http://www.faz.net/-gum-9b6hw

Amerikanische Studie : Junge Menschen in vielen Ländern weniger religiös

  • Aktualisiert am

Frauen in traditioneller Kleidung nehmen in Tschechien bei einem zweitägigen religiösen Fest an einer Prozession teil. Bild: dpa

Vor allem in mehrheitlich christlichen Ländern sind junge Menschen weniger religiös als ihre Eltern. In anderen Ländern spielt der Glauben aber eine wichtige Rolle: Südlich der Sahara gehören 98 Prozent einer Religionsgruppe an.

          In vielen Ländern der Welt sind junge Menschen einer Studie zufolge weniger religiös als die Generationen ihrer Eltern und Großeltern. Der Unterschied sei besonders ausgeprägt in mehrheitlich christlichen Ländern, heißt es in einem Mittwoch in Washington veröffentlichten Bericht des amerikanischen Forschungsinstituts „Pew Research Center“.

          Die Autoren der Untersuchung über Alter, Religionszugehörigkeit und religiöse Praxis warnen allerdings vor der Schlussfolgerung, die Weltbevölkerung insgesamt werde weniger religiös. Glauben spiele eine wichtige Rolle in vielen Ländern mit hohem Bevölkerungswachstum. In Niger zum Beispiel werde mit der Vervierfachung der Bevölkerung bis zum Jahr 2060 gerechnet. 86 der Menschen dort gaben an, Religion sei ihnen „sehr wichtig“. Laut Pew besteht eine Korrelation zwischen Lebenserwartung und Gottesdienstbesuch. Je höher die Lebenserwartung, um so weniger gingen die Menschen zum Gottesdienst.

          Die Untersuchung stützte sich auf Befragungen in 106 Ländern im Laufe des vergangenen Jahrzehnts. In 46 der untersuchten Nationen erklärten mehr ältere als jüngere Menschen, Religion sei ihnen sehr wichtig. In 58 Ländern habe es bei dieser Frage keinen bedeutenden Generationenunterschied gegeben. In nur zwei Nationen, Georgien und Ghana, seien junge Menschen nach eigenen Angaben im Schnitt religiöser als ältere.

          In den 35 in Europa untersuchten Ländern hätten im Schnitt zehn Prozent der Bewohner im Alter von 18 bis 39 Jahren angegeben, sie besuchten wöchentlich einen Gottesdienst. Bei Europäern im Alter von über 40 Jahren seien es 16 Prozent.

          Bei der Frage nach der Identifikation mit einer Religion sei die Diskrepanz zwischen Älteren und Jüngeren mit 28 Prozentpunkten in Kanada am größten. Dort identifizierten sich 77 Prozent der Älteren und 49 Prozent der Jüngeren mit einer Religion. In den erfassten Ländern im Nahen Osten/Nordafrika erklärten fast alle Menschen ungeachtet des Alters, sie gehörten einer Religionsgruppe an, in Afrika südlich der Sahara waren es der Studie zufolge 98 Prozent.

          Weitere Themen

          Ein Tabu brechen

          Bevölkerungswachstum begrenzen : Ein Tabu brechen

          Die Welt steuert derzeit fast ungebremst auf eine globale Erwärmung zu – und das schnelle Bevölkerungswachstum ist einer der großen Antriebe. Nun fordern Forscher eine aktive Begrenzung der Geburten.

          Auf Kosten der künftigen Generationen?

          Demographie : Auf Kosten der künftigen Generationen?

          Der demographische Wandel ist keine Floskel. Die Alterung der Bevölkerung wirkt sich auf viele Bereiche von Gesellschaft und Staat aus. Das ist jedoch kein Grund zu verzagen. Denn wer stets nur negative Szenarien darstellt, der gestaltet nicht die Zukunft. Ergreifen wir die Chancen.

          Topmeldungen

          SPD im Krisenmodus : Wenn der Bauch regiert

          Die SPD-Mitglieder wollen sich nicht länger von Seehofer vorführen lassen. Auch vielen Befürwortern der großen Koalition reicht es. Andrea Nahles hat die Wut unterschätzt.
          Echo Show in der neuen Version.

          Neue Produkte : Amazon macht die Welle

          Das war ein ziemliches Feuerwerk, was Amazon heute in Seattle präsentiert hat. Viele neue Produkte kommen auf der Markt. Darunter auch eines für die Küche.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.