, den die Nonnen mit Gemüse und Obst bewirtschaften. Sie halten zwei Rinder, zwei Hunde und eine Katze. Von den Balkons der umliegenden Mehrfamilienhäuser kann man in den Garten hineinschauen. Manchmal sonnt sich auf den Balkons jemand nackt. Die Nonnen finden das unangemessen.

Pflichtbewusst und arbeitsam von früh bis spät

Im Kloster führt Schwester Agnes das pflichtbewusste und arbeitsame Leben einer Nonne, deren Tagesablauf vom Gebet und der Hingabe zu Gott bestimmt ist. Ihr Tag beginnt um 5.30 Uhr, wenn Tag und Nacht sich schneiden. Der Himmel weist schon die ersten Spuren der aufgehenden Sonne auf, die Läden sind geschlossen. Die letzten Überbleibenden der Nacht kehren nach Hause zurück. Sie begegnen den Straßenkehrern, die unter dem Licht der Laternen Döner wegfegen. Autos fahren über die Straßen, niemand weiß, woher sie kommen und wohin sie wollen. Die Stunde ist da, vom Schlaf aufzustehen, heißt es im Prolog der Ordensregel des Heiligen Benedikt.

Im Kloster läuten die Glocken. Es beginnt seit jeher um sechs. Die Laudes, das Morgengebet. Man betet zu Gott und für einiges. Um sieben Uhr folgt die Messe, anschließend nehmen die Schwestern ein angemessen einfaches Frühstück ein, bevor sie sich ihren jeweiligen Arbeiten im Kloster widmen. Manche fahren Traktor. Müßiggang ist der Seele Feind, so heißt es in den Regeln des Heiligen Benedikt, Kapitel 48: „Die Ordnung für Handarbeit und Lesung“.

Dann: 11.40 Uhr Mittagshore, 17 Uhr Vesper. Um 19 Uhr treffen sich die Schwestern in der Kapelle zu Komplet und Vigilien, anschließend herrscht bis zum nächsten Morgen Schweigen im Kloster. Immer müssen sich die Mönche mit Eifer um das Schweigen bemühen, ganz besonders aber während der Stunden der Nacht. So sagen es die Regeln des Heiligen Benedikt.

Vom Kindergarten ins Kloster

Schwester Agnes wurde zweimal geboren, einmal vor 37 Jahren, weich und schreiend, und noch einmal, vor zehn Jahren, 2006, als sie ins Kloster eintrat. Mit dem Eintritt ins Kloster akzeptiert man ein striktes Korsett, man unterwirft sich, ergibt sich einer Ordnung aus Disziplin und Strafe, eine Unterwerfung, die schon früher unüblich war und heute noch mehr. So kehrst du durch die Mühe des Gehorsams zu dem zurück, den du durch die Trägheit des Ungehorsams verlassen hast, so der Prolog der Ordensregel.

Mit 17 und 18 Jahren war Schwester Agnes in einen Jungen verliebt, aber sie liebte über all die Jahre schon einen Anderen, sie war Lektorin und Missionarin und Messdienerin, sie liebte Gott. Als sie mit wahnwitziger Geschwindigkeit über die Autobahn fuhr, während der Regen unaufhaltsam auf den Asphalt prasselte und sie kaum das nächste Auto sehen konnte, als sie eine Vollbremsung machen musste und nur knapp mit dem Leben davonkam; als sie eine Wallfahrt zu Fuß unternahm und 290 Kilometer in zehn Tagen schaffte, da fragte sie sich, ob da nicht vielleicht doch mehr war in diesem ganzen großen Leben, und beschloss, zumindest ihr eigenes Gott zu widmen. Bevor sie ins Kloster eintrat, arbeitete Schwester Agnes als Kindergärtnerin.

Irgendwann stellten sie fest: Hier stimmt etwas nicht

Maurice war acht Monate alt, als die Dinge begannen, schiefzulaufen. Am Anfang wird das Leben in Monaten und Fähigkeiten gemessen. Nach acht Monaten krabbeln die meisten Kinder, und wenn sie es Fortsetzung auf der folgenden Seite nicht tun, dann befällt die Eltern für gewöhnlich eine zuckende Nervosität. Maurice war acht Monate alt und neun und zwölf und fünfzehn und krabbelte nicht, er drückte sich nur schmal und hart an seine Eltern und atmete schwer.

Maurice war zwei Jahre alt, als Aki und Marion F. endgültig feststellten, dass etwas nicht stimmte. Maurice lag da und tat gar nichts. Ihr erstes Kind war den F.s prächtig gelungen, aber nun waren sie in großer Sorge. Sie machten sich Vorwürfe und dann wieder nicht. Sie suchten Ärzte unterschiedlichster Ausbildung auf. Die Ärzte schauten freundlich und trugen weiße Kittel und gaben sich große Mühe. Ein jeder war ratlos.

Man suchte neue Ärzte auf. Man hatte Hoffnung. Man fand nichts. Man machte sich neue Vorwürfe, große Vorwürfe, die tief hinabgingen, denen man aber am Ende nicht zustimmen konnte, selbst im tiefsten schwarzen Loch nicht, in dem man steckte. Man suchte weiter. Man landete bei einer Koryphäe. Der Tag war ohne Wetter und Trost. Es gab keine gute Nachrichten und eine schlechte: Fragiles X-Syndrom mit autistischen Zügen. Fragiles X-Syndrom ist: die nach dem Down-Syndrom häufigste Form von genetisch bedingter kognitiver Behinderung, die im Schnitt bei einem von 1200 Männern und bei einer von 2500 Frauen auftritt.

