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Luftverkehr Angehörige der Concorde-Opfer erhalten Entschädigung

07.04.2001 ·  Die Anwälte zögern noch, doch die Summe scheint selbst nach amerikanischen Maßstäben „angemessen“ zu sein.

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Rund acht Monate nach dem Absturz einer Concorde-Maschine bei Paris liegt den Angehörigen der 113 Todesopfer das erste konkrete Schadenersatz-Angebot vor. „Eine Einigung ist noch nicht erreicht, aber in Sicht“, sagte der Kölner Anwalt Gerhart Baum am Samstag in Düsseldorf. Er gehe von einer Lösung bis Ende Mai aus. Bei der Katastrophe am 25. Juli 2000 nahe Paris waren 113 Menschen gestorben, darunter 96 deutsche Touristen.

„Das Angebot orientiert sich an den amerikanischen Maßstäben für die Entschädigung von Flugunglücksopfern und scheint nach der ersten Übersicht akzeptabel“, sagte der Mönchengladbacher Hinterbliebenen-Vertreter Christof Wellens. Die Familien sollten noch in diesem Monat über die Annahme entscheiden. Eine konkrete Summe nannte Wellens ebenso wenig wie die französische Seite. In den USA sind Schadenersatz-Summen gewöhnlich sehr viel höher als in Europa.

Rund eine Million Mark pro Opfer?

Bislang waren Forderungen zwischen 600 000 und mehreren Millionen Mark pro Opfer im Gespräch gewesen. Die Versicherung der französischen Fluggesellschaft Air France hat die Gesamtsumme auf etwa 150 Millionen US-Dollar (knapp 330 Millionen Mark) geschätzt. Die Unglücksmaschine war mit 30 Millionen Dollar versichert, die auch bereits an Air France ausgezahlt wurden. Auf den ersten Blick scheine das Angebot „dem zu entsprechen, was unsere Vorstellungen waren“, sagte auch der Frankfurter Anwalt Ronald Schmid.

Die Pariser Anwaltskanzlei der Versicherungen der Air France und anderer beteiligter Gesellschaften hatte am Freitagabend mitgeteilt, das Angebot beinhalte „individuelle Zahlungen“. Damit sollten lange Gerichtsprozesse vermieden werden. Bislang haben die Angehörigen eine Soforthilfe von je 42 000 Mark erhalten. Der Berliner Rechtsanwalt Sven Leistikow hat für mehrere Dutzend Angehörige Klage in den USA eingereicht. Diese Verhandlungen würden von dem europäischen Angebot nicht berührt, sagte er. Allerdings gebe es in finanzieller Hinsicht einen „Mindestmaßstab“ vor.

Endgültige Klärung kann noch Jahre dauern

„Die Verhandlungen in den USA sind in der Schlussphase. Ich erwarte einen Abschluss in den nächsten zwei Monaten.“ Der Fernsehsender France 2 hatte am Donnerstag unter Berufung auf eine neue Untersuchung berichtet, dass eventuell ein Montagefehler bei der Inspektion des Fahrwerks das Unglück ausgelöst habe (siehe Link). Nach bisherigen Erkenntnissen soll ein Metallteil auf der Startbahn einen Reifen der Concorde zum Platzen gebracht und so die Katastrophe ausgelöst haben.

Die endgültige Klärung kann nach Ansicht von Experten noch Jahre dauern. Nach dem Eindruck von Anwalt Wellens will Air France sich einigen, weil die Concorde-Maschinen wieder starten sollen und vorher die Entschädigungsfrage geklärt sein müsse. Seit dem Unglück haben die insgesamt 12 Überschall-Flugzeuge der Air France und der British Airways Flugverbot. Sie werden technisch überholt. Air France rechnet mit den ersten Starts im September.

Quelle: @kre, mit Material von dpa
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