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Sendung mit der Maus : Der Welterklärer

Für viele Erwachsene sind diese Filme der Sound ihrer Kindheit. Bild: WDR/Trickstudio Lutterbeck

Seit 46 Jahren macht er die „Sendung mit der Maus“. Und immer noch schauen Tausende von Kindern sonntags zu. Ein Treffen mit Armin Maiwald.

          Würde man eine „Sendung mit der Maus“ zu dem Thema „Wer ist Armin Maiwald?“ drehen, begänne sie so: Das isser, der Armin! Und was macht der so? Er erklärt viel. Ist der Armin Lehrer? Nee, isser nich. Der kennt sich aus, mit Stromkreisen und so. Isser vielleicht Ingenieur? Nee, auch wenn er fast so viel weiß wie einer. Aber was isser denn dann? Schau’n wir uns den Armin doch mal genauer an.

          Anke Schipp

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          An diesem späten Vormittag steht er entspannt in einer gigantischen Werkhalle in Karlsruhe und spricht mit einem Arbeiter in rotem Overall. In seinem blauen Poloshirt mit Wildlederjacke könnte man ihn für den Seniorchef der Firma Rosenbauer halten. Isser aber nicht! Die offizielle Berufsbezeichnung von Armin lautet Autor, Regisseur und Fernsehproduzent. Alles korrekt, aber was der Armin eigentlich macht, ist: Kindern Fragen beantworten. Armin Maiwald ist einer der Erfinder der „Sendung mit der Maus“, in der es die „Lach- und Sachgeschichten“ gibt. Maiwald macht die Sachgeschichten. Tausende von Fragen aus dem Alltag hat er schon beantwortet: Warum hat der Käse Löcher? Wie funktioniert ein Elefantenrüssel? Wie baut man Eisenbahnschienen? Und heute steht Armin hier, weil er die Frage klären will: Wie entsteht ein Feuerwehrauto?

          Maiwald erklärt Generationen von Kindern die Welt

          Er ist seit 5.30 Uhr auf den Beinen. Pünktlich zum Schichtbeginn um 7 Uhr stand er mit seinem Team am Werkstor der Firma in einem Industriegebiet von Karlsruhe. Wie ein Feuerwehrauto entsteht und wie kompliziert der Prozess ist, bis Technik, Mechanik und Elektronik aufeinander abgestimmt sind, das will er genau wissen. Kein Interview mit dem Geschäftsführer, der mal kurz alles erklärt, vielmehr dreht das Team seit Wochen, wie aus einem Lastwagengestell mit Führerhaus ein voll beladenes Feuerwehrauto wird, das voll einsatzfähig ist. „Wir bleiben dabei, bis das Auto vom Hof fährt“, sagt Maiwald, als wäre das Ehrensache. Das heißt auch, jeden Morgen früh aufstehen, „bleibt uns ja nix anderes übrig“.

          Sachgeschichten mit Maiwald : Wie kommen die Streifen in die Zahnpasta?

          Mit Maiwald sind Generationen von Kindern groß geworden. Wer heute erwachsen ist, kennt ihn aus der Sendung noch als jungen schlanken Mann mit längeren Haaren. Heute ist er etwas runder und trägt das, was noch von seinen Haaren übrig ist, raspelkurz. Das Prägnante an Maiwald aber ist seine Stimme, die bei den Filmen aus dem Off zu hören ist. Mit seiner sonoren Stimme bringt er die Dinge auf den Punkt: „Is’ ganz einfach“, fängt er oft an. Dann erklärt er in kurzen, klaren Sätzen, wie was zustande kommt oder produziert wird. Für viele Erwachsene sind diese Filme der Sound ihrer Kindheit.

          Seit 46 Jahren beim Kinderfernsehen

          Während Maiwald durch die Produktionshalle läuft, grüßt er die Arbeiter und winkt. Einem klopft er auf die Schulter: „Und, alles gut?“ Maiwald kennt fast jeden im Betrieb, er duzt sie, einen, der etwa so lange bei der Firma Rosenbauer ist wie Maiwald beim WDR, stellt er mit den Worten vor: „Der kennt hier jede Schraube mit Vornamen.“ Maiwald, der Fernsehstar. Das merkt hier keiner, hier ist Maiwald der Arbeiter, der Dienstleister, der seine „Kundschaft“ bedient, wie er die Zuschauer nennt.

          Als die erste „Sendung mit der Maus“ am 17. Mai 1971 ausgestrahlt wurde, war Willy Brandt noch Bundeskanzler, Karl-Heinz Köpcke Chefsprecher bei der „Tagesschau“, und Hans Rosenthal startete mit der Fernsehshow „Dalli Dalli“. Männer, die das vergangene Jahrhundert prägten und längst tot sind. Armin Maiwald ist noch dabei, seit 46 Jahren. Man könnte auch sagen, er ist der Helmut Kohl des Kinderfernsehens, nur dass seine Amtszeit schon fast drei Mal so lange dauert.

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