06.05.2002 · Khoo Swee Chiow ist mit den extremsten Orten der Welt vertraut. Jetzt hat er den Grand Slam der Abenteurer vollendet.
„Ain't no mountain high enough“, heißt es in einem berühmten Soul-Klassiker. Wir wissen nicht, ob Khoo Swee Chiow, Extremsportler aus Singapur den unter anderem von Marvin Gaye und Diana Ross interpretierten Welthit kennt, er sollte es jedoch. Denn für den 37-Jährigen könnte der Song eine Art Lebenshymne sein. Dem Mann, der offenbar keinerlei Mühen scheut, hat den so genannten Grand Slam der Abenteurer vollendet. Respekt!
Grand Slam heißt in diesem Fall nicht, einen kleinen gelben Filzball möglichst gekonnt über ein Netz zu bugsieren, sondern sich wirklichen Mühen zu unterziehen. Die höchsten Gipfel aller Kontinente sowie beide Pole muss man erreichen, um diesen größten aller Schläge zu vollenden. Khoo, einer der bekanntesten seiner Zunft, schaffte das am vergangenen Montag mit dem Erreichen des Nordpols auf Skiern. Damit ist er der erste Asiat und erst der vierte Mensch überhaupt, der alle neun Prüfungen der Abenteurer absolviert hat.
Beide Pole, die höchsten Berge
Neben dem Erreichen des Nordpols gehört zum Extrem-Grand-Slam auch ein Besuch des Südpols auf Skiern (Khoo war Silvester 1999 dort) sowie das Besteigen der Gipfel des Kilimandscharo in Kenia (1994), des Mount Everest im Himalaja in Asien (1998) und der höchsten Berge in Argentinien, Alaska, Russland, Australien und der Antarktis, die Khoo allesamt im Jahr 2000 meisterte.
Seine Expedition zum Nordpol, mit der Khoo seine Mission der Mühseligkeiten vollendete, dauerte insgesamt 45 Tage. 771 Kilometer legte er dabei auf Skiern in der eisigen Kälte der Arktis zurück. Begleitet wurde er von dem kanadischen Führer Paul Landry und dem Husky „Apu“. Dass auch ein sportlicher Extremist wie Khoo Swee Chiow diese Tour nicht mal eben erledigt, zeigt die Tatsache, dass der Singapurer erst im vergangenen Jahr an der Nordpolroute scheiterte. Schlechte Sicht, erfrorene Finger und Frostbeulen an den Füßen nötigten ihn seinerzeit, das Abenteuer abzubrechen.
Lebenstraum erfüllt
Umso glücklicher ist der Singapurer, dass es nun endlich geklappt hat. „Hallo Singapur! Grüße vom Dach der Welt, ich bin angekommen“, meldete Khoo vom nördlichsten Punkt der Erde aus per Satellitentelefon nach Hause. Für den Extremsportler hat sich mit der Vollendung des Grand Slam ein Lebenstraum erfüllt. Von eisiger Kälte und schweren Mühen hat Khoo Swee Chiow nun allerdings erst einmal genug. Den Augenblick genießen, sein Frau sehen und Schokolade essen - damit will er sich in nächster Zeit beschäftigen. „Ich denke an einen netten Strandurlaub, bei dem eine Badehose reicht.“ Das hat er sich verdient.