15.04.2005 · Monarchen und Staatsvertreter aus aller Welt haben am Freitag in der Kathedrale von Monaco Abschied von Fürst Rainier III. genommen. Der Regent wird später im engsten Familienkreis an der Seite seiner Frau Fürstin Gracia beigesetzt.
Monarchen und Staatsvertreter aus aller Welt haben am Freitag in der Kathedrale von Monaco Abschied von Fürst Rainier III. genommen. In seiner Predigt würdigte Erzbischof Bernard Barsi die enge Beziehung Rainiers zu seinem Volk während seiner 56jährigen Regentschaft.
Mit ernsten Gesichtern verfolgten Thronfolger Albert II., die Prinzessinnen Caroline und Stéphanie sowie deren Kinder die Zeremonie. Carolines Mann, Ernst August Prinz von Hannover, mußte wegen einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse im Krankenhaus bleiben. Bei dem Trauergottesdienst standen dem Erzbischof von Monaco vier weitere Bischöfe und Erzbischöfe sowie der Nuntius in Frankreich, Fortunato Baldelli, zur Seite.
Ein Souverän des Staates
„Für uns alle war der Fürst sicher der Souverän des Staates, aber auch ein Freund, ein Mitglied unserer Familie“, sagte der Erzbischof. „Jetzt fühlen wir uns verwaist.“ Er erinnerte an Rainiers Einsatz im Zweiten Weltkrieg für die Befreiung Frankreichs und an sein hartnäckiges Wirken für die Unabhängigkeit des Fürstentums. Rainier war nach mehrwöchigem Aufenthalt im Krankenhaus am 6. April gestorben.
Trauerfeier für Rainier: "Jetzt fühlen wir uns alle verwaist"
An der Trauerfeier nahmen auch König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia von Schweden, der spanische König Juan Carlos und der belgische König Albert II. teil. Prinz Andrew vertrat das englische Königshaus. Prominentester weltlicher Staatsvertreter war Frankreichs Präsident Jacques Chirac.
Das sonst lebhafte Monaco wirkte am Freitag wie ausgestorben. 36 Kanonenschüsse verkündeten der Bevölkerung kurz nach 12 Uhr den Beginn des Trauerzuges. Vom Ehrenhof des Palastes ging der Trauerzug zur Kathedrale. Der mit der Nationalflagge bedeckte Sarg wurde von zehn Carabinieri getragen und von ebenso vielen Geistlichen begleitet. Dahinter schritten mit ernsten Gesichtern Rainiers Kinder Albert, Caroline und Stephanie. Auf Wunsch Carolines spielte die Kapelle Teile eines Trauermarsches von Ludwig van Beethoven.