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Bundesverwaltungsgericht : Neue Brücken für den Westen

Die Autobahnbrücke der A1 überspannt den Rhein bei Leverkusen (Nordrhein-Westfalen). Bild: dpa

Sie ist eine der am stärksten befahrenen Autobahnbrücken Deutschlands und marode. Aber ein Anwohner und ein Umweltverein klagten gegen einen Neubau. Nun entschied das Bundesverwaltungsgericht.

          Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) war sehr erleichtert, als ihn die gute Nachricht aus Leipzig erreichte. Am Mittwochmorgen wies das Bundesverwaltungsgericht Klagen eines Umweltvereins und eines Anwohners gegen den Neubau der maroden Brücke der A1 über den Rhein bei Leverkusen zurück; die Behörden hätten im Planungsprozess keine Fehler gemacht. So schnell wie möglich soll nun mit dem Ersatzneubau einer der am stärksten befahrenen Autobahnbrücken Deutschlands begonnen werden. 2020 soll nach dem Willen Wüsts der erste Teil der neuen Rheinquerung fertig sein. Dann wird die alte Brücke abgerissen, damit dort die zweite Brücke für die restlichen Fahrstreifen entstehen kann.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Der Verkehrsminister spricht selbst von einem „ambitionierten Fahrplan“ – den Wüst von seinem Vorgänger Michael Groschek (SPD) übernehmen konnte. Ihm war es durch geschickte politische Inszenierungen und ausdauernde Intervention beim (eigentlich zuständigen) Bund gelungen, die A1-Brücke zum Symbol der jahrzehntelang vernachlässigten Straßen im Westen Deutschlands zu machen. Die Rheinquerung ist ein zentrales Bauwerk im Ost-West-Verkehr; über die Brücke rollte ein großer Teil des Fernverkehrs Richtung Frankreich und Belgien.

          Die rund 50 Jahre alte Schrägseilkonstruktion, die einst für 40.000 Fahrzeuge am Tag konzipiert wurde, über die aber zuletzt täglich 120000 Fahrzeuge rollten, ist in einem derart schlechten Zustand, dass sie schon seit 2014 für Lastwagen gesperrt werden musste. Seither dürfen nur noch Autos und leichte Nutzfahrzeuge bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen die Brücke benutzen. Speditionen entstehen enorme Zusatzkosten durch weite Umwege. Wie sehr die Zeit drängt, machte am Mittwoch auch die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walksen (SPD) noch einmal deutlich. Mit dem Leipziger Urteil komme man um eine vollständige Sperrung herum. „Ein Totalausfall dieses wichtigen Bauwerks im transeuropäischen Verkehrsnetz hätte nicht nur erhebliche Folgen für den örtlichen und regionalen Verkehr und damit auch für die Wirtschaft, sondern auch für die Verkehrsbelastung der innerstädtischen Straßen in Leverkusen und Köln.“

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