Home
http://www.faz.net/-gun-78wk7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Autorin Mely Kiyak „Auf den Tod wartet man nicht“

 ·  Die Publizistin Mely Kiyak ist die Tochter eines türkischen Einwanderers. Als ihr Vater krank wurde, dachte sie: Gastarbeiter kriegen Krebs? Ein Gespräch.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (12)
Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Bodo Kälberer

Dankeschön

Ein sehr interessantes Interview (das ich eigentlich gar nicht lesen wollte) mit großzügigen Einblicken in eine ungewöhnliche Seele. Danke!

Empfehlen
Dr. Hans Juergen Gruener

Ich verstehe nicht, weshalb Aggressionen wg. dieses Interviews entstanden sind.

Berufsbedingt und auch privat bin ich durchaus mit der geschilderten Problematik vertraut und kann das alles nachempfinden. Mich hat das sehr berührt.

Auch wenn ich es nicht o.k. finde und das auch zu oft hier äußere, dass man uns nicht über die Euro-Fehlkonstruktion ausnehmen soll wie hohlen Gänse, hat eben genau dies nichts mit der von Frau Kiyak im Interview geschilderten Problematik zu tun, abgesehen davon, dass die Türkei nicht zu den "Ländern der Transferunion" gehört.

Dass Frau Kiyak, wie wohl viele andere, die Herr Sarrazin in die Mangel genommen hat, auf diesen sauer sind, geht so ein bisschen in Richtung des deutschen Sprichworts: "Wie man in den Wald rein ruft, so schallt es zurück" oder : "Wer austeilt, muss auch einstecken können." Die Tatsache, die ich aus den Kommentaren erfuhr, dass Herr Sarrazin angeblich eine ischämische Attacke hinter sich hat, ist natürlich bedauerlich, kann aber nicht zur Folge haben, dass keinerlei Kritik an ihm erlaubt sein soll.

Empfehlen
Rudi Ratinger

Herr Kyrak kommt offensichtlich zur Behandlung seiner Krankheit nach Deutschland,

weil er der deutschen Medizin offensichtlich mehr vertraut als der türkischen. Das hält Fr.Kyrak aber nicht davon ab, auf das hiesige Krankenhauswesen einzuprügeln.

Jeder, der hier schon in einem Krankenhaus war, weiß, daß man dort zw. mehreren Gerichten wählen kann.

Außerdem ist es den Türkischstämmigen unbenommen, neben türk. Altenheimen, türk. Schulen auch türk. Krankenhäuser zu gründen.

Empfehlen
Eckhard Schmidt

Manchmal wird man auch müde vom dauernden Kampf

Gottseidank hat sich im Laufe der Jahrzehnte doch ein bischen geändert in unseren Krankenhäusern. Ob Besuchszeiten oder Essen mitbringen, es ist schon vieles besser geworden, auch der Umgangston des Pesonals mit den Patienten .
Vielleicht dank der vielen ausländer unter dem Personal

Empfehlen
Walther Schmidt

Wie kommt man auf solche Gedanken?

Fr. Kiyak kann über das deutsche Krankenhauswesen glauben, was sie möchte, ganz besonders, weil sie derzeit auch eine schwere Situation erträgt. Ich bin Deutscher und seit vielen Jahren persönlich mit den Ansichten einer Migrantin zu Deutschland (auch zu Krankenhäusern) konfrontiert. Ich kenne derartige Ansichten und sie nerven mich außergewöhnlich. Vor allem frage ich mich, wie kommt man auf solche Ansichten? Wenn sie Obst ins Krankenhaus mitbringen will, soll sie das doch tun. Es verbietet ihr doch niemand. Wo bitte steht im Krankenhaus das Schild "Zum Stinkeessen"? Fr. Kiyak sollte ein wenig Selbstbewusstsein haben. Im Krankenhaus stinken Medikamente, vielleicht auch Patienten, warum auch noch das Essen? Aber selbst wenn eine Pflegerin sich abwertend äußert, dann spricht diese nicht für die "Deutschen", das "Krankenhauswesen" oder sonst jemand, sondern nur für ihre Ansichten. Richtig ist, Krankenhäuser sind Institutionen und oft herzlos. Dort wird eben gearbeitet.

