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Aktualisiert: 06.06.2017, 16:41 Uhr

DLRG kritisiert Bädermangel Deutschland wird zu einem Land der Nichtschwimmer

In Deutschland sind 2016 so viele Menschen ertrunken wie seit zehn Jahren nicht mehr – gleichzeitig hat die DLRG mehr als tausend Menschen vor dem Ertrinken gerettet. Fast 60 Prozent aller Kinder können nicht richtig schwimmen.

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© dpa 537 Menschen sind 2016 in Deutschland ertrunken – 49 mehr als im Vorjahr

Immer mehr Kinder in Deutschland können nicht richtig schwimmen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa sind 60 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer. Für die Umfrage im Auftrag der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wurden 2000 Personen befragt. Demnach besitzen nur 40 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen ein Jugendschwimmabzeichen, 77 Prozent der Grundschüler haben das „Seepferdchen“ absolviert. Das sei aber nur ein Schritt zur Wassergewöhnung, sagt DLRG-Sprecher Achim Wiese: „Es ist ein Heranführen an das Schwimmenlernen.“

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DLRG, Schwimmverbände und Kultusministerkonferenz seien sich einig, dass als sicherer Schwimmer nur gelte, wer die Anforderungen des Jugendschwimmabzeichens in Bronze erfülle. Dafür müssen Kinder unter anderem mindestens 200 Meter in höchstens 15 Minuten schwimmen. 2010 hatte eine Umfrage ergeben, dass die Hälfte der Grundschüler nicht sicher schwimmen konnte. 2005 seien es noch ein Drittel der Grundschüler gewesen.

Angesichts der Entwicklung sieht die DLRG vor allem die Grundschulen in der Pflicht. Obwohl sie den gesetzlichen Auftrag hätten, die Schwimmausbildung zu übernehmen, komme sie an vielen Schulen zu kurz oder falle weg, weil kein Schwimmbad erreichbar sei, sagte DLRG-Vizepräsident Achim Haag. Ein Viertel der Grundschulen habe keinen Zugang zu einem Bad. In der Umfrage gaben 56 Prozent der über Sechzigjährigen an, in der Grundschulzeit das Schwimmen gelernt zu haben, bei den 14 bis 29 Jahre alten Befragten waren es noch 36 Prozent. Auf die Frage „Wo haben die Kinder schwimmen gelernt?“ antworteten nur 27 Prozent der Eltern „in der Schule“.

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Ein Problem neben der Schließung vieler Bäder sei, dass viele Lehrer, die an Grundschulen unterrichten, nicht die sogenannte Rettungsfähigkeit besäßen. Gehe die Entwicklung so weiter, sagte Haag, „ist es eine Frage der Zeit, wann Deutschland zu einem Land der Nichtschwimmer wird“. Die DLRG-Rettungsschwimmer mit Sitz in Bad Nenndorf hätten im vergangenen Jahr 1.071 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. 537 Menschen ertranken in Deutschland 2016 – so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr.

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