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Besteigung des „El Capitan“ : „Das ist die Mondlandung in der Free-Solo-Szene“

  • -Aktualisiert am

Der Berg „El Capitan“ im kalifornischen Nationalpark „Yosemite“ Bild: dpa

Fast 1000 Meter – und kein Seil, das Alex Honnold retten würde. Als erster Free Solo-Kletterer bezwingt der Amerikaner in dem kalifornischen Yosemite-Nationalpark die Felswand des „El Capitan“.

          Der amerikanische Ausnahmekletterer Alex Honnold hat am Samstag die tausend Meter hohe Granitwand des El Capitan im kalifornischen Yosemite-Valley free-solo durchstiegen. Das war vor ihm noch niemandem gelungen. Free-solo bedeutet, dass Honnold ganz allein und ohne Seilsicherung oder andere technische Geräte unterwegs war. Laut National Geographic hat Honnold damit den „gefährlichsten seilfreien Klettereiaufstieg überhaupt“ absolviert.

          Honold brauchte für das Free-Soloing der Route „Freerider“, die in einschlägigen Portalen mit einem Zeitaufwand von vier Tagen beschrieben wird, gerade einmal 3 Stunden und 56 Minuten. Die 1998 von Alexander und Thomas Huber, den Huberbuam aus Berchtesgaden, erstbegangene 30 Seillängen lange Route weist Schwierigkeiten im Grad 9/9+ der UIAA-Skala auf. Thomas Huber kommentierte Alex Honnolds Erfolg via Facebook: „Irre. Du bist großartig.“

          Honnold hat sich über viele Jahre akribisch drauf vorbereitet und sich die Kletterzüge der Schlüsselstellen intensiv eingeprägt. Eine Woche vor seiner Free-solo-Durchsteigung war Honnold mit dem Spitzenkletterer Tommy Caldwell durch die Route gestiegen und hatte wichtige Griffe mit Magnesia markiert, das Kletterer verwenden, um ihre Hände trocken zu halten und nicht vom Fels abzurutschen.

          Es war Honnolds zweiter Free-Solo-Versuch den von Gletschern glattgeschliffenen El Capitan zu durchsteigen, der als das Epizentrum des Klettersports gilt. Im vergangenen November war er schon einmal in die Wand eingestiegen. Damals entscheid er sich aber nach einer Stunde dafür, das Vorhaben abzubrechen, weil sich die Bedingungen für ihn nicht richtig anfühlten.

          Honnold ist bekannt für seine Free-solo-Begehungen. 2008 trat er in das Licht der Öffentlichkeit, als er die markante Felswand des Half Dome, ebenfalls im Yosemite gelegen, und den Moonlight Buttress in Utah ebenfalls free-solo durchstieg. Die Frage, weshalb er mit dem Free-solo-Klettern begonnen hat, erklärte Honnold einmal mit mangelndem Selbstbewusstein. Weil er meinte, zu schlecht zu sein, habe er sich nicht getraut, andere Kletterer zu bitten, ihn ans Seil zu nehmen.

          Quelle: relo

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