05.06.2003 · Ein aufmerksamer kenianischer Doktorand hat der Wissenschaft zu neuen Erkenntnissen über die menschliche Entstehungsgeschichte verholfen.
Ein aufmerksamer kenianischer Doktorand hat der Wissenschaft zu neuen Erkenntnissen über die menschliche Entstehungsgeschichte verholfen. Zuvor als Antilopen-Knochen deklarierte Fossilien identifizierte Job Kibii von der südafrikanischen Witwatersrand-Universität in Johannesburg bei Aufräumarbeiten als Überreste des Affenmenschen Australopithecus. Die Beckenknochen aus den Sterkfontein-Höhlen nord-westlich von Johannesburg untermauern eine zuvor umstrittene Theorie über den Gang dieser Affenmenschen-Gattung.
Die entdeckte Beckenform gilt als einzigartig, da es weder die eines Menschen noch die eines Affen ist. Bei der Untersuchung der Knochen fanden Wissenschaftler heraus, daß sich der Affenmensch zwar auf zwei Beinen, jedoch stark nach vorn gebeugt fortbewegte. „Obwohl es klar ist, daß er sich auf zwei Füßen fortbewegte, lief er nicht wie der Mensch heute“, sagte Kibii der Zeitung „The Star“ (Mittwoch). „Die Struktur des Beckens scheint, als ob er sich sowohl gebeugt gehend als auch hangelnd fortbewegte.“
Damit untermauern die Forscher die umstrittene Theorie des Schweizer Paläo-Anthropologen Peter Schmidt, der einen gebeugten Gang bei Hominiden bereits nach dem Fund des Skelettes „Lucy“ 1983 in Äthiopien vermutet hatte. Die Affenmenschen der Gattung Australopithecus, zu der auch „Lucy“ zählt, lebten vor rund vier bis zwei Millionen Jahren.