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Mehrere Faktoren führten zur Cholera in Haiti

06.05.2011 ·  pps. FRANKFURT, 6. Mai. Für den schlimmsten Cholera-Ausbruch seit fast einem Jahrhundert in Haiti gibt es nicht einen Schuldigen. Vielmehr haben mehrere Faktoren zu der Epidemie in dem Inselstaat geführt.

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pps. FRANKFURT, 6. Mai. Für den schlimmsten Cholera-Ausbruch seit fast einem Jahrhundert in Haiti gibt es nicht einen Schuldigen. Vielmehr haben mehrere Faktoren zu der Epidemie in dem Inselstaat geführt. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gremium der Vereinten Nationen, das UN-Generalsekretär Ban Ki-moon Anfang Januar zusammenstellte, nachdem es erste Berichte gegeben hatte, dass möglicherweise nepalische Soldaten der internationalen Stabilisierungsmission Minustah den Erreger ins Land geschleppt und verbreitet hätten. Bislang haben sich rund 300 000 Menschen mit dem hochinfektiösen Bakterium "Vibrio cholerae" angesteckt, etwa 4500 sind seit vergangenem Oktober daran gestorben.

Die vier von Ban berufenen Fachleute aus Mexiko, Indien, Peru und den Vereinigten Staaten untersuchten mehrere Theorien. Neben der besonders in Haiti weitverbreiteten Annahme, die Nepaler seien schuld am Ausbruch der Krankheit, wird auch spekuliert, der Erreger sei über den Golf von Mexiko schon kurz nach dem schweren Erdbeben im Januar 2010 ins Land gelangt. Wissenschaftliche Analysen belegen, dass das Bakterium nicht ursprünglich in Haiti vorhanden war. Nach Angaben des UN-Berichts ist der Bakterienstamm aber nicht mit einem Stamm aus Südasien identisch, der in Asien zirkuliert, diesem aber "sehr ähnlich".

Die Ausbruchsstelle selbst ließ sich lokalisieren: der Fluss Artibonite. Die Ausbreitung des Erregers sei nur möglich gewesen, weil Zehntausende Menschen das Gewässer und seine Seitenarme nicht nur zum Waschen, Baden und Wässern vor allem ihrer Reisfelder, sondern auch als Trinkwasserreservoir nutzten. Schlechte hygienische Verhältnisse, ein fehlendes Gesundheitssystem und kaum Immunität gegen die Cholera hätten ein Übriges getan. Die Gefahr eines Ausbruchs nach einer Naturkatastrophe, so eine Schlussfolgerung der Autoren, sei auch in anderen Regionen der Erde hoch. Der Bericht empfiehlt den UN, sich bei künftigen Missionen besser vorzubereiten, unter anderem sollten UN-Soldaten auf eine mögliche Cholerainfektion untersucht werden, bevor sie in ein Land entsandt werden. In Haiti werden noch immer neue Cholerafälle registriert.

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