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Interview mit Diane Lane : „Ich musste immer das Mädchen sein“

  • -Aktualisiert am

Direkt nach ihrem ersten Film landete die damals erst vierzehnjährige Diane Lane auf dem Cover der Times. Bild: Reuters

In „Paris kann warten“ spielt Diane Lane an der Seite von Alec Baldwin und Arnaud Viard. Ein Gespräch über potentielle Liebesgeschichten, eine Kindheit als „Freak“ und Gnocchis mit Regielegende Francis Ford Coppola.

          Mit gerade einmal 52 Jahren kann sie auf 46 Jahre Schauspielerfahrung zurückblicken. Ihren ersten Job hatte Diane Lane als jüngstes Mitglied eines Off-Off-Broadway-Theaters in New York, da war sie noch keine zehn. Seitdem war die Tochter einer Nachtclubsängerin und eines „Playboy“-Models sowie eines Schauspiellehrers in 62 Filmen zu sehen. Ihre neueste Arbeit „Paris kann warten“ ist ein stilvolles, sehr französisches Roadmovie und eine persönliche Angelegenheit.

          Mit 17 Jahren arbeitete sie zum ersten Mal mit Regielegende Francis Ford Coppola. Bei den Dreharbeiten lernte sie auch dessen Ehefrau Eleanor kennen, die nun mit 81 Jahren mit diesem Film ihr Spielfilm-Regie-Debüt präsentiert und Lane als Hauptdarstellerin und Alter Ego besetzte. Die Geschichte basiert auf einer wahren Autotour, die Coppola mit einem französischen Geschäftsfreund ihres Mannes unternahm. Eigentlich wollen die beiden morgens in Cannes aufbrechen und am Abend in Paris sein. Doch unterwegs versucht der Filou, seine Reisebegleiterin zu umgarnen, mit diversen Zwischenstopps in Gourmettempeln und an romantischen Orten. Und so heißt es am Ende: Paris kann warten.

          Im Kern des Films geht es auch um die Kunst des französischen Mannes, eine Frau zu umgarnen. Kam Ihnen das nicht bekannt vor?

          Sie meinen, weil ich mit einem Franzosen verheiratet war und ein Kind mit ihm hatte?

          Ja, dem Schauspieler Christopher Lambert.

          (Lacht.)Irgendwie schon. Streng genommen, wurde er ja in den Vereinigten Staaten geboren und ist dann in Genf aufgewachsen. Er sprach jedenfalls damals Französisch, deswegen dachte ich zuerst, er sei auch Franzose. Einigen wir uns darauf: Er hat etwas sehr Französisches. Und Frankreich hat mich schon immer fasziniert.

          Kinotrailer : „Paris kann warten“

          Woher kommt diese Faszination?

          Als Mädchen bin ich mit der Theatergruppe, in der ich arbeitete, während unserer Europa-Tournee auch nach Frankreich gereist. Und da habe ich mich in die französische Sprache verliebt. Ich wollte sie unbedingt lernen und sprechen. Und dann habe ich in Paris mit Laurence Olivier meinen ersten Film „Ich liebe Dich – I love you – Je t’aime“ gedreht. Ich war 14 Jahre alt, und es war der Beginn meiner Filmkarriere. So habe ich es damals aber gar nicht gesehen. Ich dachte nur: Oh Gott, ich mache einen Film! Das denke ich übrigens bis heute bei jedem neuen Film, für den man mich engagiert. Es ist immer wieder ein Wagnis. Letztendlich starren dich alle an, und du musst liefern.

          Sie haben sich nie daran gewöhnt?

          Du musst einen Weg finden, damit zu leben. Aber als junge Frau habe ich das viel intensiver empfunden, und das war nicht einfach. Aber um noch einmal auf Ihre erste Frage zurückzukommen: Ich habe ja auch noch „Untreu“ mit Olivier Martinez gedreht. Da ist sie schon wieder: die französische Kunst der Verführung. Das scheint eine Art roter Faden in meinem Leben zu sein.

          Sie werden gerne als die reife Frau mit Sex-Appeal besetzt. Männer müssen alles Mögliche versucht haben, um Sie zu verführen.

          Was stellen Sie sich denn vor?

          Jemand mietet ein Flugzeug, um Rosen über Ihrem Haus abwerfen zu lassen, so etwas in der Art.

          Kann ich bestätigen. Das ist tatsächlich passiert. Aber ich habe damals irgendwie gar nicht begriffen, was da eigentlich los war, welche Intention diese Männer hatten. Ich bin sehr naiv, oder sagen wir, ich war es früher.

          Klar, ich war ja nicht blöd, deswegen habe ich es wahrscheinlich geahnt. Aber andererseits war ich als junge Frau auch so unsicher, ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand ausgerechnet mich beeindrucken wollte.

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