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Sicherer Strandurlaub : „VIP-Bereich für Babys“

  • -Aktualisiert am

Am Baby Strand von Butjadingen (Niedersachsen) können Kinder behütet und windgeschützt im Sand spielen. Bild: dpa

Ein Strand nur für Babys und Kleinkinder? Am Friesenstrand in Butjadingen gibt es ein 250 Quadratmeter großes Areal das genau diesen Zweck erfüllt. Der Leiter des Tourismus-Service Butjadingen erklärt die Gründe und Besonderheiten.

          Herr Kowitz, am Friesenstrand in Butjadingen ist ein 250 Quadratmeter großes Areal von Sicherheitsglas umgeben. Warum?

          In Butjadingen haben wir jedes Jahr etwa 210.000 Übernachtungen von Familien mit Kleinkindern. Das ist eine unserer wichtigsten Zielgruppen. Deshalb haben wir uns überlegt, einen Babystrand einzurichten, der den besonderen Bedürfnissen unserer kleinsten Gäste gerecht wird.

          Welche Bedürfnisse sind das denn?

          Kleinkinder sind besonders empfindlich gegenüber Wind und Sonneneinstrahlung. Deshalb das Sicherheitsglas. So wird den Kindern der Sand nicht in die Augen geweht. Außerdem haben wir zwei Sonnensegel aufgehängt, so dass die Sonneneinwirkung relativ gering ist. Und drittens gibt es einen Duschcontainer mit einer Babybadewanne. Familien bekommen wirklich alle möglichen Annehmlichkeiten geboten. Und man schaut direkt auf die Nordsee, die nur 15 Meter vom Areal entfernt ist.

          Es gibt also keinen Zugang zum Meer?

          Ja, da ist das Sicherheitsglas dazwischen. Es gibt eine Tür, aber die Kleinsten können nicht weglaufen. So ist es am sichersten für die Eltern und die Kinder.

          Sogar der Sand ist anders als der übliche Friesenstrand-Sand.

          Ja, wir haben besonders feinsandigen, allergiearmen Sand aufgefahren. Allergiefreien Sand gibt es gar nicht mehr. Gerade für die Babys ist wichtig, dass der Sand sehr rein ist. Ich glaube, wir haben den reinsten Sand gekauft, den es momentan zu kaufen gibt. Er ist nicht nur einmal, sondern zweimal gewaschen, so dass sämtliche Verunreinigungen entfernt sind. Dementsprechend war der Sand auch etwas hochpreisiger.

          Was hat er gekostet?

          Das weiß ich nicht aus dem Kopf. Insgesamt belaufen sich die Kosten für das Areal auf 35.000 Euro. Wir wollen damit natürlich Gäste anziehen, gerade außerhalb der Hauptsaison, so dass die Investition sich vielfach rechnen wird.

          Gab es denn in den vergangenen Jahren Beschwerden über Witterung oder Sand?

          Nein, Probleme hatten wir hier keine. Man kann die Witterung ja nicht als Problem darstellen. An der Nordsee ist es oft windig und sonnig. Aber das ist schwierig für Babys. Deshalb haben wir versucht, die Rahmenbedingungen zu optimieren. Jetzt haben wir einen VIP-Strandbereich für Babys, wo sämtliche Parameter im Optimum vorhanden sind.

          Was ist mit Hunden oder spielenden Jugendlichen?

          Es ist explizit angegeben, dass man in dieses Areal nur mit Kleinkindern darf. Aber drum herum ist ja noch der Friesenstrand. Der ist derart groß, dass sowohl die Hundehalter als auch die Jugendlichen genug Platz haben.

          Sind Eltern nicht etwas übervorsichtig, wenn sie ihre Kinder von allen möglichen Gefahren abschotten?

          Babys sind extrem sensibel für bestimmte Einflüsse. Wenn man es möglich machen kann, diese Einflüsse zu reduzieren, ist das gerade für Familien mit Kleinkindern angenehm. Das heißt nicht, dass sie abgeschottet werden, sondern dass man dieser Zielgruppe ein besonderes Flair bietet, weil sie besondere Ansprüche haben.

          Am Baby Strand von Butjadingen (Niedersachsen) können Kinder behütet und windgeschützt im Sand spielen.
          Am Baby Strand von Butjadingen (Niedersachsen) können Kinder behütet und windgeschützt im Sand spielen. : Bild: dpa

          Wie haben die Gäste auf den Babystrand reagiert?

          Bisher hatten wir nur positive Rückmeldung. Alles ist mit Glas umrandet, deswegen nimmt man das Areal optisch kaum wahr. Eingeweiht haben wir es Mitte Juni. Seitdem hat es sich allein über Mundpropaganda in der Region sehr gut herumgesprochen. Jetzt kommt noch das Medieninteresse hinzu. Die Nachfrage ist so groß, dass wir sogar schon darüber nachgedacht haben, das Areal zu vergrößern.

          Für wie viele Familien reicht der Platz?

          In der vergangenen Woche war ich mal dort, da haben sich 30 bis 40 Personen im Areal aufgehalten. Das war noch machbar. Es ist ja nicht so, dass man sich mit Kleinkindern stundenlang am Strand aufhält. Aber für zwei bis drei Stunden ist es dort sehr angenehm. Wir haben uns den Titel Babystrand sogar rechtlich sichern lassen. So etwas gibt es in Deutschland kein zweites Mal.

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          Quelle: F.A.S.

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