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Crowdfunding : Baustelle Hochzeit

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Der Termin steht fest: Anne-Sophie Sittner und Martin Lewerentz wollen ihre Hochzeit am 27. September mit Spenden aus dem Internet finanzieren. Bild: Martin Lewerentz

Ein junges Paar will heiraten und ruft im Internet zu Spenden für die Hochzeit auf. Die Uhr tickt, am 27. September sollen die Glocken läuten.

          „Welchen Nachnamen sollen wir nehmen, Martins oder Anne-Sophies?“, fragen die Beiden die Besucher ihrer Internetseite. Jeder, der dort vorbeikommt, kann seine Stimme abgeben. „Ist es am 27. September zu kalt, um zu heiraten?“ ist noch so eine Frage, die sie der Internet-Öffentlichkeit stellen.

          Anne-Sophie Sittner und Martin Lewerentz wollen heiraten, im September 2014. Das weiß jeder, seit sie ihre Verlobung im August vergangenen Jahres auf Facebook bekanntgaben. Dort wiesen sie auch auf ihre Internetseite baustellehochzeit.cxi.de hin. Ein Klick und der Nutzer taucht ein in die Privatsphäre der Beiden. Viele Bilder, die Zwei in Paris, in Beirut und Berlin, ein paar Zeilen an den Leser. Und dann der Aufruf: Bau mit, spende für unsere Hochzeit! Darüber ein Kuchendiagramm: 1115 Euro sind schon auf das gemeinsame Konto eingegangen, knapp 6000 Euro brauchen Sittner und Lewerentz noch für die Hochzeit, die sie sich vorgestellt haben. Crowdsourcing, also die Finanzierung eines Projekts durch viele, auch unbekannte Spender, heißt ihre Idee in der Netzwelt.

          Sie hat gerade ihren ersten Job bei einer Web-Agentur in Köln begonnen. Er studiert Diplomatie an der Universität Paris. Kennengelernt haben sich die beiden im Studium im bayerischen Örtchen Eichstätt. Nach nur eineinhalb Jahren sprachen Sittner und Lewerentz über das Heiraten, kurze Zeit später machte Lewerentz ihr den Antrag.

          Trauen sich: Sittner und Lewerentz in Paris


          „Wir haben beide große Familien und wollen alle an unserem Fest teilhaben lassen“, erklärt Sittner. Deshalb die Feier, 60 Einladungen sind bald verschickt. Auf der Seite erklären sie, was sie für die Hochzeit benötigen: Veranstaltungsort, Menü, Brautkleid und Anzug, Ringe und eine Torte. Dafür also das Geld. Mit der Idee, im Netz Spenden für ihre Hochzeit zu sammeln, wenden sich die Beiden vor allem an Freunde und Familie: „Wir wollen zur Hochzeit kein Geld oder Küchengeräte geschenkt bekommen“, sagt Lewerentz, „die Hochzeit soll das Geschenk sein.“

          Matthias Bunk kennt Lewerentz aus dem Studium. Ende Dezember hat er für das Projekt gespendet. „Die Idee passt zu Martin. Ich finde toll, dass sie sich trauen und deswegen unterstütze ich die Beiden“, sagt er.

          Aber nicht nur Bekannte helfen dem Paar bei ihrem Vorhaben. Vor kurzem ging eine 70-Euro Spende von einer Unbekannten ein, den Namen auf der Überweisung kannte weder Lewerentz noch Sittner. „Wir freuen uns sehr über solche Spenden, weil da jemand an unser Projekt glaubt“, sagt Sittner.
          Um Spender auf ihre Seite zu locken, bauen die beiden immer wieder kleine Rätsel zu ihrer gemeinsamen Geschichte ein, schreiben Blogeinträge oder laden Fotos hoch. „Wenn wir das Geld nicht zusammenkriegen, ziehe ich einfach das Hochzeitskleid meiner Schwester an und Martin den Anzug, den er zur Arbeit trägt.“ Am Rand der Seite läuft der Countdown: Noch 253 Tage bis zur Hochzeit.

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