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Veröffentlicht: 29.04.2014, 17:15 Uhr

Solidarität mit Dani Alves Die antirassistische Frucht

Der Fußballer Dani Alves hat mit dem Verzehr einer nach ihm geworfenen Banane ein Symbol gegen Rassismus geschaffen. Das Internet ist voll mit Solidaritäts-Bananen.

© dpa Matteo Renzi (links) lässt sich die antirassistische Frucht schmecken

Binnen weniger Tage ist die Banane zur antirassistischen Frucht geworden. Die Geschichte begann am Sonntag damit, dass Dani Alves, Spieler des FC-Barcelona, im Match gegen den FC Villareal mit einer Banane beworfen wurde. Der Brasilianer, der rassistische Anfeindungen wie diese offenbar schon gewohnt ist, nahm das denkbar locker, hob die Frucht auf und aß sie, während er einen Eckball trat. „Ich nehme das als Witz. Man muss diese Zurückgebliebenen einfach auslachen“, sagte der 30 Jahre alte Nationalspieler später.

Aus der kleinen Geste wurde schnell ein Symbol gegen Rassismus, im Internet wimmelt es vor Dani-Alves-Solidaritäts-Bananen. Auf Twitter meldeten sich über den Hashtag #weareallmonkeys hunderte Mitstreiter, die es Alves gleichtaten. Seinen Namen bekam der Hashtag durch Alves’ Teamkollege und Landsmann Neymar. Der veröffentlichte auf Instagram ein Foto, auf dem er mit Sohn und Banane zu sehen ist, und postete ein Video mit den Aufruf: „Wir sind alle Affen, wir sind alle gleich. Nein zu Rassismus!“.

Nun essen alle im Fernsehen und im Netz genüsslich Bananen und loben Alves für seinen Humor. Einer der ersten war Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi, der das Bananen-Essen öffentlich zelebrierte. Viele Sportler machen natürlich mit, Robert Lewandowski und Wladimir Klitschko etwa, und auch Prominente und Politiker aus Deutschland heben kämpferisch die antirassistische Frucht.

Auch Nicht-Prominenten stärken Dani Alves den Rücken. In Ermangelung eines bekannten Gesichts versucht sich mancher davon an einem besonders kreativen Bild. So hat es auch einen Teddybär ins Internet geschafft, der sich gegen Rassismus ausspricht.

Bei so viel Aufmerksamkeit für eine Frucht wittert mancher natürlich eine gute Werbung für seine Marke oder gleich ein Geschäft. Das Unternehmen Payback statte sein Maskottchen mit einer Banane aus, und inzwischen werden auch T-Shirts mit der Frucht und dem dazu passenden Hashtag gedruckt.

Der frühere Torwart Oliver Kahn, der in seiner aktiven Zeit auch häufig mit Bananen beworfen wurde (jedoch nicht aus Ausländerfeindlichkeit), hat sich übrigens noch nicht zur Alves-Banane geäußert.

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