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Veröffentlicht: 29.01.2016, 16:07 Uhr

Neue Barbiepuppen Babybauch oder Wohlfühlpfunde?

Fast sechzig Jahre lang hat Barbie ihre Figur gehalten. Nun zeigen sich erste Pölsterschen auf der Hüfte. Was ist da los?

von Christoph Borgans
© reuters Barbie gibt es jetzt auch in groß, kurvig oder zierlich

Muss die Band „Aqua“ nun ihren größten Hit umschreiben? 1997 sang die dänisch-norwegische Gruppe in „Barbie Girl“ über das vielleicht berühmteste Spielzeuge der Welt: „Im a blond bimbo girl in a fantasy world“, also etwa: „Ich bin eine blonde Tussi in einer Phantasiewelt.“ Kürzer und präziser konnte man diese Puppe wirklich nicht beschreiben. Aber nun hat die Entwicklungsabteilung der amerikanischen Spielzeugfirma Mattel dafür gesorgt, dass diese Definition nicht mehr greift.

Gut, eine Tussie ist Barbie vermutlich immer noch. Aber ihre „fantasy world“ ist der unsrigen angeglichen worden: Bisher gab es Barbie nur in bekannten überperfekten Maßen (in etwa: 96-45-86 bei einer Größe von umgerechnet 1,70 Meter). Jetzt aber kommt sie auch in „klein“, „groß“ und „kurvig“ auf den Markt.

Wobei kurvig nicht „Kim Kardashian“ bedeutet, sondern eine Puppe mit ein bisschen Plastik-Speck auf der Hüfte, die eben einfach etwas normaler aussieht. Eine, mit der Mädchen draußen im Garten spielen können, ohne, dass sich Wespen neidisch umdrehen. Und eine, die Mädchen anschauen können, ohne sich zu fragen: Wie soll ich jemals so dünn werden?

„Geweiteter Blick“ auf die Schönheit wegen Umsatzeinbruchs?

Seit Barbie 1959 in die Kinderzimmer der Welt einzog, war ihre unrealistische Figur immer wider Anlass für Kritik. Dazu heiß es früher bei Mattel, Barbie solle doch gar nicht realistisch aussehen. Sie sei nur so schlank, damit man sie gut an- und ausziehen könnte. Nun sagt Firmenchef Firmenchef Richard Dickson, man wolle „mit der Zeit gehen.“

Warum man ausgerechnet jetzt einen „geweiteten Blick auf die Schönheit“ wirft, wie es die Managerin Barbie-Abteilung Evelyn Mazzocco ausdrückt, sagt Mattel nicht. Aber der Umsatzeinbruch der vergangen drei Jahre dürfte seinen Teil dazu beigetragen haben. Die Arbeiten an dem neuen Design begannen jedenfalls vor zwei Jahren. „Ja, einige Leute werden sagen, wir sind spät dran“, sagte Mazzocco dem Magazin „Time“.

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Dabei hatte sich an Barbies Äußerem auch vorher schon einiges getan. Eine schwarze Barbie gibt es etwa schon seit den späten Sechziger Jahren. Eine asiatischen und lateinamerikanische Version folgten. Die neuen Körperformen wird es nun in sieben Hauttypen mit 22 Augenfarben und 24 Frisuren geben, sodass jetzt nicht mehr die Mädchen wie Barbie aussehen müssen, sondern sich eine Barbie aussuchen können, die wie sie aussieht.

Da aber angeblich nicht nur Mädchen mit Barbies spielen, wie Kritiker immer wieder gerne vortragen, sollte jetzt noch geklärt werden, wann Ken überarbeitet wird. Bislang jedenfalls ist der Dad-Bod-Ken noch nicht geplant.

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