06.04.2001 · Angeblich war es jetzt doch Schlamperei bei den Wartungsarbeiten, die zum Absturz der Concorde und zum Tod von 113 Menschen im vergangenen Sommer führte.
Ein Montagefehler bei der Inspektion des Fahrwerks könnte den Absturz der Concorde nahe Paris ausgelöst haben. Bei den Wartungsarbeiten sei der Wiedereinbau eines Metallteils im Fahrwerk vergessen worden, meldete der französische Fernsehsender France-2. Die Concorde-Gesellschaft Air France lehnte am Freitag in Paris eine Stellungnahme dazu ab.
Bei der Katastrophe am 25. Juli 2000 waren 113 Menschen gestorben, darunter 96 deutsche Touristen. Nach bisherigen Erkenntnissen soll ein Metallstück auf der Startbahn einen Reifen der Concorde zum Platzen gebracht und so die Katastrophe ausgelöst haben. Jetzt wurde bekannt, dass ein fehlendes Metallteil im Fahrwerk möglicherweise eine größere Rolle gespielt als bislang angenommen. Es habe eine leichte seitliche Versetzung der vier Räder verursacht, die sich deshalb beim Start am 25. Juli erhitzt und den Jet leicht gebremst hätten.
Dreimal ging es gut
Das Fehlen des Metallteils im Fahrwerk ist den Ermittlern bereits seit längerem bekannt und auch im Untersuchungsbericht vom Dezember aufgelistet. Das Teil sei bei einer Inspektion vergessen worden, der die Unglücks-Concorde vom 17. bis 21. Juli unterzogen worden sei, heißt es. Nach Informationen von France-2 hat die Concorde bis zum Absturz drei Flüge ohne das Metallteil absolviert. Beim vierten Mal habe der Defekt die fatale Kettenreaktion ausgelöst, die zum Absturz der Maschinen geführt habe. Eine Stellungnahme des Untersuchungsamtes für Flugunfälle (BEA) war dazu am Freitag nicht erhältlich.
Termin für Wiederaufnahme der Flüge
Derzeit bemühen sich Hersteller und Betreiber der Concorde, mit Modifikationen die Flugzulassung für den Überschalljet wieder zu erlangen. So sollen die Tanks von innen mit dem Spezialkunststoff Kevlar verstärkt werden, um ein Szenario wie bei dem Absturz auszuschließen. Nach der problemlosen Rückkehr einer Concorde von einer Testserie in Südfrankreich nach Paris sind die Chancen für eine Wiederaufnahme der Flüge mit dem Jet gestiegen. Zwölf Maschinen des Typs könnten bereits im Sommer oder Herbst starten, schrieben französische Zeitungen. Als Zieldatum französischer Techniker wurde der Eröffnungstag des Internationalen Luftfahrt-Salons in Le Bourget am 16. Juni genannt.