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Lüneburg Urteil gegen Reklame im Briefkasten rechtskräftig

Die Deutsche Post darf nach einem Urteil die Werbung „Einkauf aktuell“ nicht mehr in den Briefkasten eines Menschen werfen, der dies nicht möchte. Das Urteil könnte Folgen für die gesamte Werbewirtschaft haben.

© dpa Vergrößern Kläger bekam recht, obwohl er keinen Aufkleber „Werbung - nein danke!“ an seinem Briefkasten anbringen wollte

Postwurfsendungen gegen den ausdrücklichen Willen des Empfängers sind eine unzumutbare Belästigung und ein Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Lüneburg ist rechtskräftig geworden. Die Entscheidung gegen unerwünschte Reklame im Briefkasten könnte bundesweit erhebliche Folgen für die Werbewirtschaft haben. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung hatten die Richter im November eine Revision zugelassen. Ein entsprechender Antrag sei aber nicht eingegangen, erklärte eine Sprecherin des Bundesgerichtshofes am Donnerstag. Nach Angaben des Landgerichts war die Frist am 28. Dezember abgelaufen.

Geklagt hatte Rechtsanwalt Henning Grewe aus Lüneburg gegen die Deutsche Post. Ihm waren immer wieder Ausgaben von „Einkauf aktuell“ in den Briefkasten gesteckt worden, obwohl er mehrfach schriftlich gegen die Zustellung der wöchentlichen Sendung mit einem Fernsehprogramm und Werbebroschüren protestiert hatte.

Aufkleber „Werbung - nein danke“ nicht nötig

Einen Aufkleber „Werbung - nein danke!“ wollte der Anwalt nicht anbringen. „Ich möchte selbst entscheiden, welche Werbung ich bekomme und welche nicht“, erklärte Grewe. Die Richter sahen es auch so und beriefen sich bei ihrer Entscheidung auch auf Artikel 2 des Grundgesetzes, der das Selbstbestimmungsrecht garantiert. Im Wiederholungsfall drohen nun ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro oder Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten (Az: 4 S 44/11 - Verkündung am 4. November 2011).

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„Da es sich bei der Entscheidung des Landgerichts Lüneburg um eine Einzelfallentscheidung handelt, sehen wir keinen Anlass in dieser Sache in Revision zu gehen“, sagte am Donnerstag ein Sprecher der Post in Hamburg zur verstrichenen Frist. Die Richter sahen dagegen eine grundsätzliche Bedeutung für die gesamte Werbewirtschaft. „Im Hinblick auf die erhebliche Anzahl von Werbeverweigerern wird dies gegebenenfalls dazu führen, dass die bisher bekannte Form der Postwurfsendungen nicht mehr möglich sein wird“, heißt es im Urteil.

„Wegweisende Entscheidung für Verbraucher“

„Ich freue mich, dass sich die Verbraucher in Zukunft auf diese rechtskräftige und wegweisende Entscheidung berufen können“, erklärte Grewe am Donnerstag in Lüneburg.
Das Verlagsgeschäft gilt bei Postdienstleistern als verlockende Wachstumssparte. „Einkauf aktuell“ hat eine Auflage von rund 18 Millionen Exemplaren.
 

Quelle: dpa

 
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Veröffentlicht: 05.01.2012, 15:30 Uhr

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