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Abschied von Dirk Bach „Dicki, was machen wir bloß ohne dich?“

 ·  Der überraschende Tod des Entertainers Dirk Bach hat bei Fans, Kollegen und Freunden Bestürzung ausgelöst. Die Staatsanwaltschaft Berlin gab indes bekannt, dass Bach „wahrscheinlich an Herzversagen“ gestorben sei. Eine Obduktion wurde nicht angeordnet.

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© DPA Entertainer Dirk Bach im Jahr 2009

Der plötzliche Tod des Schauspielers und Moderators Dirk Bach hat bei Fans und Kollegen Bestürzung ausgelöst. Beim Berliner Schlosspark Theater, wo Bach am Samstag eine Premiere in der Hauptrolle des Stücks „Der kleine König Dezember“ feiern sollte, gingen einem Sprecher zufolge am Dienstag zahlreiche Beileidsbekundungen ein. Die Uraufführung des Stücks wurde abgesagt. Mehrere Fernsehsender wollen mit Sonderprogrammen an den beliebten Entertainer erinnern.

Bach, der durch den Erfolg des RTL-“Dschungelcamps“ zu den bekanntesten deutschen Fernsehmoderatoren zählte, war am Montagnachmittag in seiner Berliner Wohnung leblos aufgefunden worden. Medienberichten zufolge versuchte ein Notarzt noch erfolglos, ihn wiederzubeleben. Der Kölner Bach hatte die Wohnung eigens für sein Engagement am Schlosspark Theater angemietet. Er sollte dort bis Dezember spielen.

Die Berliner Staatsanwalt gab am Dienstagnachmittag bekannt, dass Bach „wahrscheinlich an Herzversagen“ gestorben sei.  Er sei wegen Herzproblemen in Behandlung gewesen. In seiner Wohnung seien auch Medikamente gegen Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und zur Cholesterin- Senkung gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft ordnete deshalb auch keine Obduktion der Leiche an. „Es gibt keine Hinweise auf Fremdverschulden“, sagte der Sprecher.

Deutschland: Trauer um Dirk Bach

Mehrere TV-Sender wollen mit Sondersendungen an den Schauspieler und Entertainer erinnern. RTL werde am Freitag (5. Oktober, 21.15 Uhr) eine etwa 30 Minuten lange Sondersendung zeigen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Auch das ZDF wird nach eigenen Angaben in der Nacht zu Mittwoch (3. Oktober, 0.50 Uhr und 1.20 Uhr) zwei Folgen der Comedy-Serie „Lukas“ zeigen. Mit der Serie gewann der Entertainer den Deutschen Comedy Preis und die Goldene Kamera.

Bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln am Dienstagabend sollten Hunderte geladene Gäste dem Schauspieler und Moderatoren gedenken. „Es wird auf jeden Fall an den Tod von Dirk Bach erinnert“, sagte eine Sprecherin der Veranstaltung der dapd im Vorfeld. In welcher Form dies geschehe, sei noch unklar. Auf der Gästeliste standen auch viele Kollegen, die direkt mit Bach zusammenarbeiteten, etwa Barbara Schöneberger.

Trauernde legten am Dienstagvormittag Blumen, darunter orangefarbene Rosen, vor dem Theater nieder. In einer Vitrine hing eine Ankündigung für das Stück „Der kleine König Dezember“. Auf dem Plakat informierte eine schwarz umrandete Mitteilung über den Tod Bachs.

„Die Premiere werden wir nicht spielen können. Das ist ein Zwei-Personen-Stück. Nicht nur, dass man Herrn Bach natürlich sehr schwer ersetzen kann, aber das geht auch in der Schnelligkeit nicht“, sagte der Sprecher des Theaters, Harald Lachnit, am Dienstag dem Nachrichtensender N24.

„Kein Lachen kann so mitreißend sein“

Auch Entertainer Hape Kerkeling reagierte mit großer Trauer auf den Tod seines Kollegen. „Dirk Bach war einer unserer Allerbesten“, sagte Kerkeling am Dienstag. Bachs plötzlicher Tod auf dem Höhepunkt seines wunderbaren Lebens bestürze ihn zutiefst. „Sein begnadetes schauspielerisches Talent, seinen Feinsinn, seinen Mut, seine Klugheit und vor allem seine außergewöhnliche Herzlichkeit und menschliche Wärme werde ich schmerzlich vermissen. Seinem Lebenspartner und seiner Familie wünsche ich viel Kraft in dieser schweren Zeit. Dicki, was machen wir jetzt bloß ohne Dich!?“, sagte Kerkeling.

Der WDR-Moderator Jürgen Domian, der ein langjähriger Freund Bachs war, sagte im WDR, er sei „fassungslos“ über die Todesnachricht. „Niemand hat damit gerechnet, er war nicht krank, es war alles in Ordnung, er stand vor einer großen Premiere in Berlin.“ In seiner nächtlichen Sendung im Jugendsender EinsLive sagte Domian, der auch durch sein Übergewicht bekannte Bach habe gerade erst einen Urlaub gehabt und dabei auch ein bisschen abgespeckt.

Auf sozialen Netzwerken im Internet äußerten Fernsehstars wie Oliver Pocher, Oliver Kalkofe oder Frank Elstner ihre Betroffenheit. Bachs Co-Moderatorin beim RTL-Dschungelcamp, Sonja Zietlow, veröffentlichte auf ihrer Homepage einen an den Verstorbenen gerichteten Brief. „Kein Lachen kann so mitreißend, kein Herz so tiefgründig und kein Fazit so treffend sein wie Deines. Und keine Hängebrücke kann schöner schaukeln als unter deinem Gewicht“, schrieb Zietlow unter der Überschrift „Good Bye, Dickie...“.

Seit 2004 hatten Bach und Zietlow das RTL-“Dschungelcamp“ zu einem Millionen-Erfolg mit stetig wachsenden Zuschauerzahlen entwickelt. RTL veröffentlichte auf seiner Homepage ein Kondolenzbuch, das bereits nach wenigen Stunden über 7000 Einträge verzeichnete.

Die Trauer reichte auch über das Showgeschäft hinaus bis in die Politik hinein. Die beiden Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir reagierten „mit tiefer Trauer und Bestürzung“ auf die Nachricht. „Millionen Menschen kannten ihn als brillanten Fernsehentertainer, mit einem ganz eigenen Witz, der aus vermeintlich leichter Unterhaltung kritische Funken schlug.“

Roth und Özdemir würdigten auch das Engagement Bachs gegen HIV und Aids, für Opfer von Folter und Gewalt, Tierrechte und Umweltschutz. Bach outete schon früh seine Homosexualität und machte sich als Vegetarier für den Tierschutz stark.

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