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Menschen Einen Bären aufgebunden

19.09.2003 ·  Zwölf Jahre hat ein japanischer Bergsteiger nach dem Yeti geforscht und glaubt, das zottelige Monster sei eigentlich ein Bär. Die Frage bleibt, ob diese Erkenntnis auch wirklich neu ist.

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Tiefes Wasser und hohe Berge beflügeln die Phantasie und die Lust am Fabulieren. Das Ungeheuer von Loch Ness zum Beispiel ist ein solches Mysterium - und der Yeti natürlich. Das haarige Wesen soll irgendwo in den hohen Bergen des Himalaya leben. Mitunter zeugen Pfotenspuren, Exkremente oder Haare von der angeblichen Existenz des zotteligen Monsters. Und um dessen Existenz dann völlig wasserdicht, einwandfrei und hundertprozentig nachzuweisen, kramt der ein oder andere dann auch noch ein Video oder ein Tondokument heraus, mit eindeutigen Bildern oder Lauten, die zweifelsfrei dem Yeti zugeordnet werden können.

Dann sowas: Der legendäre Yeti soll ein banaler Braunbär sein. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest der japanische Bergsteiger Makoto Nebuka nach zwölfjährigen Forschungen im Himalaya-Gebirge. In Nepal, Tibet und dem abgeschotteten Bhutan habe er geforscht. Das Wort Yeti sei demnach lediglich eine Abwandlung des tibetischen Wortes „Meti“, der den Himalaya-Braunbären (Ursus arctos) bezeichne, eine vom Aussterben bedrohte Art. Er selbst habe vor einiger Zeit Kopf und Füße eines solchen Meti fotografiert, die ein Sherpa als Talisman aufbewahrt hatte. Nebuka will seine Untersuchungsergebnisse nun veröffentlichen.

Erkenntnisse schon überholt ?

Vielleicht hätte man dem japanischen Bergsteiger sagen sollen, daß diese „neuen“ Erkenntnisse in der Zwischenzeit schon überholt sein dürften. Schon vor fünf Jahren hat der Südtiroler Reinhold Messner in seinem Buch „Yeti - Legende und Wirklichkeit“ geschrieben, der Yeti sei eigentlich ein Tibetbär. Der vielbelächelte Extrembergsteiger drang damit allerdings kaum durch: Stattdessen spottete man über ihn und mutmaßte, der „zottelige Messner“ sei Bergsteiger und Yeti in Personalunion.

Dabei unterschied er lediglich zwischen dem nüchternen zoologischen Begriff Ursus arctos und dem legendären Begriff Yeti: „Wenn Sie nachts in einem Zelt sitzen und einem riesigen Wesen begegnen, von dem Sie nicht wissen, womit Sie es zu tun haben, dann verbinden sich mythologische Bilder und die Phantasie - und der Bär wird zum Yeti“, sagte er einmal in einem Interview.

Also wird es auch Makoto Nebuka schwer haben, seinen hoffentlich stichhaltigen Beweisen Gehör zu verschaffen. Auch weiterhin werden unscharfe Fotos einer schemenhaften Gestalt, verwackelt im Gegenlicht, die Runde machen. Und die Frage bleibt, welche Beweise denn nun vonnöten wären, um allen Spekulationen um ein riesiges Himalaya-Monster ein Ende zu bereiten?

Vielleicht erbarmt sich ja auch noch demnächst ein Forscher in Sachen Nessie, taucht zwölf Jahre in die Tiefen von Loch Ness, um dann sagen zu können: Jawoll, eigentlich ist Nessie ein Koikarpfen.

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