Maurice hat Pflegestufe 3, ist schwerstpflegebedürftig

Ursache ist eine genetische Veränderung auf dem X-Chromosom, die Mutation eines expandierenden Trinukleodit-Repeats im Gen FMR 1. Bei etwa zwölf Prozent der betroffenen Kinder sind autistische Verhaltensweisen ausgeprägt. Zu diesen zwölf Prozent gehört Maurice.

Maurice’ Krankheit ist ein Thema, das sich nicht erschöpfen lässt. Man spricht natürlich von vielem andern. Vom Wetter und von den Ereignissen und von der Ungerechtigkeit. Aber es ist, als stecke etwas ganz anderes hinter diesen Gesprächen, als wären diese alltäglichen Worte nur Hüllen für etwas ganz anderes, für etwas, das nur die Eingeweihten verstehen.

Maurice hat Pflegestufe 3, er ist schwerstpflegebedürftig. Ihm fehlt das Bewusstsein für Gefahren, er läuft auf Straßen, wenn niemand drauf achtet. Er reagiert mit äußerster Empfindlichkeit auf Veränderung, auf Eindringlinge in seine Welt.

Nachts im Löwenkäfig

Manchmal wächst er, dann braucht er neue Kleider. Damit er sie anzieht, müssen sie zuvor drei Wochen oder gar vier in seinem Zimmer gehangen haben. Maurice geht nicht mehr zur Schule, weil ihm die Stadt die Einzelfallhilfe gestrichen hat. Maurice nimmt den Ball beim Fußballspielen in die Hände und wirft ihn ins Tor. Maurice redet nicht mit Fremden. Manchmal mag er einen Fremden. Dann malt er ein Bild aus bunten Strichen.

In Maurice’ Zimmer steht ein Bett aus Gittern, ein Löwenkäfig, der nachts geschlossen wird. Oben auf dem Käfig steht ein Pinguin aus weichem Stoff. Wenn man die Augen ein bisschen zukneift, und Maurice macht das oft, sieht der Pinguin ein bisschen aus wie eine Nonne.

Da ging ein Monat, da ging ein Jahr, das Treffen von Maurice und Schwester Agnes am Grab lag schon länger zurück. Da kam der Januar, da kam die Kälte. Der Schnee fiel, dünn und glasig und dreckig. Man feierte die Drei Heiligen Könige. Ihre Abbilder zogen durch die Dörfer und Städte, segneten die Häuser. Kinder strichen sich Schuhcreme ins Gesicht und aßen dampfende Suppen. Sie malten Segen, an die kaum noch jemand glaubt, an Türrahmen. Jeder ließ es sich gefallen.

Im Kloster traf Maurice Schwester Agnes, als die F.s mit ihrer Tochter zur Messe kamen. Maurice freute sich.

Eine normale Kommunion war nicht möglich

Der ordentliche Katholik geht im Alter von neun oder zehn Jahren zur Kommunion. Er trägt einen Anzug, isst Kuchen am Nachmittag und Fleisch am Abend, erhält Geschenke und Umschläge mit Geld und ist manchmal recht erstaunt, wer da alles an ihn gedacht hat. Nur selten zeigt er sich nach der Kommunion vom Glauben beseelt, er lässt die Prozedur ob der Geschenke und des Drängens der Eltern aber meist klaglos über sich ergehen.

Es ist üblich, dass das Kind sich zuvor mit zehn oder zwölf anderen Kindern auf das Fest der heiligen Kommunion vorbereitet. Man bastelt Kerzen, spricht Gebete, besucht die Messe und tut auch sonst allerhand. Zu einer solchen Vorbereitung in der Gemeinschaft war Maurice ohne Zweifel nicht fähig. In der Kirche hatte er schon immer geschrien.

„Würden Sie die Vorbereitung meines Sohnes auf die Kommunion übernehmen?“, fragte Marion F. Schwester Agnes, und die zögerte, entschied sich aber doch dafür. Im November 2013 erhielt Maurice zum ersten Mal Kommunionsunterricht. Mit Schwester Agnes erstellte er ein Kommunionsbuch, mit Sprüchen und Sätzen über Religion. Sie malten.

Im Gemeindeblatt stand nur ein Name: Der von Maurice

Vor der Kommunion gaben unterschiedliche katholische Stadtgemeinden einen Pfarrbrief heraus. Unter den Namen der Gemeinden standen darin schöne Namen, viele Namen, hier gehen die zur Kommunion und da die. Wenn Sie schenken wollen und mitfeiern, kommen Sie. Und dann stand da: Kloster der Benediktinerinnen, am Sonntag, dem 4. Mai 2014, 10 Uhr. Und ein Name, ein einzelner: Maurice Noël F.

Eigentlich sagt dieses Gemeindeblatt fast alles über Maurice F.

Es begann am 4. Mai 2014, Sonnenschein und Sonntag, um zehn Uhr die Messe. Maurice saß im Kirchenchor zwischen den Nonnen, ein Tupfer im türkisen Hemd wie der Mond auf einem Gemälde der Nacht. Die Messe verlief ohne größere Zwischenfälle, bis der Pastor die erste Hostie selbst aß. „Das kann doch nicht wahr sein“, rief Maurice. Man lachte. Es war ein schöner Tag.

Seitdem treffen sich Maurice und Schwester Agnes regelmäßig. Während sich um sie herum das Tempo der Hysterie annähert, leben sie in ihren eigenen Welten, die sich durch Langsamkeit und Behutsamkeit auszeichnen. An den Tagen, an denen sie sich treffen, verschmelzen ihre Welten für wenige Stunde zu einer. Sie lesen Geschichten und schauen ins Kommunionsbuch und füttern die Tiere und spielen im Klostergarten.

Maurice kennt inzwischen die anderen Schwestern im Kloster. „Ich mag alle, aber ich liebe Schwester Agnes“, hat er zu seiner Mutter gesagt.

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