Empfehlen
Thomas Mayer

Eben diese Mely Kiyak ...

.. nannte Sarrazin (der von einem Schlaganfall gezeichnet ist) eine lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur ....

Empfehlen
Joachim Wegener
Joachim Wegener (Rabix) - 08.05.2013 13:12 Uhr

Ist das nicht jene Dame, die Sarrazin

als "lispelnde,zuckende Karrikatur eines Menschen" bezeichnet hat und nun mit ihrer Menschlichkeit hausieren geht?

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.05.2013 17:19 Uhr
Klaus D. Wolf
Klaus D. Wolf (LaoK) - 10.05.2013 17:19 Uhr

Nun ja... immer schön bei der Wahrheit bleiben

Frau Kiyak hat sich aber sofort dafür entschuldigt, als sie erfuhr, dass Herr Sarrazin unter einer entsprechenden Krankheit leidet, die sein Gesicht in Mitleidenschaft zieht. Das war ihr vorher nicht bekannt gewesen.

Empfehlen
Marie Kelkmann
Marie Kelkmann (MKelk) - 08.05.2013 14:28 Uhr

Der Mann hatte aber auch vorgelegt

Frau Kiyak wollte sich wohl nicht unter von Gastarbeitern produzierten Kopftuchmädchen subsummieren lassen. Thilo Sarrazin war seinerseits nicht zimperlich in der Wortwahl (wurde ja dafür auch gefeiert ohne Ende) und wer so austeilt, der kann auch das Echo vertragen.

Empfehlen
Sebastian Kreibig

Ein sehr bewegendes Interview,

vielen Dank.

Empfehlen
Marie Kelkmann
Marie Kelkmann (MKelk) - 08.05.2013 12:32 Uhr

Krankenbesuch

Vielen Dank für das Interview. Man stößt auch als Autochtoner auf Unverständnis, wenn man Wochen im Krankenhaus bei seinen Lieben zubringt und alles andere liegenbleibt. Man gilt als schlampig, weil man angesichts dessen, dass einem vielleicht nur noch Tage zusammen bleiben, den Rasen wuchern und die Fenster blind werden lässt. Man wird als faul beschimpft, denn man sitze ja im Krankenhaus nur herum und könne sowieso nichts machen.
Eigentlich haben wir vom Pflegepersonal im Krankenhaus mehr Toleranz erfahren als aus der Familie. Weil wir kamen wann immer wir konnten. Von daher spricht vielleicht ein wenig trauriger Neid aus der Feindseligkeit, wenn Sie sich um die Ihren auch im Krankenhaus sorgen und kümmern. Denn wieviele Kranke erhalten in Deutschland nur einen scheuen Pflichtbesuch, der schon nach einer Stunde endet.

Empfehlen
Closed via SSO

"Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir." (Hebr. 13,14)

Heimatlosigkeit ist in der entwurzelnden Moderne ein Massenphänomen. Ich danke für das Interview. Frau Kiyak macht darauf aufmerksam, dass die Krankenhäuser noch einmal zu einer Fremde innerhalb des Fremden werden können.
Fremd bleiben sie aber auch für Autochthone. Die Konzentration von Kranken führt zu einer lebensfernen Sterilität, welche aus medizinischen Gründen zwar notwendig zu sein scheint, doch die Seele bisweilen belasten kann.
So sind sie Mikrokosmos der menschlichen Existenz.

Empfehlen

08.05.2013, 10:10 Uhr

Weitersagen
 

Schadensersatz Gott verklagt Finanzbehörden

Der Sänger Karel Gott hat die Finanzbehörden in der Tschechischen Republik verklagt. Warum er das tat und weiteren Smalltalk lesen Sie hier. Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden