08.05.2011 · Als Mann von Brigitte Bardot wurde der Opel-Nachfahre weltbekannt. Durch seine vielfältigen Talente machte er sich einen Namen. Nun hat sich Gunter Sachs in seinem Haus in Gstaad das Leben genommen, wie seine Familie bestätigte.
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Angie Reiter: "....Herr Sachs kann sicher auch ohne Ihren Respekt gut leben! ...."
Soviel ich gelesen habe, kann Herr Sachs eben nicht mehr leben. Worauf das Forum aber gut verzichten kann, weiß jeder Ihre Beiträge liest!
Ich dachte, er sei tot?
@Sindermann:Sachs war nie verzweifelt; deshalb wollte er auch niemals, auch ob
seinem aufkommenden schleichendem Tod, verzweifeln!
Wir wissen nichts [40]
Berthold F. Sindermann (Sirventes)
Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, dass er den Tod als Ausweg aus dieser Verzweiflung allen anderen Wegen vorzieht
Um mit Nietzsche zu sprechen...
"Abgesehen von den Forderungen, welche die Religion stellt, darf man wohl fragen: Warum sollte es für einen alt gewordenen Mann, welcher die Abnahme seiner Kräfte spürt, rühmlicher sein, seine langsame Erschöpfung und Auflösung abzuwarten, als sich mit vollem Bewusstsein ein Ziel zu setzen? Die Selbsttötung ist in diesem Falle eine ganz natürliche naheliegende Handlung, welche als ein Sieg der Vernunft billigerweise Ehrfurcht erwecken sollte: und auch erweckt hat, in jenen Zeiten, als die Häupter der griechischen Philosophie und die wackersten römischen Patrioten durch Selbsttötung zu sterben pflegten. Die Sucht dagegen, sich mit ängstlicher Beratung von Ärzten und peinlichster Lebensart von Tag zu Tage fortzufristen, ohne Kraft, dem eigentlichen Lebensziel noch näher zu kommen, ist viel weniger achtbar.Die Religionen sind reich an Ausflüchten vor der Forderung der Selbsttötung: Dadurch schmeicheln sie sich bei denen ein, welche in das Leben verliebt sind."
Friedrich Nietzsche
@Dussman: Herr Sachs kann sicher auch ohne Ihren Respekt gut leben!
Kein Respekt [32]
Walter Dussmann (WalterxFaber)
...beinhaltet für mich auch die Entscheidung bezgl. eines Suizides. Insofern sollten wir uns sämtliche Kommentare und Verurteilungen sparen; moralisch kann man hier ewig diskutieren (wie bei Robert Enke), es wird immer 2 Meinungen geben.
Neid? Mitnichten! Dafür geht es mir viel zu gut - und das weis ich sehr genau!
Was mir "generell" missfält, ist eher jegliche Art der götzenhafter Verherrlichung von Menschen oder Sachen!
Ich verehre weder Glamor-Spotwagen, noch die Rolex am Handgelenk! Ich verehre nicht ein Tennis-Kind, das man dazu dressiert hat, mit 15 Lebensjahren Spitzenleistungen zu bringen. Ich verehre auch nicht Ottfried Fischer, der sein "Talent" über den Teller gewonnen zu haben scheint oder .
Ich schätze und achte die kleinen Erfolge der Menschen, denen nichts oder wenig in die Wiege gelegt wurde. z.B. Die fleißige, verantwortungsbewusste Mutter, die mit 5 kleinen Kindern und einem schwerkranken Mann klarkommt. Menschen, die nicht im Licht der Öffentlichkeit stehen, obgleich sie Bewundernswertes leisten. Ich achte z.B. den Mitarbeiter der BA für Arbeit, der den Staistikbetrug mutig und richtig anfasste, dafür aber beruflich erledigt wurde. Ich schätze Aufrichtigkeit.
Mir generell Neid zu unterstellen ist da doch sehr, sehr oberflächlich:
Das gilt auch für die eigene Person!
Als Christ und ein Jahr älter als Sachs habe ich kein Verständnis für diese Tun.
Ernst Jünger ist über 100 Jahre alt geworden und war sicherlich auch schon wackelig, aber er starb eines natürlichen Todes.
Nur nicht unterkriegen lassen.
Wenn Sie in dem Brief eines Selbstmörders in dieser Lage einen Vorworf an diejenigen sehen, die nicht wie er tun, so kann ich Sie nun wirklich nicht verstehen.
In unserer Gesellschaft ist doch der Selbstmörder der Verachtete und Sachs wollte sich erklären, daß er trotzdem diesen Weg gewählt hat.
Das ist doch etwas völlig Anderes, als anderen Vorwürfe zu machen.
Bei Jugendlichen, und leider kenne ich auch mehrere Eltern, deren Kinder Suizid begangen haben, mag man vielleicht noch einen Vorwurf annehmen,aber auch in diesen Fällen ist es in der Regel eine psychische Störung.
Aber was hätte Sachs noch zu erwarten gehabt als ein trauriges Dahinvegetieren.
Da hatte er die letzte Gelegenheit ergriffen selber eine Entscheidung tun zu können.
@Grell: Ihr generell neidisches Wesen kommt immer wieder zum Vorschein!
Mein Respekt .... [43]
Gerhard Grell (EchtGrell)
..... gilt vor Allem den Menschen, die sich dem Leben stellen, auch wenn es schwer ist. Den Mut zu haben, immer weiter zu machen halte ich für bewundernswert.
Das schöne, gute, reiche Leben in vollen Zügen zu genießen und anschließend rechtzeitig den Finger krumm zu machen, ist da vergleichsweise einfacher!
Es gehört zum Leben dazu, dass man eines Tages meist hilfsbedürftig und auf andere angewiesen sein wird, oft auch die Erfahrung, nicht mehr die Kontrolle über sich und sein Leben zu haben. Das gehört oft zum Wesen des Alterns, ob man nun Alzheimer bekommt oder etwas anderes.
In dieser Lebensphase lernt so mancher etwas, das er Zeit seines Lebens
nie leben musste: Demut.
Niemand wird gezwungen, sich dieser "Hilflosigkeit" auszuliefern.
Wenn Gunter Sachs sich dieser Erfahrung durh Suizid entziehen wollte,
dann ist das sein gutes Recht.
Aber Respekt habe ich deshalb nicht vor Gunter Sachs.
"Und du solltest dich von deiner Leidenschaft nicht sicher machen lassen, daß die Totenstätte ein Ort der Zuflucht für dich sei. Ohne dein Zutun wurdest du nämlich gebildet, und ohne dein Zutun wurdest du geboren, und ohne dein Zutun lebst du, und ohne dein Zutun stirbst du, und ohne dein Zutun wirst du zukünftig Rechenschaft geben vor dem König über die Könige der Könige, dem Heiligen, gelobt sei er." Talmud, Mischna Awot III,I-IV, 22
Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, dass er den Tod als Ausweg aus dieser Verzweiflung allen anderen Wegen vorzieht. Niemand sollte diese Entscheidung gering achten, oder gar verachten. Ich glaube allerdings auch, dass es keinen Grund gibt, derartiges Verhalten zu bewundern.
..... gilt vor Allem den Menschen, die sich dem Leben stellen, auch wenn es schwer ist. Den Mut zu haben, immer weiter zu machen halte ich für bewundernswert.
Das schöne, gute, reiche Leben in vollen Zügen zu genießen und anschließend rechtzeitig den Finger krumm zu machen, ist da vergleichsweise einfacher!
... wenn die Zeit gekommen ist, den Mut (und die Mittel), in einer solch ausweglosen Situation die Weltbühne so würdevoll und konsequent wie GS zu verlassen.
Höchsten Respekt vor seiner Entscheidung!
Als einer, der Demenzkranke in der Verwandtschaft hatte, stelle ich fest, daß einer, der bis dahin in Würde gelebt hat, nicht nur seine Mitmenschen und das spätere Gedächtnis an ihn belastet, sondern vor allem selber darunter leidet.
Wenn die eigene Persönlichkeit sich auflöst und man es selber noch merkt, dürfte dies für viele Persönlichkeiten viel schlimmer sein, als unter Schmerzen weiterzuleben.
Ich habe Gunter Sax in den Sechzigerjahren in St. Tropez kennengelernt. Er genoss das Leben. Das war in Ordnung; ich tat's als junger Journalist auch. Er war liebenswert kreativ und ein Kosmopolit. Es ist zu schade, dass er zum Schluss augenscheinlich keinen guten Seelsorger gehabt hat. Ausweglose Krankheit? Dies ist eine schauerliche Conclusio. Eine saubere Katechese und ein guter Seelsorger hätten Gunter Sachs gelehrt, dass der Mensch nicht Herr über Leben und Tod ist. Nicht, dass ich mir anmaßte, über Sachs den Stab zu brechen; dies ist nicht mein Amt, es ist niemals Menschensache. Sachs litt aber unter Informationsmangel, und dafür ist auch die Kirche verantwortlich. Ich werfe der zeitgeistorientierten und sich infolgedessen unaufhörlich in weltlichen Dingen verzettelnden Kirche vor, dass sie uns oft vorenthält, wer der wahre Herr über Leben und Tod ist -- keiner von uns.
Kein einziges Gebet, kein gebeugtes Knie vor dem Herrn, kein Ratschlag aus Gottes Wort - nur eine "Lektüre einschlägiger Publikationen", d.h. der Rat der Wissenschaft.
Letzterem nur ist er gefolgt und - erschießt sich!
De mortuis nihil nisi bene.
Er hat doch nie etwas Böses getan.
Auch er mußte einiges verkraften. Aber sein Leben war doch mehr als erfüllt. Ich bewundere diesen Schritt. Lieber so als jahrelang dahinvegetieren......
...ist nicht nur der Selbstmord Gunter Sachs.
Ich halte auch die Veröffentlichung des Abschiedsbriefes für einen großen Fehler, der Kritik verdient.
Abschiedsbriefe, der von Sachs beweist es, lesen sich sehr oft zwingend in ihrer Logik, man will ihnen beipflichten und findet sehr schnell Verständnis dafür.
Damit provoziert man nicht nur Nachahmer, die in einer ähnlichen Lage und daher besonders labil sind, man verharmlost auch die Gewalt gegen sich selbst, die eben nicht ohne Ausweg ist: Sachs hätte noch einige gute Jahre haben können. Lebensqualität nimmt im Alter stets ab, mit Alzheimer tut sie das zügig und gewiss auf tragische Weise. Dennoch gibt es Medikamente und Maßnahmen, die Erkrankung zu verlangsam, am Anfang abzumildern.
Ich finde es schade, dass dieser Brief veröffentlicht wurde. Er liest sich wie ein stiller Vorwurf an jene, die dieser Krankheit nicht durch Selbstmord entgehen. Und er romantisiert den Selbstmord als Akt der Würde und der Selbstbestimmung. Eben das war er vermutlich nicht: Gut möglich, dass Sachs depressiv, in seiner Entscheidung mithin nicht frei war.