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Arnold Schwarzenegger Der Terminator schlägt zurück

20.12.2005 ·  Schwarzenegger ist nicht nur Gouverneur von Kalifornien, sondern auch Ehrenbürger der Stadt Graz. Auf letzteres hat er nach der Kritik über die Hinrichtung von Stanley „Tookie“ Williams keine große Lust mehr - und bestraft die Grazer mit Liebesentzug.

Von Reinhard Olt, Wien
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Arnold Schwarzenegger ist nicht nur Gouverneur von Kalifornien, sondern auch österreichischer Staatsbürger und ein bekennendes Landeskind der Grünen Mark, des südlichsten Bundeslandes der Alpenrepublik. Weil er von Hollywood aus als Terminator den Namen der Steiermark und ihrer Landeshauptstadt Graz in alle Welt hinaustrug, erst recht weil die „steirische Eiche“ in den Vereinigten Staaten zur politischen Größe der Republikaner aufgestiegen ist, benannten die Grazer Stadtväter das Sportstadion Liebenau in „Schwarzenegger-Stadion“ um.

Sie verliehen ihrem besten Werbeträger auch die höchste Auszeichnung, den „Grazer Ehrenring“. Wer immer aus austriakischen Gefilden übern großen Teich flog und dem unter kalifornischen Gestirnen zu Ehre gekommenen heimischen Star seine Aufwartung machte, ließ sich mit ihm ablichten und nahm ein wenig von dessen Glanz mit nach Hause.

„Arnie“ gibt Grazer Ehrenring zurück

Damit scheint es jetzt vorbei zu sein. Hat doch „Arnie“, wie ihn die Polyglotten daheim vornehmlich nennen, seine Heimat soeben mit Liebesentzug bestraft. Mit sofortiger Wirkung entzog er der Stadt Graz das Recht, weiterhin seinen Namen zu verwenden - sei es für das Stadion im Bezirk Liebenau, sei es allgemein für Werbezwecke. Damit kam er seinen Kritikern aus „good old Austria“ zuvor, die nach der von ihm als kalifornischem Gouverneur letztinstanzlich nicht untersagten Hinrichtung des Vierfachmörders Stanley Williams eine Umbenennung des Schwarzenegger-Stadions gefordert hatten. Außerdem teilte der prominente Auslandsösterreicher, dem von Heißspornen gar mit Entzug der österreichischen Staatsbürgerschaft gedroht wird, Bürgermeister Siegfried Nagl mit, er gebe auch den Grazer Ehrenring zurück.

Video: Stanley "Tookie" Williams hingerichtet

Das schlug wie eine Bombe ein. Auch amerikanische Medien, die „Austria“ öfters mit „Australia“ verwechseln, griffen den Schlagabtausch auf. Neben anderen, denen derlei Frosteinbruch in den pazifisch-alpinen Beziehungen entschieden zu weit geht, prophezeien zuvörderst Touristiker, daß Schaden entstehe, wenn es fortan nicht mehr möglich sei, aus dem Namen Arnold Schwarzeneggers Nutzen zu ziehen.

Möglicher Schaden: „Hunderte Millionen Euro“

Bürgermeister Nagl, der weiß, wie leer der Stadtsäckel ist, hatte den möglichen Schaden auf „Hunderte Millionen Euro“ veranschlagt. Und der Chef der Graz-Touristik befand: „Der Name Schwarzenegger hat den Status einer Weltmarke, Graz international jedoch eher einen bescheidenen Bekanntheitsgrad. Zöge man dessen Marktwert heran, reichte das Jahresbudget nicht aus, um ihn zu entlohnen.“

Die Verantwortlichen sind rasch ausgemacht. Das Stadtoberhaupt gibt Sozialdemokraten, Kommunisten und Grünen - im Gegensatz zur Volkspartei des Bürgermeisters betreiben die kommunalen Mehrheitsparteien die Umbenennung des Stadions - die Schuld an der „peinlichen Provinzposse“. Der Bürgermeister will Schwarzenegger nun darüber aufklären, daß laut Demoskopie die Mehrheit der Bevölkerung der Stadt, des Bundeslandes und ganz Österreichs hinter ihm stehe. Ob er den hartverchromten und beinharten „Terminator“ dadurch weich stimmt, seinen Entschluß zu revidieren?

Quelle: F.A.Z. vom 21. Dezember 2005, Deutschland und die Welt
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Jahrgang 1952, politischer Korrespondent für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

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