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Bevölkerungsrückgang : Immer weniger bambini

Ein paar Kinder gibt es noch: Kindermodemesse „Pitti Immagine Bimbo“ in Florenz (Archivbild) Bild: ddp

Die italienische Bevölkerung schrumpft – und wird älter. Besonders stark sind Rückgang und Überalterung der Bevölkerung im Süden des Landes ausgeprägt. Statistiker wissen, woran das liegt.

          Italien hat eine lange Geschichte. Und immer mehr Italiener haben eine lange Lebensgeschichte. Andererseits gibt es immer weniger Italiener, sodass das Land inzwischen nach Japan die zweitälteste Bevölkerung hat. Der seit Jahren festgestellte Trend der Schrumpfung und Überalterung der Bevölkerung wird nach Angaben des Nationalen Statistikamts (Istat) in Rom anhalten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Trendumkehr und doch wieder zu Wachstum und Verjüngung der Bevölkerung kommt, gibt das Istat mit nur neun Prozent an. Bis 2065 rechnen die Statistiker gemäß ihrer jetzt in Rom vorgestellten Schätzung mit einem Rückgang der Bevölkerung von derzeit 60,6 Millionen auf dann nur noch 54,1 Millionen – ein Rückgang um gut zehn Prozent in knapp 50 Jahren. Im gleichen Zeitraum dürfte die durchschnittliche Lebenserwartung weiter steigen – von jetzt 80,6 Jahren bei Männern und 85 Jahren bei Frauen auf dann 86,1 beziehungsweise 90,2 Jahre. Der Anteil von Einwanderern liegt bei 8,4 Prozent der Gesamtbevölkerung, das sind rund 5,6 Millionen.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Im vergangenen Jahr wurden in Italien 464.000 Kinder geboren – ein historischer Tiefstand und gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um zwei Prozent. Binnen eines Jahrzehnts ist die Zahl der Geburten pro Kalenderjahr um rund 100.000 zurückgegangen. Die Fruchtbarkeitsquote lag in Italien 2017 bei durchschnittlich 1,34 Kindern pro Frau, 2010 waren es noch 1,46 Kinder. Der europäische Durchschnitt liegt bei 1,58 Kindern pro Frau. Ihr erstes Kind bekommen Frauen in Italien durchschnittlich im Alter von 31,5 Jahren. Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit bei Menschen zwischen 15 und 24 Jahren – sie liegt derzeit bei fast 32 Prozent, fast der dreifache Wert der allgemeinen Arbeitslosenquote von elf Prozent – trägt nach Angaben von Istat maßgeblich dazu bei, dass junge Italiener immer später eine Familie gründen, später Kinder bekommen und insgesamt weniger Kinder haben.

          Rund 60 Prozent der Einwohner sind heute älter als 40 Jahre. Der Anteil der über 65 Jahre alten Italiener liegt bei 23 Prozent, zwischen 15 und 39 Jahre alt sind nur 27 Prozent der Bevölkerung. Besonders stark sind Rückgang und Überalterung der Bevölkerung im Süden des Landes ausgeprägt. Als Grund geben die Statistiker die anhaltend schwierige Wirtschaftslage und die Abwanderung vieler junger Menschen in den Norden Italiens oder ins europäische Ausland an. Damit einher gehe eine Zunahme der Vereinsamung vieler älterer und alter Menschen, warnen die Statistiker.

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